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Interview

10.02.2015

„Einfach auf den Bauch hören“

Dominik Herzog über die Kunst, die Menschen zum Lachen zu bringen

Wie die „offene Bühne“ in Nördlingen funktionieren soll und wer dazu eingeladen ist, beantwortet Dominik Herzog im Interview. Er macht auch Neulingen Mut, einfach mal auf ihren Bauch zu hören und vor Publikum herauszufinden, was lustig ist und ankommt.

Was ist eine offene Unterhaltungsbühne?

Herzog: Was wir bieten, ist eine Bühne, die grundsätzlich jedermann offen steht. Das Publikum soll und darf erwarten, dass es unterhaltsam wird. Das ist aber auch die einzige Voraussetzung, die an die Künstler und solche, die es werden wollen, gestellt wird.

Wer kann teilnehmen?

Herzog: Für die Premiere am 13. Mai haben wir schon einige Interessenten, die teilweise auch schon über Bühnenerfahrung verfügen. Das schadet natürlich keineswegs. Wir wollen aber ausdrücklich auch absoluten Neulingen die Möglichkeit geben, sich einmal auf der Bühne auszuprobieren. Deswegen sind wir explizit auf der Suche nach Bühneneulingen.

Was könnten Teilnehmer präsentieren?

Herzog: Der künstlerischen Freiheit sind keine Grenzen gesetzt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es oft am besten ist, einfach auf den Bauch zu hören und nicht zu lange darüber nachzudenken, was denn nun witzig sein könnte oder nicht. Ob es witzig ist, wird man ohnehin nur vor Publikum herausfinden.

Gibt es solche Bühnen auch anderswo?

Herzog: Offene Bühnen gibt es in ganz Deutschland, die meisten davon allerdings eher in Ballungszentren. Viele davon sind in der Gegend in und um Köln. Im Süden sind sie dagegen eher rar. Ursprünglich kommt die Idee aus den USA, dort sind „Open Mics“ ein wichtiger Bestandteil der amerikanischen Stand-Up-Kultur.

Wie kam Ihnen der Gedanke, in Nördlingen so etwas aufzuziehen?

Herzog: Wer ein Publikum unterhalten will, muss sich ausprobieren und so viele Erfahrungen wie möglich sammeln. Und dafür braucht es die entsprechende Plattform. Da es so etwas in Nördlingen bislang nicht gab, und ich selbst ohnehin viel zu selten in meiner Heimatstadt bin, dachte ich mir, es wäre doch eine hervorragende Gelegenheit, das eine mit dem anderen zu verbinden. Und die Zweitverwertung für die Talente ist auch schon sichergestellt: Das Dramatische Ensemble ist ja ständig auf der Suche nach talentiertem Nachwuchs.

Kann jeder Comedy?

Herzog: Ein gewisses Talent gehört wahrscheinlich schon dazu, aber vor allem muss man einfach Erfahrung vor Publikum sammeln. Comedy ist Technik und die Technik kann sich grundsätzlich jeder durch Fleiß erarbeiten.

Es heißt, die Menschen zum Lachen zu bringen, gehöre zum Schwierigsten überhaupt. Stimmt das?

Herzog: Wenn man sich auf die Stirn schreibt „Ich bringe euch zum Lachen“, dann hat das Publikum einen gewissen Anspruch. Zu Recht. Und den in dieser Situation zu erfüllen, ist deutlich schwerer, als sein privates Umfeld zum Lachen zu bringen. Aber es zwingt einen ja keiner. (pm)

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