Newsticker
Söder: Müssen auf Dauer über "Sonderoptionen" für Geimpfte reden
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Ein Seilgarten für Steinhart

Familie

27.09.2016

Ein Seilgarten für Steinhart

Da sind die Hausaufgaben zügig erledigt, wenn so ein toller Seilgarten wartet: Eltern haben in Steinhart viel Eigeninitiative gezeigt, damit der Spielplatz neu gestaltet werden konnte.
Bild: Zuber

Weil Eltern und Kinder ihre Ideen selbst umgesetzt haben, ist der Spielplatz im Hainsfarther Ortsteil einzigartig geworden. Was sich die Initiatoren noch wünschen.

Mona Hertle ist sechs Jahre alt und seit Kurzem ein Schulkind. Ihre Hausaufgaben macht sie immer zügig, denn draußen wartet eine besondere Belohnung: In Steinhart gibt es einen neuen Spielplatz. In dem Seilgarten heißt es klettern, hangeln, balancieren und sich auf dem Baumstamm über den Graben vorwärts tasten. Vorsichtig setzt Mona einen Gummistiefel-Fuß vor den nächsten. Und mit einem Sprung ist sie auf der Wiese jenseits des kleinen Bachs. Dort wartet schon die Seilbahn auf die Erstklässlerin – auch nagelneu installiert.

Papa Markus „Angi“ Hertle, heute 43 Jahre alt, kann sich noch gut erinnern, als er ein Schulkind war. Auf der Wiese unterhalb der Burgruine und gleich neben dem Friedhof waren auch in den 80er-Jahren schon Spielgeräte aufgestellt. Vor 30 Jahren wurden die Spielgeräte letztmalig erneuert. Kürzlich mussten einige Geräte abgebaut werden, da sie morsch und gefährlich waren. „Da musste etwas geschehen“, sagt Hertle. Und das fanden auch viele andere Steinharter.

Als der Gemeinderat 15000 Euro für einen neuen Spielplatz in Steinhart genehmigte, konnten Angebote von namhaften Spielplatz-Herstellern eingeholt werden. Das Ergebnis war für die Initiatoren enttäuschend. Alle Angebote waren „von der Stange“. Dass der Platz am Hang lag und alte Bäume integriert werden konnten, interessierte niemanden und wurde bei den Vorschlägen der Profis nicht berücksichtigt. Da war klar, dass Eigeninitiative gefragt war.

Barbara Gutmann, erfahrene Erzieherin im Hainsfarther Kindergarten und Mama von drei Steinharter Buben, brachte die Waldpädagogik-Firma Hettich aus der Nähe von Schwäbisch Gmünd ins Gespräch. Der Hersteller setzt auf individuell gestaltete Spielplätze. Zusammen mit Matthias Fritzsche und Johannes Meyer hat Hertle dann das Projekt vorangetrieben. In einer Umfrage im Sommer 2015 sagten Kinder und Mütter, was sie sich wünschten. Favorit bei allen Altersstufen: die Seilbahn. Außerdem sollte ein Niedrig-Seilgarten mit verschiedenen Stationen entstehen. Waldpädagoge Hettich erarbeitete das Konzept, die Steinharter packten mit an und Schritt für Schritt entstand der Steinharter Niedrigseilgarten: Mehrere entrindete Robinien-Stämme sind im Kreis angeordnet und bilden das Grundgerüst. Sie ragen, so wie sie gewachsen sind, nach oben – also nicht senkrecht. Zwischen den einzelnen Stämmen wurden Netze, Seile, Griffe zum Hangeln oder eine Rolle zum Balancieren eingezogen. Auf dem gekiesten Platz gibt es auch eine Nestschaukel und daneben noch eine Rutsche und ein kleines Wipptier. „Ganz viele haben mitgeholfen, das war ein großes Gemeinschaftsprojekt“, sagt Hertle.

In der Tat ist der Platz ein Treffpunkt im Dorf. Hier wird auch seit einigen Jahren der Maibaum aufgestellt. Dass der Friedhof gleich nebenan ist, stört nicht. „Da gibt es keine Konflikte“, sagt Markus Hertle – im Gegenteil: auf dem Friedhof gibt es nämlich eine Toilette. Weil die Steinharter so viel selbst mitgearbeitet haben, ist das Budget noch nicht aufgebraucht. Erstklässlerin Mona und die anderen Kinder sind gespannt, was ihre Eltern noch bauen.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren