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Medizin

20.11.2019

Ein MRT-Gerät für Nördlingen

Am Stiftungskrankenhaus in Nördlingen ist am Dienstag ein MRT-Gerät geliefert worden. Ab Januar soll die Maschine in Betrieb gehen, zunächst muss sie verkabelt und eingestellt werden.
Foto: Jan-Luc Treumann

Plus Am Stiftungskrankenhaus Nördlingen gibt es seit Dienstag einen Kernspintomografen, im Januar soll er einsatzbereit sein. Für die Patienten hat die Maschine im Ries zwei Vorteile.

Das Gerät ist mit viel Luftpolsterfolie umwickelt, es steht in einem orangenen Metallgestell. Langsam wird es von einem Kran durch die geöffnete Decke heruntergelassen. Es ist Kernspintomograf, bisher gab es ein solches Gerät in Nördlingen nicht.

Im Januar 2020 sollen damit im Ries genauere Diagnosen erstellt werden können, zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall, erklärt die Ärztin Dr. Julia Dikopoulos. So könne schnell festgestellt werden, ob bestimmte Symptome zu der Krankheit passen. Im Falle einer Operation hätte ein Chirurg detaillierte Informationen, welche Nerven tangiert seien. Untersucht werden Patienten im Krankenhaus sowie ambulante Patienten.

Bisher mussten diese Personen nach Donauwörth oder Aalen fahren, um mit der Magnetresonanztomografie (MRT) untersucht werden zu können, sagt Dikopoulos. Sie ist eine von fünf Ärzten einer radiologischen Praxis in Donauwörth. Diese werden die Patienten abwechselnd untersuchen. Die Ärzte würden die Maschine und den Anbau am Krankenhaus, in dem das MRT-Gerät steht, finanzieren, sagt Dikopoulos. Eine Anschaffung durch das gemeinsame Kommunalunternehmen des Landkreises (gKU) scheiterte aufgrund fehlender Zuschüsse (wir berichteten). Etwa fünf Millionen Euro werden investiert, schildert Dikopoulos. Das Grundstück, auf dem der Anbau steht, habe man von der Stiftungsgesellschaft gepachtet.

Bisher müssen Patienten nach Donauwörth gebracht werden

Bisher seien Patienten, die dringend mit einer MRT untersucht werden müssen, mit einem Notfalltransport nach Donauwörth gebracht worden. Und gerade ambulant behandelte, ältere Personen seien darauf angewiesen gewesen, von Verwandten in eine radiologische Praxis gebracht zu werden. Der Kernspintomograf sei nicht nur eine Aufwertung für den Standort Nördlingen: „Wir füllen hier eine Versorgungslücke“, sagt Dikopoulos.

Für die Patienten sei es ein großer Vorteil, dass die Behandlungen schneller durchgeführt werden könnten, da sich das Gerät im Haus befinde, sagt die Ärztin. Und die Anschaffung sei dringend nötig: „In der Diagnostik ist heute eine MRT unabdingbar“, schildert Dikopoulos. Neben Bandscheibenvorfällen könnten durch einen Kernspintomografen Schlaganfälle erkannt werden, genauso wie innere Verletzungen, insbesondere an den Gelenken. Auch, wenn ein Patient an Krebs erkrankt ist, sei ein solches Gerät wichtig. Gut untersucht werden könnten zudem die Gefäße im Körper, gerade bei Bluthochdruck oder Diabetes sei das nötig. Über einen Gang gelangen Personen künftig vom Krankenhaus ins Gebäude.

Der Magnet wird in der kommenden Woche hochgefahren

Dort ist ein Mitarbeiter am Dienstag damit beschäftigt, den Einbau zu koordinieren. Matthias Bubolz ist von der Firma GE Healthcare, die das Gerät herstellt. Er sagt, dass die Maschine zunächst verkabelt und exakt positioniert werden müsse. Der Magnet werde in der kommenden Woche hochgefahren. Dikopoulos berichtet, dass er in den Anfangswochen zunächst genau eingestellt werde.

Bei wie vielen ambulanten Patienten mit einer MRT in Zukunft Diagnosen erstellt werden, richte sich nach der Nachfrage. Dikopoulos schätzt, dass 80 Prozent der Patienten ambulant behandelt würden.

Jürgen Busse, Vorstandschef des gKU, sagt: „Ich freue mich sehr, dass wir das Gerät bald in Betrieb sehen werden. Das ist ein riesiger Fortschritt in der Diagnostik für die Patienten im Ries.“ Das gelte sowohl für das Krankenhaus als auch die ambulante Versorgung. Dadurch sei es möglich, detaillierte Aufnahmen zu erstellen. Für die Patienten bedeute die Maschine kürzere Wartezeiten sowie kürzere Fahrtzeiten mehr. Der Bedarf in Nördlingen sei hoch, das Gerät werde mehr als ausgelastet sein, schätzt Busse.

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