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Holzkirchen

06.05.2020

Epidemie vor 140 Jahren

Der in Holzkirchen entdeckte Grabstein der im Dezember 1879 innerhalb weniger Tage verstorbenen Pfarrerskinder Karl und Martha Dietlen.
Bild: Hermann Greiner

Interessanter Friedhofsfund

Beim Ausheben eines Grabes auf dem Friedhof in Holzkirchen kam in diesen Wochen ein interessantes Zeitzeugnis zum Vorschein. Es ist ein Kindergrabdenkmal von 1879, welches an Epidemien erinnert, denen die Bewohner der damaligen Zeit wehrlos gegenüberstanden, weil es wirksame Medikamente und Impfungen dagegen noch nicht gab.

Es handelt sich um den Grabstein der zwei ältesten Kinder des damaligen Holzkirchner Pfarrers Otto Dietlen, die im Alter von drei bzw. vier Jahren innerhalb eines Monats an Diphtherie starben. Pfarrer Dietlen heiratete 1874 und übernahm im gleichen Jahr die Pfarrstelle Holzkirchen, die er bis 1885 innehatte. In dieser Zeit grassierten diese und andere Kinderkrankheiten im Dorf und verbreiteten Angst und Schrecken.

Wie in der Holzkirchener Ortschronik vermerkt ist, musste die Schule im Jahr 1890 für einen ganzen Monat geschlossen werden, weil die Masern im Dorf wüteten. Der Stein soll nun einen Platz der Erinnerung im hiesigen Leichenhaus finden. (hegr)

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