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Hohenaltheim

19.07.2019

Einen Tag nach der Mondlandung heiratete das Fürstenpaar

Lioba Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und Moritz Fürst zu Oettingen Wallerstein werden von Jesuitenpater Franz zu Löwenstein SJ getraut.

Einen Tag nach der Mondlandung heirateten Lioba Fürstin und Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein. Sie sagt, ein besseres Programm hätte es nicht geben können.

Wohl kaum jemand bringt mit der Mondlandung so viel Persönliches in Einklang wie Lioba Fürstin und Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein: Sie heirateten am 22. Juli 1969, also am Tag, nachdem der erste Mensch den Mond betreten hatte. Das zeitliche Zusammentreffen war keinesfalls so geplant, die Vorbereitungen der Hochzeit dauerten über ein halbes Jahr; da zeichnete sich das Datum der Mondlandung längst noch nicht ab. Genau heute vor fünfzig Jahren feierte man mit 250 Gästen Brautsoiree, also Polterabend, im Landkreis Miltenberg auf Schloss Kleinheubach, dem Stammsitz der Brautfamilie. Der Tag darauf, der 21. Juli, war eine Art Überbrückungstag, den man mit rund 60 Hochzeitsgästen, die zum Teil von weither angereist waren, gemütlich in einem Gasthaus in Wertheim verbrachte.

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Ab 3.54 Uhr morgens schickte die Kamera an der Raumfähre die ersten Bilder zur Erde, zwei Minuten später betrat Neil Armstrong den Mond; die Aufnahmen wurden an diesem Tag pausenlos wiederholt und in die ganze Welt ausgestrahlt. Bis 18.45 Uhr stand die Mondfähre „Adler“ auf dem Mondtrabanten und Millionen Menschen verfolgten live mit, wie sich die Astronauten in Zeitlupen-Sprüngen auf der Mondoberfläche bewegten.

„Es hätte kein besseres Programm geben können“

Da brauchte sich an diesem Überbrückungstag zwischen Brautsoiree und Trauung niemand groß um Unterhaltung bemühen: „Wir saßen allesamt vor dem einzigen kleinen Fernseher und verfolgten gebannt alles mit“, sagt zu Oettingen-Wallerstein. „Ich habe gesagt, dass wir uns später gut daran zurück erinnern werden. Jetzt ist es so weit.“ Seine Frau ergänzt: „Das war überhaupt nicht geplant, aber es hätte kein besseres Programm geben können.“

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Der folgende Tag stand ganz und gar im Zeichen der Trauungszeremonie auf Schloss Bronnbach ob der Tauber, ebenfalls ein Sitz der Brautfamilie. Die Trauung in der Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters Bronnbach vollzog der Onkel der Braut, Jesuitenpater Franz zu Löwenstein SJ. Als „großartigen Seelsorger und besonders reizenden Menschen“ hat ihn Lioba zu Oettingen-Wallerstein heute noch genau in Erinnerung. Dem Brautpaar, 22 und 23 Jahre alt, standen vier Trauzeugen zur Seite: Albrecht Herzog von Bayern und Alois Konstantin Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg vonseiten der Braut sowie Alfred Graf Schenk von Stauffenberg und Wolfgang Prinz zu Oettingen-Wallerstein aus der Familie des Bräutigams. Danach gab es einen Empfang im Garten und ein Festessen im riesigen Barocksaal des Klosters.

Der Ablauf des Tages wurde schlicht gehalten

Alles war malerisch schön, eine ganze Kinderschar trug die Schleppe der Braut und die adeligen Gäste waren an Eleganz nicht zu übertreffen – doch der Ablauf des Tages war bewusst schlicht gehalten, damit später in der Erinnerung keine spektakulären Nebensächlichkeiten vom Wesentlichen ablenken. „Die Ehe ist ein Juwel und ein Sakrament“, sagt die bekanntermaßen tief gläubige Lioba zu Oettingen-Wallerstein, „das war die Hauptsache, die alle tief empfunden haben. Dazu war kein weiterer spektakulärer Rahmen mehr notwendig.“ Das Hochzeitsbild sagt in mehr als tausend Worten, wie ehrfürchtig und konzentriert die Stimmung bei der Zeremonie war.

Am Samstag, 3. August, wird anlässlich der Goldenen Hochzeit in der Schlosskapelle St. Hubertus und St. Karl Borromäus in Hohenaltheim eine Heilige Messe abgehalten. „Wir sind dankbar, nach all den Jahren noch gesund im Kreise mit Familie und Enkeln feiern zu können“, ist dabei die wesentliche Empfindung der Fürstin. An dieser Stelle wird sich am Sonntag ein Kreis schließen: Wurde das Paar vom Onkel der Braut getraut, zelebriert die Messe zur Goldenen Hochzeit der Neffe der damaligen Braut, Pater Paul Habsburg LC zusammen mit dem Geistlichen Rat Jürgen Eichler und Pater John Elavinakuzhiyil OIC.

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