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Sanierung

24.03.2015

Farbige Kirchenfenster nach 85 Jahren auf dem Dachboden entdeckt

Die St.-Vitus-Kirche in Birkhausen wurde aufwendig saniert. Rund 770000 Euro wurden dabei investiert.
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Die St.-Vitus-Kirche in Birkhausen wurde aufwendig saniert. Rund 770000 Euro wurden dabei investiert.

In Birkhausen geht die Renovierung der St.-Vitus-Kirche dem Ende zu. Stimmig im neugotischen Stil gestaltet

Am Palmsonntag werden die Katholiken in Birkhausen wieder Gottesdienst in ihrer über 500 Jahre alten St.-Vitus-Kirche feiern. Eine aufwendige Gesamtrenovierung findet dann ihren Abschluss. Und eine besondere Überraschung gab es bei der Entrümpelung des Kirchen-Dachbodens.

Nachdem vor mehr als zehn Jahren der imposante, über 40 Meter hohe Kirchturm renoviert wurde, begannen die Birkhauser 2013 mit der Außenrenovierung des Kirchenschiffs. Von August bis Dezember wurden das Dach und die Dacheindeckung neu gemacht. Die Birkhauser packten kräftig mit an. Das gesamte Kirchendach – tausende von Dachplatten – musste abgedeckt werden und später wieder mit den neuen Kirchenbiber-Dachplatten eingedeckt werden. Insgesamt 450 Helferstunden wurden allein dabei geleistet. Kirchenpfleger Alfons Wolf berichtet, dass das Dach stark beschädigt war. Man weiß aus alten Unterlagen, dass im 19. Jahrhundert schwere Wetterschläge der Kirche zugesetzt hatten und über 20 Jahre lang ein Notdach installiert war. Damals sei die Kirche „durchfeuchtet“ worden. Alle Sparren am Dach seien angefault gewesen, verdeutlicht Wolf die Dringlichkeit der Bauarbeiten.

In den 30er Jahren wurden sie entfernt

Ab August 2014 ging es innen weiter. Hier ist den Birkhausern ein großer Wurf gelungen. Ein zufälliger Dachbodenfund spielte dabei eine wichtige Rolle: Als man nämlich den Kirchenboden wegen der Dachsanierung ausräumte, entdeckten die Arbeiter einige farbige Glasfenster. Tatsächlich waren in der Kirche Ende des 19. Jahrhunderts farbige Kirchenfenster installiert gewesen. Pfarrer Jürgen Eichler hat 100 Jahre alte Fotos, die diese Fenster zeigen. In den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die bunten Fenster jedoch entfernt. „Pfarrer und Bürgermeister handelten vermutlich eigenmächtig“, so Pfarrer Eichler. In der heutigen Kirchenverwaltung wurde die Idee geboren, diese Fenster nach 85 Jahren Dachboden-Dasein wieder einzubauen. „Das Besondere war, dass die Fenster komplett vorhanden waren“, berichtet Pfarrer Eichler. Drei Fenster im Altarraum und vier im Kirchenschiff konnten wieder eingebaut werden.

Restauriert wurden außerdem die neugotischen Seitenaltäre aus dem Jahr 1899 und der Hochaltar mit dem Vitus-Fenster dahinter. Epochentypisch wurden die Wände grünlich gestrichen, die Decke in sattem Blau. „Sankt Vitus ist wieder so wie Ende des 19. Jahrhunderts“, freut sich Pfarrer Eichler.

Künstlerisch stimmig und auch praktisch präsentiert sich die Kirche jetzt. Der Beichtstuhl wurde vom Altarraum, der nur über zwei Stufen erreicht wird, in den hinteren Teil der Kirche versetzt und ist jetzt „barrierefrei“. Jetzt wird noch die denkmalgeschützte Orgel von 1874 restauriert.

Im 500-Einwohner-Dorf Birkhausen waren die Gemeindemitglieder stark engagiert, mit Eigenleistung und finanziell. Neben der Bischöflichen Finanzkammer war die Marktgemeinde Wallerstein ein großer Geldgeber, ebenso die Bayerische Landesstiftung, der Landkreis Donau-Ries, der Bezirk Schwaben und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Die Kosten der Innen- und Außenrenovierung belaufen sich auf 770000 Euro.

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