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Porträt

25.08.2018

Er ist einer der Blasius-Macher

Joachim Braun konnte mit seinem Impuls für das Blasius-Festival nach und nach immer mehr Menschen begeistern.
Bild: Ronald Hummel

Joachim Braun ersann mit einigen anderen das Blasmusikfestival-Festival in Fremdingen. Die Musik hat einen wichtigen Anteil in seinem Leben. Er arbeitet an seiner Doktorarbeit.

 Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist, heißt es. Das erlebte Joachim Braun, als er mit einigen Freunden vom Fremdinger Musikverein 2015 wieder einmal das „Woodstock der Blasmusik“ in Österreich besuchte. „Das machen wir in Fremdingen auch“, beschlossen sie in weinseliger Stimmung.

Es bildete sich eine kleine „Verschwörungstruppe“ von vier bis fünf Leuten, die zuerst eine Art Machbarkeitsstudie durchführten und vor allem anhand der Erfahrungen von Freunden aus Dornstadt alles in Gedanken durch spielten, von der Wetterbeobachtung über die Logistik bis zur personellen Einteilung. Als man dann 2016 dem Vorstand des Fremdinger Musikvereins Jürgen Kreutner die Idee vortrug, sprangen nicht nur er und der Vorstand, sondern auch alle übrigen Vereinsmitglieder voll an.

Man schuf bewusst viele und kleine Arbeitskreise: „Erstens konnte da jeder sein Talent gezielt einbringen, ob bei Behörden- und Versicherungsfragen, Marketing und Ticketverkauf, Bauen und Leitung verlegen oder als Helfer“, so Joachim Braun. „Zweitens fühlte sich da jeder als Teil der ganzen Sache.“

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Bei Jugendleiter Benjamin Seefried liefen alle Fäden zusammen, er wurde de facto Veranstaltungsleiter. Im großen Umfeld suchte man nach einem geeigneten Ort und fand ihn in dem idyllischen Grünhof. Nicht zuletzt dank dieser Kulisse wurde das Blasius-Festival ein voller Erfolg und die Traumzahl von 1500 Gästen auf Anhieb erreicht.

Joachim Braun sieht zwei Gründe für den Erfolg: Der Festivalcharakter, der den Besuchern ein Erlebnis rund um die Uhr gibt und, auch wenn es sich stereotyp anhöre, der Gedanke von Heimat und Identität. „Wir hatten Besucher von 16 bis 96 Jahren, da entstand eine ganz eigene, familiäre Atmosphäre“, stellt Braun fest. Heuer waren es schon 2000 Besucher, 200 Karten für nächstes Jahr sind schon verkauft. Es zeichnen sich klare Entwicklungen ab: „Der Biergarten wurde super angenommen und wird größer werden, die dortige offene Bühne war heuer schon im Vorfeld ausgebucht und wird nächstes Jahr weiter aufgewertet.“ Auch der Bereich mit Ausstellern von Trachten bis hin zu Musiknoten werde wachsen.

Joachim Braun ging bei den Festivals als Organisator auf, doch die Musik selbst zieht sich als roter Faden durch sein Leben: In der dritten Klasse lernte der heute 30-Jährige in der vereinseigenen Musikschule des Musikvereins Fremdingen Querflöte, unterrichtete mit 16 schon andere Schüler, wechselte ins Schlagwerk zu Xylofon und Glockenspiel, war mit 18 einer der Dirigenten im Vororchester und dirigiert seit fünf Jahren die Stammkapelle.

Musik belegte er als Leistungskurs am Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen, wo er ein Abitur mit der Traumnote 1,2 hinlegte. Musik zum Beruf zu machen war durchaus eine Überlegung, doch ein Theologie-Studium reizte ihn noch mehr. Pfarrer will er nicht werden, aber Religions-Wissenschaftler mit dem Spezialgebiet Orientalisches Christentum, das von der Türkei bis Äthiopien und Armenien, vom östlichen Mittelmeerraum bis Indien reicht.

Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle Christlicher Orient der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, doch auch zwei Semester Studium in Jerusalem waren eine sehr prägende Zeit für ihn, ebenso wie als Mitarbeiter einer Digitalisierungsstation in Ägypten, die Handschriften elektronisch archiviert und übersetzt. Derzeit macht er seine Doktorarbeit zur syrischen Handschriften-Überlieferung einer Gottesdienstordnung. So vereint er die Sicherung globaler Werte mit der Pflege heimatlicher Kultur.

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