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30.11.2010

Ein Reetdach unter dem Ipf

Nach dem Keltenpavillon beim Ipfparkplatz gibt es nun am Fuße des Ipfs bald ein zweites keltisches Bauwerk. In Ergänzung zur Sechta-Renaturierung zwischen Oberdorf und Kerkingen errichtet der Wasserverband Sechta-Eger als Gemeinschaftsprojekt mit der Grundschule Oberdorf unterhalb des Parkplatzes beim Hochwasserdamm in Oberdorf derzeit die Rekonstruktion eines keltischen Hauses.

Nachdem Mitarbeiter der Forstdienststelle Bopfingen in den vergangenen Wochen das Haus aus Rundhölzern aufgebaut haben, erhält es nun - echt keltisch, jedoch für die heutige Zeit in der Region einmalig - ein Reetdach. Dazu hat die Zimmerei Abele, die in die Planung des Hauses eingebunden war, als Experten den Dachdeckermeister Roland Dabow aus Naundorf im Spreewald ins Schwabenland vermittelt. Zusammen mit vier Mitarbeitern hat Dabow letzte Woche mit dem Dach decken begonnen, bis Ende dieser Woche soll alles fertig sein. Verarbeitet werden dicke, lange Bündel blattloser Stängel der Schilfpflanze mit Blütenrispen daran. Das Material stammt aus China, weil es zu dieser Jahreszeit nirgendwo sonst gutes Material gebe, erklärt der Fachmann. "Die Qualität ist sehr gut", sagt er zufrieden.

Dichte Decke

Die Bündel werden von unten nach oben so übereinander gelegt und verarbeitet, dass eine 30 bis 35 Zentimeter dicke, dichte Decke entsteht. Ist das Reetdach fertig, so ist es wasserundurchlässig und schützt im Sommer hervorragend gegen Hitze im Hausinnern. Doch während des Verarbeitens darf es auf keinen Fall nass werden, da es sonst nach wenigen Jahren anfangen würde zu verrotten.

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Deshalb haben die Dachdecker das gesamte Holzhaus mit großen Planen umgeben und arbeiten so geschützt vor Regen und Schnee. "Das ist jedoch, je höher wir kommen umso schwieriger", sagt der Meister, der den letzten Reetdachdeckerbetrieb in Brandenburg führt. "Reetdächer sind die älteste Form von Bedachung, die es gibt", sagt Dabow und schwärmt von den tollen Eigenschaften der Dächer "dieser Auftrag hier in Bopfingen ist eine sehr schöne Arbeit zum Jahresende".

Finanziert werde der Bau des Keltenhauses durch Gelder der Glücksspirale, durch Spenden und durch den Wasserverband Sechta-Eger, erklärt der Betriebsleiter des Wasserverbands Peter Engel. Auch die Oberdorfer Grundschüler sollen beim Bau ihres keltischen Klassenzimmers mit eingebunden werden, indem sie im nächsten Jahr einzelne Teile der Holzkonstruktion mit Lehm ausfachen. Neben der Nutzung als Klassenzimmer mitten in der Natur soll das Keltenhaus auch der Allgemeinheit als Schutzraum zur Verfügung stehen.

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