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Einweihung

09.09.2018

Ein neues Dorfzentrum für Schmähingen

Anton Ziegelbauer bei der Schlüsselübergabe „etwas größer, damit er nicht verloren geht“ an Gerhard Oswald.
Bild: Peter Urban

Rund 1,5 Millionen Euro wurden in die Sanierung und den Umbau investiert. Oberbürgermeister Hermann Faul spricht von einer „neuen Epoche“.

Im neuen Bürgersaal, wie die zukünftige Schießstätte der Albuchschützen Schmähingen auch genutzt werden kann, fand am Samstagabend die Einweihung des neuen Dorfzentrums „Alte Schule“ statt. Oberbürgermeister Hermann Faul sprach in seinen Grußworten von einem „ortsprägenden Ensemble“. Außerdem sei eine neue Epoche im Dorfleben Schmähingens angebrochen, abgekoppelt vom Wirtshaus Hubel. Dennoch sei es gelungen, das Alte zu erhalten und Neues zu schaffen. Auch alle Nachredner des Oberbürgermeisters waren voll des Lobes über die gelungene Dorfvitalisierung. Der Vorsitzende des Fördervereins, Gerhard Oswald, hob vor allem die Eigenleistung, knapp 6000 Arbeitsstunden, aller Ehrenamtlichen hervor, die sich beim Bau eingebracht hatten. Praktisch „runderneuert“ sei die alte Schule, stellte Anton Ziegelbauer als bauausführender Architekt fest. Der in Eigenregie von den Albuchschützen durchgeführte Anbau schließe das Areal harmonisch ab, sagt er. 690000 Euro hat die Stadt Nördlingen in Sanierung und Umbau gesteckt. Unterstützt wurden die Dorferneuerungsmaßnahmen durch das Amt für ländliche Entwicklung Schwaben mit einem Zuschuss von 210000 Euro. Die Albuchschützen hatten eine Investition von rund 500000 Euro zu schultern, abgefedert durch einen Sportstätten-Zuschuss des Freistaates Bayern von 120000 Euro, sowie diversen Zuschussleistungen der Stadt Nördlingen in einer Größenordnung von 150000 Euro. Dennoch waren viel Schweiß und reichlich Spenden von Firmen und Gönnern vonnöten, damit diese gelungene Dorfvitalisierung gefeiert werden konnte. Auch Gauschützenmeister Richard Pfaller war gekommen, um eine für den Anlass gefertigte Schützenscheibe zu übergeben und dem Verein immer einen Ring mehr als die Gegner zu wünschen. Ortssprecher Heinrich Burger plauderte dann in seiner unnachahmlichen Rieser Art aus dem Nähkästchen, indem er unter anderem sein vertrauliches Gespräch mit Pfarrer Imrich preisgab, der ihm irgendwann „drei Meter von seim Grund abgäba hot“, damit das Gebäude noch etwas mehr Platz bekomme. Und noch ein besonderes Detail hat das Schmähinger Bürgerzentrum anzubieten: eine Vitrine mit ausgesuchten Fundstücken aus der Kirchberghöhle. Über 40000 Jahre Geschichte rund um Schmähingen, dokumentiert unter anderem anhand von Knochen- und Zahnfunden von Mammuts, Nashörnern, Wildpferden und Hyänen. Eberhard Hetzel, der sich um die Ausgrabungen und die Sicherung verdient gemacht hat, stellte in einem kurzen Abriss die Bedeutung der Funde dar und erwähnte, dass er mit seinen Funden nachweisen konnte, dass schon in der Steinzeit Menschen in unmittelbarer Nähe gelebt haben. Ob das neue Dorfzentrum in tausenden von Jahren ebenfalls so enthusiastisch hervorgehoben wird wie diese Funde, sei dahingestellt. Im Moment stellt es allerdings einen schmucken Meilenstein dar, zu dem Schmähingen nur beglückwünscht werden kann.

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