Nördlingen „Der Erreger ist da und der bleibt uns. Wir müssen lernen, uns auf EHEC einzustellen. Das ist meine volle Überzeugung.“ Das ist die Aussage von Gesundheitsamtsleiter Dr. Rainer Mainka. Nur eine Impfung könne helfen, die sei aber noch nicht in Sicht.
Gestern wurde der achte und am späten Nachmittag der neunte Fall einer EHEC-Erkrankung im Landkreis bestätigt. Bei einem weiteren Patienten besteht der Verdacht, hier wird aber noch auf das Untersuchungsergebnis gewartet. Nach Angaben des Gesundheitsamtes ist der Zustand stabil, die Erkrankungen verliefen komplikationslos. Welche genauen Erregertypen im Landkreis verbreitet sind, ist noch nicht klar. Der Erreger produziert das Gift STX. Dieses wird unterteilt in STX I und STX II.
In Norddeutschland ist vor allem STX II verbreitet, genauer gesagt die Untergruppierung O104:H4. Im Landkreis infizierten sich vier Personen mit Typ I und vier mit Typ II. Die genauen Untertypen müssen noch bestimmt werden. Erst dann kann endgültig geklärt werden, ob es sich um denselben Erreger wie in Norddeutschland handelt oder nicht, informiert Gesundheitsamtsleiter Mainka. Das Ergebnis der Analyse werde gegen Ende dieser Woche erwartet. Für Mainka spielt das allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Alle Erregertypen könnten zu HUS führen, also zu einem besonders schweren Verlauf der Krankheit.
Impfung nicht absehbar
Ohne Impfung sei EHEC nicht in den Griff zu bekommen, schließlich gebe es das Problem seit über zehn Jahren. Eine Impfung sei aber in absehbarer Zeit nicht vorstellbar, da der Erreger zu schnell seine Oberfläche verändere.
Dr. Rainer Mainka glaubt, dass es im Landkreis Donau-Ries zu weiteren Infektionen kommen wird. Hysterie sei nicht angebracht. Doch man solle auch langfristig im Umgang mit Obst, Gemüse und Fleisch gewisse Regeln beachten (siehe Infokasten).