Newsticker

Auseinandersetzungen bei Protesten gegen die Corona-Politik in Rom
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Ein Leben in zwölf Fahrrädern

Lesung

13.02.2015

Ein Leben in zwölf Fahrrädern

Georg Koeniger bot in der Schauspielmanufaktur zwei kurzweilige und unterhaltsame Stunden, die ihm viel Applaus einbrachten.
Bild: Toni Kutscherauer

Der Kabarettist Georg Koeniger stellt in der Schauspielmanufaktur in Nördlingen sein neues Buch vor: Bis dass die Autotür uns scheidet

Als Solo-Kabarettist und als unverzichtbarer Bestandteil von „TBC“ (Totales Bamberger Cabaret) ist Georg Koeniger ein ebenso häufiger wie gern gesehener Gast im Ries. Nun stellte er im Rahmen des Kulturprogramms der Stadt Nördlingen in der voll besetzten Schauspielmanufaktur im Rotochsenkeller sein neues Buch vor und bewies den rund 100 Besuchern, dass er auch als Autor für beste satirische Unterhaltung sorgen kann.

„Bis dass die Autotür uns scheidet – ein Leben in zwölf Fahrrädern“ lautet der Titel des Werks, in dem das Thema Radfahren aus verschiedensten Blickwinkeln und in humorvoller Weise beleuchtet wird. Kein Wunder, schließlich stammt Koeniger aus der „Fahrradstadt Münster“, in der die Rad-Leidenschaft „bereits mit der Muttermilch eingesogen“ wird und ein Kleinkind, das noch nicht Radfahren kann, „in keiner Krabbelgruppe genommen wird“. Für ihn selbst sei das Velo nicht einfach ein Fortbewegungsmittel: „Ein Fahrrad ist so etwas wie ein Lebensabschnittsgefährte.“

Kabarettistisch und autobiografisch

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

In der kabarettistisch eingefärbten Lesung trägt Georg Koeniger verschieden Passagen aus seinem autobiografisch angelegten Buch vor. So erfahren die Zuschauer, wie er als Junge ein „Holland-Fahrrad“ ersteigerte, welches bei Reparaturen gleichermaßen handwerkliches Geschick und Leidensfähigkeit erforderte. Oder wie es sich anfühlt, wenn man mit einer Truppe verbissener Freizeitsportler, die sich im Tiefstapeln übertreffen, zum sonntäglichen Ausritt startet.

Zur Auflockerung des Abends streut der gewiefte Bühnenmann Koeniger witzige Nummern aus seinen Kabarett-Programmen ein. In einem zur Gitarre vorgetragenen Flamenco werden die Vorzüge der „Frauen aus dem Süden“ besungen, während die herrliche Grönemeyer-Parodie „Flugzeugfraß im Bauch“ das komödiantische Talent des Künstlers unter Beweis stellt.

Auch das Publikum in der Schauspielmanufaktur ist gefordert, wenn es bei „Die Gitarre und das Meer“ als akustischer maritimer Hintergrund das Meeresrauschen und die Seevögel („Rauuuschssszzz – Möw, Möw“) simulieren muss.

Dass Georg Koeniger auch als Schreiber feinsinnigen Humor zu transportieren vermag, zeigen weitere Fundstellen aus seinem Buch. Dabei räumt er unter anderem mit dem Gerücht auf, dass man bei Radtouren zwangsweise abnimmt: „Man kann 10000 Kalorien an einem Tag zwar nicht verradeln, wohl aber vermampfen.“

Entscheidende Vorteile eine Tandemfahrt

Schließlich beschreibt er noch überzeugend, dass es bei der Fahrt auf einem Tandem ganz entscheidend ist, wer der vorne sitzende „Kapitän“ ist und dass daraus – je nach Konstellation – eine echte Herausforderung für eine Paar-Beziehung werden kann: „Ich kann auf meinem Teil des Fahrrads machen, was ich will.“

Es sind zwei kurzweilige und unterhaltsame Stunden, in denen Georg Koeniger einerseits Appetithappen aus seinem Buch serviert und andererseits dem kabarettistischen Gaul die Sporen gibt.

Am Ende spenden die Besucher so lange Applaus, bis er als Zugabe noch eine seiner besten Nummern drauflegt: den Expeditionsbericht von der „todesmutigen Erstbesteigung“ des sagenhaften 125 Meter hoch liegenden „Mount Darup“.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren