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Nördlingen

20.07.2019

Es herrscht Stillstand am Nördlinger Marktplatz

Im Juni vergangenen Jahres wurde ein Großprojekt im Nördlinger Bauausschuss vorgestellt: Ein Lückenschluss sollte an der Stelle entstehen, an der derzeit die italienische Bar ist. Nun will Investor Friedrich Fälschle das Projekt vorerst nicht weiter verfolgen.
Bild: Jochen Aumann

Plus Der geplante Lückenschluss am Marktplatz ist vorerst auf Eis gelegt. Auch für den ehemaligen Müller-Markt konnte bislang kein Interessent gefunden werden.

Von einem „Treffer, nachdem man schon seit Jahren sucht“, sprach ein Stadtrat im Juni 2018. Damals wurde im Bauausschuss des Nördlinger Stadtrates ein mögliches neues Großprojekt vorgestellt, ein sogenannter „Lückenschluss“ am Marktplatz. Konkret ging es um die beiden Häuser rechts von der ehemaligen Müller-Filiale. Die Idee: Dort, wo derzeit die Bar von Valentino Giaracuni untergebracht ist, sollte ein neues, vierstöckiges Haus mit einem Satteldach gebaut werden. Erste Pläne gab es bereits – doch seither wurden keine neuen Details bekannt. Auf Anfrage der Rieser Nachrichten sagte Inhaber Friedrich Fälschle jetzt: „Das Projekt ist momentan auf Eis gelegt.“

Der Unternehmer will sich derzeit auf den Bau einer neuen Produktionshalle in Alerheim konzentrieren. Ganz vom Tisch sei der „Lückenschluss“ allerdings nicht, so der Wechinger, bei ihm hätten sich auch schon Mietinteressenten gemeldet. Wie berichtet, hätten in dem Gebäudekomplex rund 600 Quadratmeter Fläche für den Handel entstehen können. Zudem sollten sechs neue Wohneinheiten in bester Lage, gegenüber von Sankt Georg, entstehen. „Ich warte jetzt mal ab“, meint Fälschle.

Seit 2016 steht das Haus leer

Bereits seit 2016 steht das Gebäude leer, in dem zuvor der Drogeriemarkt Müller geöffnet hatte, bekanntlich zog der in die Löpsinger Straße und teilt sich nun mit Steingass ein Gebäude. Seither hat sich in dem Haus auch nicht viel getan, nach Informationen unserer Zeitung verfügt es wie einst nur über eine Wendeltreppe und nicht über einen Aufzug. Interessenten soll es bereits gegeben haben, das bestätigt auch Eberhard Wilke vom Maklerbüro Leitz-Wilke, der das Objekt betreut. Die Nachfrage nach Gewerbeflächen sei nicht sehr groß, egal, ob es sich um einen kleinen oder einen großen Laden handle. Dazu komme, dass der Kosten-Nutzen-Faktor stimmen müsse. Was Wilke damit sagen will: Ein teurer Umbau und eine günstige Miete rechnen sich nicht. Der Inhaber sei allerdings gesprächsbereit, auch was einen Umbau angehe. Die Fläche gehe über drei Stockwerke, das Haus sei denkmalgeschützt.

Es herrscht Stillstand am Nördlinger Marktplatz

Stadtbaumeister Sigel ist zuversichtlich

Die Geschäftsführerin des Stadtmarketingvereins, Susanne Vierkorn, sagt, der Leerstand an dieser Stelle tue weh. Sie dürfe die Aufgabe eines Maklers nicht übernehmen, doch dass Objekt liege natürlich auf ihrem Schreibtisch. Zudem sei sie mit Ketten wie Roßmann und H&M durchaus im Gespräch. Doch die wollten höhere Quadratmeterzahlen, als man in Nördlingen in der Altstadt anbieten könne.

Auch Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel betont: Der ehemalige Müller-Markt sei in privater Hand, man habe keinen Zugriff auf das Gebäude. Letztlich müsse ein Nutzer kommen, der sich mit dem Eigentümer einige. Er selbst sei zuversichtlich, dass sich in dieser Lage noch etwas tue. Sigel erinnert an die Umgestaltung des Marktplatzes – vor nicht allzu langer Zeit hätten vor Sankt Georg noch Autos geparkt. Mittlerweile habe man dort mit den Sitzdecks eine Möglichkeit geschaffen, wo sich Menschen zusammensetzen könnten. Auch das Wasserspiel sei in dieser Zeit entstanden, der vermoderte Bretterzaun nicht mehr zu sehen.

Direkt neben Sankt Georg befindet sich der einstige Kirchenwirt. Der wurde bereits vor zweieinhalb Jahren von Fürst Wallerstein gekauft, wie Carl-Eugen Prinz zu Oettingen-Wallerstein im Gespräch mit den Rieser Nachrichten bestätigt. Im Oktober vergangenen Jahres sei die Pacht ausgelaufen, der Kirchenwirt ist seitdem geschlossen. „Wir wollen das Gebäude weiterentwickeln und befinden uns derzeit in der Prüfungsphase“, sagt zu Oettingen-Wallerstein. Die Auflagen an dieser Stelle seien allerdings immens und machten es schwer, den Kern der Stadt lebendig zu halten.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von RN-Redaktionsleiterin Martina Bachmann: Auf der To-do-Liste des neuen OB

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