Newsticker
Merkel zu sinkender Zahl der Neuinfektionen: Einschnitte beginnen sich auszuzahlen
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Ein Rückblick auf zwölf Monate (kaum) Sport

RN-Jahresrückblick 2020

28.12.2020

Ein Rückblick auf zwölf Monate (kaum) Sport

Daniel Kerscher wurde neuer Cheftrainer des TSV Nördlingen I.
Bild: Klaus Jais

Plus Der Amateursport ist lahmgelegt: Weil auch die Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebs in den Sternen steht, laufen den Verbänden scharenweise die Mitglieder davon.

Was um alles in der Welt war das für ein Sportjahr 2020 oder besser: Was war es nicht? In kaum einer Sportart, die in unserer Region vertreten ist, wurde wegen der Corona-Pandemie eine Runde zu Ende gespielt, der Meister gekürt oder die Absteiger ermittelt. Viele Entscheidungen wurden zu Hängepartien, die bei Redaktionsschluss zum Teil noch andauern.

Zum Beispiel die Fußballsaison 2019/2020, die mittlerweile eine Fußballsaison 2019/2021 geworden ist. Weil der Bayerische Fußball-Verband (BFV) letztlich als einziger deutscher Landesverband die Saison nicht annulliert, sondern gestreckt hat, dauert die Spielrunde bei den Aktiven vom Juli 2019 bis zum Mai 2021. Viele Vereine sind über diese Lösung alles andere als glücklich, weil die vielen in diesem Zeitraum möglichen personellen Veränderungen zu einer Wettbewerbsverzerrung führen können. Der ligahöchste Rieser Fußballverein, Bayernligist TSV 1861 Nördlingen, hat trotz alledem mit zuletzt zwei Siegen aufhorchen lassen. Zwar sind die Schützlinge des neuen Cheftrainers Daniel Kerscher nach wie vor Tabellenletzter der Gruppe Süd, haben aber nur noch sechs Punkte Rückstand auf einen Relegationsplatz. Im neuen Jahr sind für die Nördlinger noch acht Spieltage zu absolvieren. Als absoluter Flop erwies sich im Fußball-Lager der als Füllwettbewerb gedachte Ligapokal, bei dem mehr Spiele ausgefallen sind als stattgefunden haben. Unsere Prognose: Er wird im kommenden Jahr nicht zu Ende geführt.

Abgebrochen wurde Mitte März die Basketball-Bundesligasaison der Nördlinger XCYDE Angels und das zu einem Zeitpunkt, als das Team mit starken Leistungen bis auf Rang drei geklettert war. In der verspätet begonnenen neuen Spielzeit hatte das Team Ende November gerade mal drei Begegnungen absolviert, zwei weitere fielen wegen Corona-Fällen im eigenen Team oder beim Gegner aus. Nachdem der Terminplan ohnehin straff ist, verspricht das neue Jahr überaus stressig zu werden.

Weil die Frauenbasketball-Bundesliga als Profisport gilt, durfte im November und Dezember überhaupt gespielt werden, der Amateursport war in diesem Zeitraum komplett lahmgelegt. Auch dort wird jetzt der Termindruck immer größer: Im Tischtennis und Badminton hat man bereits verkürzte Runden im neuen Jahr angedacht, in anderen Sportarten wird noch überlegt, wie es weitergehen soll. Es sind Überlegungen, die maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Pandemie und daraus folgenden Entscheidungen der Politik abhängig sind. Prognose für 2021: Völlig offen bis hin zu einer Absage des Sportbetriebs bis ins Frühjahr!

Die zwei Lockdown-Phasen im März/April/Mai sowie im November/Dezember haben zu einem dramatischen Einbruch der Mitgliederzahlen geführt, beklagt der Bayerische Landessportverband (BLSV) in einer kürzlichen Pressemitteilung. Mit Stand Kalenderwoche 47/2020 sind insgesamt 4 512 309 Sportlerinnen und Sportler in den bayerischen Vereinen organisiert. Im Vergleich zum Vorjahr stelle dies einen Mitgliederrückgang von insgesamt 1,8 Prozent dar (Jahr 2019: 4 594 535 Mitglieder). Insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen sei bislang ein Rückgang von 4,3 bzw. 3,7 Prozent zu verzeichnen. Sollte die Schließung der Indoor-Sportanlagen verlängert werden, rechnet der BLSV zum Jahresende 2020 mit einem Rückgang von weit mehr als 100 000 Mitgliedern. Zusätzlich hätten bereits rund 65 000 Mitglieder ihre Kündigung in den bayerischen Sportvereinen für das kommende Jahr vorgemerkt, sodass diese ab Januar 2021 keine Vereinsmitglieder mehr sein werden. Der Mitgliederrückgang werde also zu Beginn des neuen Jahres noch höher ausfallen – Tendenz weiter steigend. Der Dachverband des bayerischen Sports kommt zu dem Schluss: „Diese Entwicklung ist nur durch eine einheitliche Kraftanstrengung des gesamten bayerischen Sports aufzuhalten.“

Wie immer die aussehen mag …


Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren