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Vorstellung

25.11.2011

Ein Pfeiler der Heimatforschung

Erweitert und aktualisiert wurde das Werk von Konrad Scheuermann.
Bild: Foto: pm

Aktualisierte Ausgabe von Konrad Scheuermanns Hochstatt-Geschichte erschienen

Bopfingen/Neresheim Das Lob kam aus berufenem Mund. Ehrenamtliche Heimatforscher wie der Bopfinger Dr. Konrad Scheuermann seien wichtige Pfeiler für die Arbeit des Landesdenkmalamtes. So würdigte dessen Präsident Prof. Dr. Klaus Wolf den Autor und sein Buch „Die lange Geschichte der Hochstatter Zeit“ bei dessen Vorstellung im Kloster Neresheim.

Das Impressum des schmucken Bandes vermeldet bescheiden die „zweite erweiterte und aktualisierte Auflage“ der im März 2007 erschienenen Originalausgabe. Da hatte sich der Golfer zum ersten Mal mit der Geschichte des von einem stattlichen Barockbau beherrschten Anwesens unweit des Klosters Neresheim befasst, wo seit 1984 die Mitglieder des Golfclubs Hochstatt Härtsfeld-Ries versuchen, auf den 18 rund um das historische Clubhaus angeordneten „Greens“ mit möglichst wenigen Schlägen das Runde ins Runde zu bringen. Konrad Scheuermann hat mit der zweiten Auflage seiner Hochstatt-Erkundung sehr deutlich „unter Par“ gespielt. Mit seinen 120 Seiten ist das Buch fast doppelt so stark wie sein Vorgänger.

Das ist dem erweiterten und sorgfältig aufbereiteten Bildmaterial ebenso geschuldet wie den textlichen Ergänzungen. Diese betreffen vor allem die Baugeschichte und die Beschreibung der Architektur des ersten Barockhauses auf dem Härtsfeld. Dieses wurde unter der Ägide des großen Bauherren Abt Dr. Konrad Simpert Niggl 1684 in der Proportion des Goldenen Schnitts fertiggestellt.

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Es sollte „den kaiserlich geadelten Äbten von Neresheim und ihrem Konvent von 1684 bis 1802 vornehmlich als Sommerresidenz dienen, stellt Scheuermann fest. Erst 100 Jahre später (1784) ließ Abt Benedikt Angehrn das Schlösschen bei Nietheim errichten, als Sommerresidenz und Ort adliger Diplomatie. „Da sich die neue Klosterkirche noch im Bau befand, fiel das schlichte Gebäude jedoch deutlich kleiner aus als das stattliche Barockhaus von Hochstatt“, erklärt der Autor. Ein Problem hat dem Hobbyhistoriker das Fehlen der Bauunterlagen des Hochstatter Bauwerks bereitet.

Nach der Säkularisation, in deren Folge dem Haus von Thurn und Taxis die Abtei Neresheim und deren Sommerresidenz Hochstatt zugeschlagen worden waren, seien alle entsprechenden Aufzeichnungen, „welche seinerzeit nebensächlich erschienen“, kurzerhand vernichtet worden. Deshalb datieren die Architekturzeichnungen in der Veröffentlichung erst aus dem Jahre 1867.

Abt Norbert Stoffels meinte zwar bei der Buchvorstellung, im Klosterarchiv müsse noch einiges zu Hochstatt zu finden sein; Scheuermann bedauert es indes, dass ihm die Recherche auf dem Ulrichsberg verwehrt geblieben sei.

Klare Gliederung

Breiten Raum widmet das Gründungsmitglied in seiner Aufarbeitung der 1200-jährigen Geschichte Hochstatts seinem Golfclub, der das auf Dischinger Gemarkung liegende Hochplateau Anfang 1983 vom Hause Thurn und Taxis gepachtet hat. Ohnehin gehören die klare Gliederung und die übersichtliche grafische Darstellung zu den großen Stärken des gebundenen Werkes, dessen Layout und typographische Gestaltung unverkennbar die akribische Handschrift des Wallersteiner Büchermachers Johannes Paus tragen. Neben Prof. Claus Wolf fanden noch der Dischinger Bürgermeister Alfons Jakl, sein Neresheimer Kollege Gerd Dannenmann und Hausherr Abt Norbert Stoffels Dankesworte. (pm)

Konrad Scheuermann: Die lange Geschichte der Hochstatter Zeit. Benediktiner, Thurn & Taxis und die Golfer; 120 S., geb. 2. Auflager 2011, Bopfingen, ISBN 978-3-00-036113-5.

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