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Nördlingen

12.02.2020

Energie aus Stroh, Mist und Feldresten: Am TCW entsteht neue Firma

Technische Lösungen für Betreiber von Biogasanlagen bietet die BioG Biogas GmbH mit Sitz im TCW in Nördlingen.
Bild: Helmut Bissinger

Plus Das Nördlinger Unternehmen Meba Biogas und die österreichische Firma BioG gehen gemeinsame Wege. Diese Großprojekte plant der Zusammenschluss.

Das Nördlinger Unternehmen Meba Biogas GmbH und die BioG GmbH mit Sitz im österreichischen Utzenaich gehen künftig gemeinsame Wege. Die beiden Firmen haben ein Joint Venture gegründet – die BioG Biogas GmbH mit Sitz im Technologie Centrum Westbayern in Nördlingen.

Es geht um die Sicherheit der Anlagen

Der Zusammenschluss ist einer Pressemitteilung zufolge gegründet worden, um noch erfolgreicher arbeiten zu können. Die gemeinsam angebotenen technischen Lösungen sollen dem Betreiber die Sicherheit einer funktionierenden Anlage geben und ermöglichen einen geschlossenen Biokreislauf. Weiter heißt es, dass eine nachhaltige Energiegewinnung aus Stroh, Mist, Gülle, Feldresten und Biomüll möglich sei und somit keine Konkurrenz zu Lebensmitteln bestehe.

Die getrockneten Gärreste sollen als Dünger, Heizmaterial oder Torfersatz eingesetzt werden. Ein Drittel des Strohs verrotte in Deutschland nach wie vor auf dem Feld. Würde das ungenutzte Stroh richtig einsetzt, könnten Millionen Menschen in Deutschland ihre leicht modifizierten Autos mit Biomethan betreiben. Die Stadt Augsburg mache mit ihren Bussen vor, wie man mit Biomethan klimaneutral fahren könne.

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Aktuell sind in den Niederlanden Anlagen geplant, um Biogas im großen Stil in Erdgasqualität zum Kochen, Heizen und Autofahren aufzubereiten, gibt das neu zusammengeschlossene Unternehmen bekannt. Freikommendes CO2 werde für Gewächshäuser eingesetzt und die Nährstoffe vom Acker stünden den Landwirten in konzentrierter Form wieder zur Verfügung. Sogar reines Wasser könne aus den tierischen Reststoffen zurückgewonnen werden.

Unternehmen arbeitet auch auf den Philippinen

Auf den Philippinen arbeitet das Unternehmen an zwei Großprojekten, um Ananasreststoffe zu zerfasern, damit Gas in zwei Fruchtverarbeitungsfabriken für warmes Wasser und Strom eingesetzt werden kann. In der Nähe von München wird auf einem Reiterhof aus Pferdemist Strom und Wärme gewonnen. Die Uni in Mexico City soll Interesse daran zeigen, wie das Bioabfallproblem vor Ort besser gelöst werden könne.

Die Firmenhistorie von Meba Biogas geht auf die Meba Metallbau Bachmann zurück, die 1979 in Balgheim von Karl-Heinz Bachmann und dessen Vater gegründet worden ist. In 40 Jahren habe sich das Unternehmen von einem Metallbau-Unternehmen zu einem Spezialisten im Bereich Recycling und Aufbereitung von organischen Reststoffen, insbesondere für Biogas, entwickelt.

Leo von Bree stieg 2018 mit ein

2018 stieg Leo van Bree für den internationalen Vertrieb mit ins Unternehmen ein und wurde 2019 zweiter Geschäftsführer und Mitgesellschafter.

Aus dem Portfolio der Firma Bhs-Sonthofen wurde gemeinsam der Biogrinder zum Zerfasern von Biomasse weiterentwickelt, um eine schnellere und bessere Vergärung zu ermöglichen. Für den Biogrinder hat Meba einen Exklusivvertrag mit Bhs-Sonthofen und verkauft das Aufbereitungsgerät eigenen Angaben zufolge nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern weltweit.

Karl-Heinz Bachmann (von links), Josef Höckner und Leo van Bree bei der Unterschrift vom neuen Joint-Venture, BioG Biogas GmbH. 

Bachmann und van Bree kennen sich mehr als 25 Jahre. Als sie 2018 gemeinsam Biogasanlagen von Landwirten und die Biogasversuchsanlage der Uni Hohenheim besuchten, soll bei van Bree die Begeisterung darüber geweckt worden sein, wie man einen CO2-neutralen Energieträger nutzbar machen kann, der in sehr großen Mengen zur Verfügung steht und einen idealen Nährstoff- und Umweltkreislauf darstellt.

Seit 2005 arbeitet Meba mit BioG in Österreich erfolgreich zusammen, um Komplettlösungen für Maisstroh, Getreidestroh, Rapsstroh, Landschaftspflegematerial, Pferdemist, Rindermist anbieten zu können. Seit 2004 betreibt BioG Österreich eine eigene 500 kW Biomethananlage, mit der die notwendige Technik für diese Reststoffe vor Ort erprobt werden kann, um das Verfahren ständig zu verbessern. BioG entwickelt, produziert, steuert, montiert und überwacht die kompletten Anlagen weltweit. (pm)

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