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Rosetti-Festtage

31.05.2017

Ein Weltstar spielt Mozart in Oettingen

Applaus für Robert Levin und das Stuttgarter Kammerorchester: Die Internationale Rosetti-Gesellschaft konnte den Weltstar von Mozarts Klaviermusik ins Residenzschloss nach Oettingen holen.
Bild: Ernst Mayer

Robert Levin interpretiert neben Rosetti auch Mozart im Oettinger Residenzschloss auf seine eigene Weise: Einfach nur schön spielen, sagt er, könne gefährlich sein.

beim Residenzkonzert im Schloss Oettingen, denn es war gelungen, mit Robert Levin einen Weltstar von Mozarts Klaviermusik aus den USA ins Ries zu holen. Bis dieser ausgesprochene Mozartspezialist zu W. A. Mozart kam, erwies er der Stadt Oettingen und der Rosetti-Gesellschaft seine Reverenz mit der „Sinfonie Nr. 37, B-Dur“ von Antonio Rosetti. Der Nördlinger Musiklehrer Helmut Scheck entdeckte die originale Partitur in der Oettingisch-Wallersteiner Notensammlung und bearbeitete sie zur Herausgabe im Jahr 2006. Das Stuttgarter Kammerorchester, das zu den besten seiner Art zählt, führte Levin mit präzisem Dirigat zu einer einzigartigen Interpretation, von der viele danach meinten, sie hätten Rosettis Sinfonie noch nie so lebendig und dynamisch gehört. Jede Instrumentengruppe ließ er eigene Akzente setzen, an Stellen, wo gestalterische Impulse besonders zur Geltung kamen.

„Mozart nur schön zu spielen, kann gefährlich sein“, meint Levin. Das betriffft genau das, was man schon bei Rosetti erlebt hatte, dass eine Musik nur lebendig bleibt, wenn man immer wieder etwas Neues daraus macht. So wie er sich mit sichtbarem Selbstbewusstsein zu Mozarts „Klavierkonzert F-Dur, KV 459“ an den Flügel setzte und voller Energie nicht nur den Klavierpart des Solisten spielte, sondern mit seinen Händen noch dazu das Orchester voll im Griff hatte. Die Musiker ließen sich das offensichtlich gerne gefallen, denn der Erfolg war ihnen sicher, indem sie sich voll auf sein Temperament und sein musikalisches Einfühlungsvermögen verließen.

Spannend war es, als der Meister zu einer Kadenz ansetzte, einer solistischen freie Improvisation, von der er selbst zu Beginn nicht wisse, was ihm alles dazu einfällt und wann das Orchester wieder einsetzen dürfte. Zu all dem erlaubte er sich mit Trillern und anderen Raffinessen das Spiel nach Gefallen zu garnieren, wie es Mozarts Art gewesen sei. Immer wieder hörte man Marschrhythmus heraus, was bei Mozart zunächst ungewöhnlich und dennoch verständlich ist, da es zur Krönung des Königs Leopold II. zum deutschen Kaiser in Frankfurt aufgeführt wurde, wobei auch Trompeten und Pauken eingesetzt wurden.

Das zweite Klavierkonzert „B-Dur, KV 456“ war dagegen ein „echter Mozart“, in dem Sinne, dass er mit klaviertechnischen Raffinessen den Geschmack des Konzertpublikums traf. Manche Melodien erinnerten an die Oper „Entführung aus dem Serail“ mit all den musikalischen Tugenden, denen Mozart seinen Ruhm verdankte. Für den Abschluss und zugleich für die Zugabe sorgte Levin mit Antonio Rosettis letztem Satz der anfänglich gespielten Sinfonie. Es sei zu Rosettis Zeiten üblich gewesen, mit dem Finalsatz den Konzertabend zu schließen. Nach lang anhaltendem Beifall ließ er sich nicht zu einer weiteren Zugabe bewegen. Es blieb bei diesem unvergesslichen Erlebnis.

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