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Rosetti-Festtage

29.05.2017

Ein exzellenter Auftritt auf der Kapfenburg

Paul Rivinius (Klavier), Mark Gothoni (Violine), Hartmut Rohde (Viola) und Peter Hörr (Violoncello) spielten Klavierquartette von Franz Xaver Mozart, Ludwig van Beethoven und Robert Schumann, und ein Klaviertrio von Rosetti.
Bild: Mayer

„Mozart Piano Quartet“ verwandelt Musikstücke in Kunstwerke

Das zweite Konzert der Rosetti-Festtage fand auf der Kapfenburg statt, im Zeichen der unmittelbaren Komponistennachfahren von Antonio Rosetti. Sehr selten erscheint Franz Xaver Mozart heute in den Programmen, was zeigt, dass dieser jüngste Sohn von Wolfgang Amadeus Mozart nicht nur zu seinen Lebzeiten, sondern bis heute im Schatten seines berühmten Vaters steht, an dem er sich zeitlebens vergebens verglich. So war es nicht verwunderlich, dass sein vom „Mozart Piano Quartet“ im Saal der Internationalen Musikschulakademie gespieltes „Klavierquartett g-Moll“, das er als Elfjähriger verfasst hat, Ähnlichkeiten mit Werken seines Vaters aufwies. Dessen Nähe war unüberhörbar, wenn auch Franz Xavers lyrische Begabung und die Auseinandersetzung mit der damals modernen aufdämmernden Musik der Barockepoche mit einflossen. Deutlich war dies vor allem im Andante-Satz mit den lyrischen Themen, geeignet für die solistischen Virtuositäten Ensembles. Das exzellente Klavierspiel von Paul Rivinius garantierte ein insgesamt kompaktes Zusammenspiel.

Im „Klavierquartett Es-Dur“ Ludwig van Beethovens wollte der vor allem in seinen Konzerten als Pianist glänzen. Das gab Paul Rivinius die Gelegenheit, sich ebenfalls mit virtuosen solistischen Passagen zu profilieren. Im zweiten Satz gewährte er auch den Streichern Raum, ihre individuellen Beiträge bis zum gemeinsam gestalteten Ende zu entfalten. Das Klavier trat auch im abschließenden Rondo mit brillantem Spiel hervor, in dem die Streicher in abgestimmtem Wechselspiel die Variationen des Rondothemas mitgestalteten.

Antonio Rosettis „Sonate B-Dur für ein Klaviertrio“ war nicht allzu schwer zu spielen, erfüllte aber offenbar die Ansprüche an eine gehobene Haus- bzw. Hofmusik, mit der sich die feudalen Hofgesellschaften bei Tafel und an Festen musikalisch vergnügten. Mit der Veröffentlichung von 17 solcher Sonaten war Rosetti sehr erfolgreich. Beliebt war der Beginn mit einer arienhaften Melodie, in diesem Fall vom Klavier präsentiert, die anschließend im Zusammenspiel mit den Streichern variierend verarbeitet wurde. Das eingängige, relativ einfach gestrickte Menuett könnte durchaus eine Anregung zu einem Tänzchen der Damen und Herren nach Tische gewesen sein, dem noch ein kurzes Rondeau folgte. Die Musiker verwandelten dieses Stück absolut meisterhaft in ein vergnügliches Kunstwerk.

Im Jahr 1842 komponierte Robert Schumann sein „Klavierquartett in Es-Dur“. Irgendwie typisch für ihn begann es in träumerischer Stimmung, die mit einem kräftigen Impuls kurzfristig verdrängt wurde und danach in wunderbarem Pianissimo wieder zurückkehrte. Dem folgte im zweiten Satz ein gespenstisch mit schnellen Läufen dahinhuschendes Scherzo, das mit einer zauberhaften Cellomelodie die Ruhe zurückbrachte, in der auch die anderen Instrumentalisten ihre Emotionen einbringen konnten, die als ein Quartett der Spitzenklasse mit einem furiosen Rondo ihren Auftritt krönten. Mit einem „Ständchen“ von Richard Strauss erhielt das Publikum den Dank für den Applaus.

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