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18.09.2019

Ein Streifzug durch die Epochen

Das Luisa Hänsel Quintett spielte in Nördlingen (von links) Florian Rausch (Schlagzeug), David Soyza (Vibraphon), Luisa Hänsel (Gesang), Hannes Stegmeier (Gitarre), Felix Renner (Bass).
Bild: Friedrich Wörlen

Konzert Das Luisa-Hänsel-Quintett entführt die Zuhörer in Reimlingen in die Welt des Jazz. Vor allem ein Musiker zeigt, welche Möglichkeiten sein Instrument bietet

Reimlingen Die zweite Jahreshälfte des Nördlinger Kulturforums ist mit einem Konzert „aus der Region“ und zwar mit dem Luisa Hänsel Quintett gestartet. Das Multitalent aus Oberndorf, Klarinettistin, Dirigentin und Sängerin und ausgebildet in Rain am Lech, Nördlingen (Bigband-Klarinettistin am THG), Augsburg, Nürnberg und Würzburg trat zusammen mit seinen vier Instrumentalisten im Reimlinger Konzertstadl auf.

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Das Quintett mit Hänsel, David Soyza (Vibraphon), Hannes Stegmeier (Gitarre), Felix Renner (Bass) und Florian Rausch (Schlagzeug) entführte sein Publikum schnell in die Welt des Jazz, vornehmlich des Blues und Swing, der Verliebtheit, des Welt- und Trennungsschmerzes, der Verletztheit und der Nostalgie. Mit „Live alone and like it“ kam das Quintett zu einer Quintessenz, die manchem im Publikum ein bisschen zweifelhaft vorkommen konnte. Zur Aufmunterung kam allerdings „I can change“ als Zugabe.

Jedenfalls war der Streifzug durch die Epochen keinen einzigen Augenblick langweilig. Alle fünf Musiker sind Profis und beherrschen ihr Metier. Jedes Instrument hatte ausreichend Gelegenheit, solistisch zu brillieren, auch in abwechslungsreichen Teilbesetzungen. Hätte man nicht Angst, ungerecht zu wirken, würde man insbesondere die wunderbaren Soli des vielseitigen Felix Renner am Kontrabass hervorheben. Hannes Stegmeier, Gitarre, und Florian Rausch, Schlagzeug, waren ständig präsent, als zuverlässige, unverdrossene Rhythmusgeber, oder mit gut sitzenden, beeindruckenden Akzenten. Der instrumentale Hauptakteur war allerdings David Soyza am Vibraphon, der die Möglichkeiten seines Instruments eindrucksvoll demonstrierte. Vom Gewitterdonnern bis zum zarten Tropfenfall. Die Namensgeberin Luisa Hänsel genießt und demonstriert gern ihre Rolle als unbestrittene Chefin des Ganzen, und ihre Freunde lassen deutlich merken, dass sie gern mit ihr Musik machen. Ihre Stimme hat Volumen, ohne dass sie forcieren muss; im richtigen Moment kann sie auch flüstern oder hauchen (aber hörbar) – kurzum: ein Genuss für alle, die sie hören.

Luisa Hänsel ist kurz nach dem Konzert zur weiteren Ausbildung nach Brüssel gereist, denn Bachelor und Master in Klarinette sind für sie keine Endstation. Vielleicht war das Programm aus diesem Grund ein bisschen abschiedslastig. Der guten Laune, die trotzdem von dem ganzen Quintett ausging, konnte sich niemand im Publikum entziehen. Zum Glück konnte Luisa zum Abschluss mehrere regionale Auftritte im späteren Herbst ankündigen.

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