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Musik

24.05.2018

Ein Paukenschlag

Die neue Saison der Oettinger Residenzkonzerte begann mit dem einheimischen Kammerorchester mit dem Dirigenten und zugleich Vorsitzenden des Kuratoriums, Günter Simon, der die Oboistin Flavia Klotz zu einem Soloauftritt im barocken Festsaal des Schlosses eingeladen hatte.
Bild: Ernst Mayer

Oettinger Residenzkonzerte starten in neue Saison. Die Besucher hören „Zwei Nordische Weisen“, genießen Mozarts Kompositionen und applaudieren einer jungen Musikerin

Der Zuspruch ist ungebrochen: Voller Festsaal und volles Podium. Beides ist inzwischen Tradition bei der Eröffnung der Oettinger Residenzkonzerte, wenn Günter Simon als 1. Vorsitzender des Kuratoriums der Residenzkonzerte die Besucher des ersten Saisonkonzerts begrüßt und als Dirigent sogleich den Taktstock erhebt, um dem Oettinger Kammerorchester den Einsatz zu geben.

Praktisch als Vorprogramm zu den Werken der großen Klassiker Joseph Haydn und W. A. Mozart, den Hofkomponisten des Schlosses, darf Edvard Grieg die Gäste auf die Vielfalt der Konzertreihe einstimmen. Für seine emotionale, an der skandinavischen Volksseele orientierte Kompositionsweise sind „Zwei Nordische Weisen“ wunderbare Beispiele für den von ihm entwickelten „Nordischen Stil“, der sich an Elementen der norwegischen Volksmusik orientiert, mit der typischen Melancholie, die sich in dem ersten Stück „Im Volkston“ aus der Natur schöpft. In den weiten chromatischen Verläufen ist eine einheitliche Intonation nicht leicht durchzuhalten, zumal für ein Orchester mit nahezu sinfonischen Ausmaßen. Leichter ist es mit den traditionellen Bauerntänzen des zweiten Stückes „Kuhreigen und Bauerntanz“, die von den Skandinaviern bekannte ausgelassene Heiterkeit zum Ausdruck zu bringen.

Sehr verdienstvoll ist das wiederholte Bemühen des Orchesterleiters Simon, begabte junge Musikertalenten als Solisten einzuladen. Dies trifft diesmal auf die junge Oboistin Flavia Klotz zu, die als Solistin und Orchestermusikerin oft auch von professionellen Ensembles engagiert wird. Mozarts beliebtes „Konzert für Oboe und Orchester C-Dur KV 314“ eröffnet sie mit gefühlvoller Tongebung und beweist sogleich ihre guten spieltechnischen Fähigkeiten. Eine sichere Kadenz und eine flüssige Abfolge mitreißender Läufe und insbesondere ihre sympathische Ausstrahlung faszinieren die Zuhörer.

Das motiviert das Orchester zu einfühlsamer Begleitung, die Dirigent Günter Simon routiniert dynamisch abstimmt. Besondere tonliche Qualitäten demonstriert sie im zweiten Satz, den sie mit weichem Ansatz und melodiösem Spiel sehr emotional gestaltet. Mit den Andeutungen an die „Entführung aus dem Serail“ des Schlusssatzes gewinnt die Künstlerin die Herzen und den Beifall der Zuhörer.

Endlich können die Oettinger Konzertbesucher den berühmten Paukenschlag von Joseph Haydns „Sinfonie Nr. 94 G-Dur“ erleben, der ihr gemäß einer Anekdote die Bezeichnung „Die Sinfonie mit dem Paukenschlag“ einbrachte. Im zweiten Satz wird die Musik ganz still, als ob die Leute eingeschläfert werden sollten. Mit großem Genuss haut die junge Schlagzeugerin „auf die Pauke“ und zieht in der Folgezeit die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich, weil sie souverän und schlagkräftig dieses Instrument beherrscht. Die tänzerischen und lyrischen Teile des ersten Satzes, die spielerischen Variationen unter Violinen, Flöten und Oboen, und das sonore Majestoso der tiefen Streicher im Andante-Satz schaffen interessante Kontraste. Mit dem berühmten ländlerischen Menuett und dem abschließenden triolenreichen Finalsatz gelingt dem Orchester ein publikumswirksamer Ausklang, zu dem die Paukistin Saskia Kleemann noch die Zugabe beitragen darf. Sie spielt ihr selbst für das Additum am A-E-G komponierte Prüfungsstück „Wave of the ocean“ auf dem Marimbaphon, wofür sie von den Besuchern einen begeisterten Extraapplaus erhält.

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