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Gesellschaft

17.11.2017

Engagement zahlt sich aus

Eine Ehrenamtskarte will der Landkreis Donau-Ries einführen. Wer sich freiwillig und unentgeltlich engagiert, soll sie bekommen – und dann von Vergünstigungen, beispielsweise im Einzelhandel, profitieren. Auf unserem Bild ist die Ehrenamtskarte des Landkreises Landsberg am Lech zu sehen.
Bild: Leitenstorfer

Im Landkreis wird ab kommendem Frühjahr eine Ehrenamtskarte ausgegeben. Die Besitzer sollen auch im Einzelhandel Vergünstigungen bekommen.

In vielen Dingen ist der Landkreis Donau-Ries bayernweit führend. Allerdings nicht bei der Einführung der Ehrenamtskarte, mit der ehrenamtlich Tätige für ihr vielfältiges Engagement in Organisationen und Vereinen mit verschiedenen Vergünstigungen belohnt werden sollen. Lange hat sich der Kreis damit Zeit gelassen, nicht zuletzt aus Sorge, zu wenig Akzeptanzstellen zu finden. Nachdem es aber immer wieder entsprechende Anfragen gab und andere Landkreise von guten Erfahrungen berichtet hatten, ließen sich die politischen Gremien letztlich doch dazu bewegen, die Karte Anfang kommenden Jahres einzuführen.

Gestern hat sich die neue Ehrenamtsbeauftragte Karin Brechenmacher im Kreisausschuss vorgestellt und gleich viel Optimismus verbreitet. Sie zeigte sich davon überzeugt, dass sich das Projekt positiv entwickeln werde. Schließlich gebe es im Donau-Ries-Kreis rund 50000 Ehrenamtliche, was ein großes Potenzial darstelle. Gleichzeitig werde sie am Landratsamt ein Koordinierungszentrum „Bürgerschaftliches Ehrenamt“ aufbauen, das künftig eine Anlaufstelle für alle Ehrenamtlichen sein soll. Darüber hinaus will Brechenmacher Fortbildungen anbieten und ein Vereinsnetzwerk schaffen.

Ab Ende Dezember kann die Ehrenamtskarte im Internet unter www.donauries.bayern/ehrenamt beantragt werden. Das Konzept sieht unter anderem ermäßigte Tickets für Schwimmbäder, staatliche Museen oder Schlösser vor und im regionalen Bereich Vergünstigungen in Gaststätten oder im Einzelhandel. Die Voraussetzungen für die Beantragung einer blauen Karte (Gültigkeit drei Jahre): Mindestalter 16 Jahre, freiwilliges unentgeltliches Engagement von durchschnittlich fünf Stunden pro Woche oder bei Projektarbeiten mindestens 250 Stunden jährlich. Die Inhaber einer Jugendleiterkarte (Juleica) erhalten auf Wunsch ohne Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen eine Karte. Gleiches gilt für aktive Feuerwehrleute mit abgeschlossener Truppmannausbildung sowie aktive Einsatzkräfte im Katastrophenschutz und Rettungsdienst mit abgeschlossener Grundausbildung.

Inhaber des Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten sowie Feuerwehrdienstleistende und Einsatzkräfte im Katastrophenschutz und Rettungsdienst, die das Feuerwehrehrenzeichen des Freistaats Bayern oder die Auszeichnung des Innenministeriums für 25-jährige oder 40-jährige aktive Dienstzeit haben, bekommen eine unbegrenzt gültige goldene Ehrenamtskarte.

Derzeit ist die Karin Brechenmacher dabei, Akzeptanzstellen im gesamten Landkreis zu finden. Rund 3200 Stellen hat sie hierzu angeschrieben, in der Hoffnung auf möglichst viele positive Rückmeldungen. Die ersten Karten will sie dann im Februar oder März ausgeben. Geplant ist zudem ein Flyer mit allen wichtigen Informationen rund um die Ehrenamtskarte und einer Auflistung aller Akzeptanzstellen.

Bei den Fraktionen stieß das Projekt auf breite Zustimmung. Alle hoben die große Bedeutung des Ehrenamtes für eine funktionierende Gesellschaft hervor. Landrat Stefan Rößle sagte, das Vorhaben stehe und falle mit der Ehrenamtsbeauftragten. Er traue Karin Brechenmacher diese Aufgabe uneingeschränkt zu.

Regionalmanager Klemens Heininger, der die Einführung der Ehrenamtskarte koordiniert hatte, wies auf die staatliche Förderung hin, die auf drei Jahre angelegt sei und 36000 Euro betrage. Hinzu komme ein einmaliger Zuschuss von 5000 Euro für die Einführung der Ehrenamtskarte.

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