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St. Barbara

08.01.2013

Eindrucksvolle Stücke, strahlende Stimmen

Beim Konzert in der Kirche St. Barbara in Harburg (von links): Andrea Meggle beim Dirigieren, Angela Hofgärtner (Alt), Vorsitzende des Lehrerchors Petra Wirth (oben), Martin Koppold (Cello), Michaela Zeitz (Sopran), Julia Tiedje (Mezzosopran), Stephan Dollansky (Tenor), Luitpold Braun (Bariton).
Bild: eh

Vier Chöre, Instrumentalisten und Gesangssolisten gestalten ein gefühlvolles Konzert in Harburg

Harburg Ein kirchenmusikalisches Erlebnis hatten die Besucher der letzten Veranstaltung zum 400-Jahr-Jubiläum der Stadtkirche St. Barbara in Harburg: Vier Chöre hatten sich, organisiert vom Lehrerchor Donau-Ries, zu einem Nach-Weihnachts-Konzert, begleitet von Instrumentalisten und Gesangssolisten zusammengefunden.

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Eingestimmt wurden die Zuhörer durch den Lehrerchor mit dem englischen National-Weihnachtslied „Hark! The herald angels sing“ nach dem Satz von Mendelssohn-Bartholdy. Nach der Begrüßung durch Kirchenvorstandsmitglied Dr. Gras erklang unter Dirigentin Andrea Meggle das schwedische Weihnachtslied „Jul, Jul“.

Die festliche Stimmung wurde vertieft durch Sigrid Hopperdietzel aus Nürnberg mit einem Harfenstück. Der Kirchenchor Harburg, verstärkt durch die Harburger Nachtwächter, sang unter Leitung von Andrea Eisele den Choral „Nun freut euch ihr Christen“. Danach führte er den Chorsatz „Transeamus“ aus Schlesien auf. Die Orgel, gespielt von Gudrun Kosok, nahm dabei eine tragende Rolle ein. Vor allem das „Gloria“ in diesem Stück beeindruckte.

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Unter der Begleitung des gut aufeinander eingespielten Streicherensembles, – Pamela Rachel (1. Violine), Cedrik Kirst (2. Violine), Barbara Koppold (Viola) und Martin Koppold (Cello) – bot die Sopranistin Michaela Zeitz einen alten Hymnus zum Fronleichnamsfest von Papst Urban IV. aus dem Jahr 1264: Panis Angelicus – Engelsbrot. Mit kraftvoller Stimme führte sie mit diesem Satz ein in die Musikwelt von Camille Saint-Saens (1835– 1921), dem großen, romantischen Komponisten, Organisten und Musikwissenschaftler aus Paris.

Wiederum in die englische Weihnachtsliedtradition führte der Lehrerchor mit dem fröhlichen „God rest you, merry gentlemen“ – Gott mache euch stark –, bei dem die Männerstimmen die Melodie der Frauen heiter untermalten. Danach erklang, gekonnt begleitet durch Pamela Putz an der Orgel, das „Christmas Lullaby“. Es stammt von dem heute wohl populärsten, noch lebenden englischen Kirchenmusik-Komponisten John Rutter.

Der Harburger Gitarrenchor unter Leitung von Beate Wiedemann schloss sich an mit drei Stücken, die sicher und in guter Artikulation vorgetragen wurden: Dem stimmungsvollen Kanon „In dieser Nacht“, dem spirituell ergreifenden „Es wird nicht immer dunkel sein“ und der von Schlagwerk und Flöte zart begleiteten französischen Weise „Noel“.

Mucksmäuschenstill war es in der voll besetzten Kirche, als Sigrid Hopperdietzel mit der Harfe himmlische Klänge ertönen ließ, perlend und fast überirdisch, komponiert von dem neuzeitlichen, englischen Komponisten Benjamin Britten (1913–1976). Zusammen mit dem Streichertrio trugen die Solistinnen Michaela Zeitz (Sopran) und Julia Tiedtje (Mezzosopran) engagiert das „Laudamus te“ von Antonio Vivaldi (1678–1741) aus dem „Gloria“ seiner Messe in D-Dur vor.

Nun folgte der Höhepunkt des Abends: Camille Saint-Saens’ Weihnachtsoratorium. Er hatte es innerhalb von zwölf Tagen in der Adventszeit komponiert und am 1. Weihnachtsfeiertag 1858 uraufgeführt in seiner Pariser Kirche „La Madeleine“, an der er fast 20 Jahre als Organist wirkte. In zehn Teilen vertonte er in lateinischer Sprache die selbst zusammengestellten biblischen Texte aus der Weihnachtsliturgie der katholischen Kirche. Es ist ein insgesamt sehr eingängiges und romantisch-gefühlvolles Werk. In der Einleitung schwebten die Orgeltöne engelszart über den kraftvoll die Weihnachtsbotschaft darstellenden Streichern. In Rezitativform wurde im zweiten Teil die Weihnachtsgeschichte vorgetragen: Mit sicherer Stimme sang Stephan Dolansky seinen Tenorpart. Angela Hofgärtner brachte ihren Alt mit tragender Stimme ein, Michaela Zeitz ihren Sopran hell und jubelnd, Luitpold Braun seinen Bariton wohltuend klar und füllig. Kräftig und ausdrucksvoll verkündeten Lehrerchor und Riedlinger Kirchenchor mit ihrem „Gloria“ die Frohbotschaft der Engel. Klangvoll, mit klarer, heller Stimme interpretierte Julia Tiedje (Mezzosopran) die Arie „Expectans“. Ausdrucksstark sang der Frauenchor im Wechsel mit dem liturgisch gemessen agierenden Tenorsolisten das „Domine, ego credidi“.

Das „Benedictus“ aus Psalm 118 und das Trio „Tecum principium“ aus Psalm 110 waren wohl die am eindringlichsten und schönsten vorgetragenen Solistenstücke. Zum zarten Harfenklang und der fein untermalenden Orgel (Pamela Putz) spielten sich die strahlende Sopranstimme von Michaela Zeitz und der klare, sehr dichte Bariton von Luitpold Braun zusammen mit dem Tenor Stephan Dollansky ihre Parts einander zu. Sicher und den Intentionen ihrer Dirigentin Andrea Meggle folgend sangen die beiden Chöre das gewaltige „Quare fremuerunt“, das in einem zart gesungenen „Gloria Patri“ endete. Zum strahlenden Finale geriet das „Tollite hostias“ – Bringet Geschenke – , das denn auch die Zugabe für das begeistert applaudierende Publikum wurde.

In seinen Dankesworten hob Dr. Gras vor allem die sichere, einfühlsame und kraftvolle Gesamtleitung von Andrea Meggle hervor. Sie drückte die Gefühle der Zuhörer aus. Gedankt wurde auch den Sponsoren des Konzerts. (eh)

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