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21.11.2019

Er hat das Stabenlied komponiert

Friedrich Walter leitete die Knabenkapelle.

Friedrich Walter wäre heute 100 Jahre alt geworden

Der frühere Kapellmeister der Nördlinger Knabenkapelle, Friedrich Walter, wäre am heutigen Donnerstag 100 Jahre alt geworden. Der am 21. November 1919 in Würzburg geborene Vollblutmusiker begann als Bub selbst in der Knabenkapelle unter Jobst Dietmar. Seine berufliche Laufbahn begann mit einer Lehre in der Stadtpfeif’ in Rothenburg. Später machte er an der Musikakademie in Würzburg seinen Abschluss. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte er zunächst in Wassertrüdingen, der Heimat seiner Mutter, wo er auch seine Ehefrau Irmgard kennenlernte, bevor er 1952 aus einer Vielzahl von Bewerbern ausgewählt wurde und die Knabenkapelle übernahm.

Seine Verdienste um die musikalische und auch charakterliche (Aus)bildung der Buben würdigte anlässlich seines 80. Geburtstages der damalige Oberbürgermeister Paul Kling so: „Über drei Jahrzehnte lang … haben Sie unsere Knabenkapelle geformt und geprägt. Neben der traditionellen Blasmusik haben Sie auch die konzertante Musik gefördert und somit die musikalische Palette wesentlich erweitert. Ihre Talente als ausgezeichneter Musiker, Komponist und Arrangeur kamen Ihnen dabei sicherlich zugute… Ihnen ist es glänzend gelungen, die Buben mit starker Hand zu führen und gleichzeitig den Spaß an der Musik zu fördern. Auch als Komponist waren Sie sehr erfolgreich. Viele Ihrer Kompositionen gehören auch heute noch zum Repertoire der Knabenkapelle. Mit Fug und Recht kann man feststellen, dass Sie für die Knabenkapelle und das kulturelle Leben Nördlingens Großartiges geleistet haben.“

Die meisten Buben aus der Knabenkapelle sind ihrem Hobby, der Blasmusik, treu geblieben, welches Walter nach seiner Pensionierung jungen Blasmusikern in mehreren Rieser Kapellen vermittelt hat. Walter war zudem seine gesamte Dienstzeit über der einzige Instrumentalausbilder.

Als Chorleiter erinnert man sich daneben auch heute noch in Löpsingen und vor allem in Wassertrüdingen dieses musikalischen Urgesteins, dessen Schaffen und Wirken auch zahlreiche Märsche und Lieder sowie Arrangements hervorgebracht hat, die wie der Marsch „So G’sell so“ und vor allem das „Stabenlied“ zum Nördlinger Standardrepertoire gehören. „Gruß an Riom“, „Rieser Bauern-Marsch“ und zuletzt die Symphonie für Chor und Großes Orchester „Nördlingen 1634“, aber auch andere Stücke, waren vertonte Liebeserklärungen an Stadt und Land. 1979 wurde ihm das Bundestverdienstkreuz am Bande verliehen. Walter starb 2006 im Alter von 86 Jahren. (pm)

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