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12.06.2009

Eine Botschaft gegen Vorurteile

Nördlingen (ala) - Über 700 Schüler der Hauptschule Nördlingen und der Volksschule Mönchsdeggingen erlebten bei insgesamt drei Auftritten im Klösterle und der Turnhalle Mönchsdeggingen ein geniales Konzert, das es in dieser Form im Landkreis Donau-Ries noch nicht gegeben hatte: Die international besetzte Band RhythmXing (Rhythm Crossing), geleitet von dem Österreicher Richard Filz, war auf Anregung von Anna Stöcklein zu diesem außergewöhnlichen Event ins Ries gekommen und hielt jeweils 90 Minuten lang die Schüler in ihrem Bann.

Die Bühne ist leer. Schlagzeugsound von irgendwoher. Ratloses Umhersuchen von über 200 gespannten Schüleraugenpaaren. Jetzt betritt Richard Filz den Saal und Sekunden später ist jedem Schüler klar, dass er selbst Teil eines riesigen Schlagzeugs ist, auf dem der Percussionist pantomimisch spielt. Den Sound erzeugt der versierte Geräuschekünstler und Beatboxer allein mit Lippen- und Mundgeräuschen, die, vom Mikrofon verstärkt, wie ein echtes Schlagzeug klingen.

Die Kinder lassen sich begeistert mitreißen und folgen den Warming-up-Anweisungen von Richard Filz, dem Kopf der Gruppe RhythmXing, deren Mitglieder nun nach-einander die Bühne betreten: Fernando Paiva, Schlagzeuger aus Brasilien, Mamadou Diabate, bester Balaphonspieler (eine Art Xylophon) aus Burkina Faso (Afrika), Herwig Stieger, Conga- und Darabukka-Drummer aus Oberösterreich und die hübsche, stimmgewaltige Kubanerin Milagros Piñera, einziges weibliches Bandmitglied und "Cuba's hottest voice in town". Ihre Stärken sind die Bongos, die Gitarre und eben der Gesang.

Schlagzeugtalent und Bauchtanz

Eine Botschaft gegen Vorurteile

Da staunen die Zuschauer, als plötzlich Tobias aus der 8. Klasse auf der Bühne steht und beatboxt, Veysel seine Schlagzeugtalente vorstellt, Gökhan einen Bauchtanz aufs Parkett legt und vier weitere Schüler mit Fernando auf "Caxixi" und anderen Rhythmusinstrumenten spielen und durch den Saal Unfug treibend die Stimmung aufheizen.

Richard Filz versteht es die ganze Zeit über geschickt, die Konzentration und Aufmerksamkeit der Schüler an sich zu fesseln und immer wieder Mädchen und Buben aus dem Publikum in seine Show aktiv einzubinden.

Das ganze Publikum agiert mit Händen, Füßen und Gesang zu den komplexen Rhythmen und Klängen, die von den fünf Musikern erzeugt werden. Mal tobt der Saal und ist im nächsten Moment mucksmäuschenstill.

Zum Schluss des Konzertes bietet die Gruppe RhythmXing allen Schülern noch die Möglichkeit, mit der Band ins Gespräch zu kommen. Auf die Frage "Wie lange spielt ihr schon zusammen?", wird wahrheitsgetreu geantwortet: "Seit etwa 80 Minuten", denn für Gerhard Reiter, der die Tournee krankheitshalber absagen musste, sprang kurzfristig Herwig Stieger aus Oberösterreich ein, der sein Debüt mit dieser Band glänzend meisterte. Im Dialog mit den Künstlern erfahren die neugierigen Schüler nicht nur, wie teuer Milagros Hose war, sondern vor allem auch, wie die Gruppe entstanden ist.

Die wichtigste Botschaft dieses Multikultikonzerts ist: Zeichen zu setzen gegen rassistische Vorurteile. Und das ist dieser Band gelungen. So wird in Nördlingen die kubanische Sängerin von einem Schüler in seiner Muttersprache gefragt, ob sie spanisch spreche und Milagros antwortet ihm - ebenfalls in ihrer Muttersprache. Der Funke springt über. Der Schwarzafrikaner Mamadou Diabate spielt sich besonders im Nördlinger Klösterle in die Herzen seiner neu gewonnenen Fans. Laut wird im Chor immer wieder begeistert "Mamadou" gerufen.

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