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Zwölf Stämme

19.09.2013

Familiengericht verhandelt 18 Fälle: Eltern verlieren Sorgerecht

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Pressekonferenz mit Amtsgerichtsdirektor Helmut Beyschlag.
Bild: Ronald Hummel

Den Eltern der "Zwölf Stämme" wird das Sorgerecht teilweise entzogen. Derzeit findet die Anhörung der betroffenen Kinder statt.

Nun ist es amtlich: Den Eltern der "Zwölf Stämme" wird das Sorgerecht entzogen. Das Amtsgericht Nördlingen hat dazu nun den Text einer einstweiligen Anordnung veröffentlicht.

"Massive, konkrete und nachweisbare Kindeswohlgefährdung"

Das elterliche Sorgerecht wird teilweise entzogen. Darunter fällt demnach die Regelung der ärztlichen Versorgung, der schulischen Belange sowie der Ausbildung und Berufswahl und die Antragstellung nach SGB VIII (dabei geht es um die Kinder- und Jugendhilfe nach dem Sozialgesetzbuch). Diese teilweise Entziehung der elterlichen Sorge sei wegen Gefahr im Verzug ohne vorherige Anhörung von Betroffenen und verfahrensbeteiligten erfolgt.

Begründet wird das Vorgehen des Familiengerichts mit dem Ergebnis von Ermittlungen, das Anlass zur Besorgnis gegeben habe, es könne eine „massive, konkrete und nachweisbare Kindeswohlgefährdung“ vorliegen.

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Deshalb sei das Gericht verpflichtet gewesen, Maßnahmen zu treffen, die zur Abwendung der Gefahr erforderlich gewesen seien. Daraus ergab sich nach Überzeugung des Familiengerichts die Notwendigkeit, zu handeln.

Eltern waren bei der Anhörung der Kinder nicht dabei

Bei dem Anhörungstermin am Dienstag sind Kinder im Alter von 13, 15 und 16 Jahren angehört worden. Anwesend waren neben den Jugendlichen lediglich die Verfahrensbeistände, Eltern waren nicht dabei. Ergebnisse dieser Anhörung teilte das Gericht nicht mit, unter Verweis auf die Verpflichtung, zunächst die übrigen Verfahrensbeteiligten in Kenntnis zu setzen.

Im gesamten Verfahren, so heißt es in der Erklärung, werde ständig und unter Berücksichtigung sämtlicher neuen Entwicklungen das Wohl der Kinder überprüft. Derzeit seien am Familiengericht des Nördlinger Amtsgerichts 18 Verfahren anhängig.

Dabei beziehe sich ein Verfahren immer nur auf eine Familie. In diesen Familien seinen jeweils ein bis vier minderjährige Kinder von den gerichtlichen Entscheidungen betroffen. (-fd-/AZ)

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