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Landkreis

15.02.2018

Es gibt genügend Lehrer – doch wie lange noch?

Noch gibt es im Landkreis Donau-Ries genügend Lehrer.
Bild: Christian Charisius/dpa, Symbolfoto

Steigende Geburtenzahlen werden laut einer Studie zu einem Engpass führen. Wie das Schulamt die Lage beurteilt.

Das Jahr 2016 sorgte für einen wahren „Babyboom“ im Landkreis Donau-Ries, der damit im bayernweiten Trend liegt. Denn wie das Bayerische Landesamt für Statistik in einer Pressemitteilung veröffentlicht, verzeichnete der gesamte Freistaat 2016 einen enormen Geburtenanstieg. Im Vergleich zum Vorjahr kamen landesweit 6,3 Prozent Kinder mehr zur Welt. Im Landkreis Donau-Ries liegt die Differenz sogar bei 13,5 Prozent, insgesamt erblickten hier 1248 Kinder das Licht der Welt. So stieg beispielsweise in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Wemding die Zahl der Geburten von 2015 auf 2016 um 26 auf dann 116 Neugeborene, auch die VG Monheim konnte in diesem Zeitraum einen Anstieg verzeichnen – von 73 auf 94.

Die positive Entwicklung, die die Geburtenzahlen seit 2010 nehmen, führt auch dazu, dass in den kommenden Jahren wieder mehr Kinder eingeschult werden. Und das wird zu Engpässen in den Grundschulen führen, wie die Bertelsmann-Stiftung in einer Studie herausgefunden hat.

Bis zum Jahr 2025, so die Prognosen, werden in ganz Deutschland rund 35000 Lehrer fehlen. In Bayern wird erwartet, dass aufgrund vieler Pensionierungen und der steigenden Schülerzahlen in den nächsten Jahren in etwa 3200 zusätzliche Lehrer benötigt werden. Doch was sind die Konsequenzen? Kommt es zu überfüllten Klassenzimmern, wo Lehrkräfte nicht mehr auf den Einzelnen eingehen können, oder fällt gar der Unterricht aus?

Bislang ist der Landkreis davon noch verschont geblieben, teilt Ludwig Unger, Pressesprecher des Bayerischen Kultusministeriums, mit. An allen Schulen könne der „Pflichtunterricht abgedeckt und die notwendigen Gruppenbildungen für zusätzliche Angebote vorgenommen werden“. Dass es kurzfristig, gerade in der Erkältungszeit, zu unvorhersehbaren Engpässen kommen kann, schließt Unger nicht aus. Dann seien flexible Lösungen erforderlich, wie schulinterne Maßnahmen oder die Unterstützung durch benachbarte Schulämter. Um auch in den nächsten Jahren eine ausreichende Versorgung mit Lehrern sicherzustellen, greift der Freistaat auf die so genannte Zweitqualifizierung zurück – studierte Real- oder Gymnasiallehrer können sich in Richtung Grund- und Mittelschule umorientieren. Außerdem wurden die Wartelisten, auf der Pädagogen landen, die nach Abschluss des Studiums nicht direkt eine Anstellung gefunden hatten, stark abgebaut, so Unger. Die Reserven sind langsam also aufgebraucht. Bereits jetzt sind eigentlich pensionierte Lehrer immer noch in den Klassenzimmern. Die unterrichten „in der Regel mit reduziertem, selbst gewähltem Stundenmaß“. Die Hoffnung besteht, dass sich Abiturienten wieder öfter für ein Lehramtsstudium für Grund- und Mittelschulen entscheiden. Das dauert in der Regel sechs bis sieben Jahre. In der Vergangenheit fiel die Wahl eher selten darauf – zu schlecht waren die späteren Perspektiven. Das hat sich nun gewandelt.

Im Donau-Ries werden, so teilt es Schulamtsdirektorin Renate Heinrich mit, frei gewordene Stellen durch junge Lehrer wieder besetzt. Erfreulich sei dabei vor allem die Tatsache, dass mittlerweile die Pädagogen wieder vermehrt aus dem Donau-Ries-Kreis selbst stammen. In der Vergangenheit wurden öfter noch Lehrer aus Franken dorthin versetzt, die dann nach kurzer Zeit näher an die Heimat zurückversetzt werden wollten.

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