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30.06.2009

Festvorbereitung mit Fragezeichen

Schrattenhofen (heja) - Nicht historisch, nicht so spektakulär, aber stimmig und schön soll es werden, die 850-Jahr-Feier des "kleinen Dorfes mit großer Geschichte": das Dorffest von Schrattenhofen. "Die Vorbereitungen laufen schon seit über einem Jahr und bis auf einige Details steht das Programm auch schon fest", erklärten in einem Gespräch mit unserer Zeitung Erich Stähle, Kai-Oliver Schroden und Ruth Kornmann, Mitglieder des Schrattenhofener Festausschusses.

Mit einem Tag der Vereine, Schautöpfern (in Erinnerung an die Schrattenhofener Fayencen), mit einem Vortrag, einer Lesung und rustikalen kulinarischen Leckereien sollen 850 Jahre seit der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes im Sommer 2010 gefeiert werden.

Ganzjährige Ausstellung

Eine ganzjährige Bilderausstellung zur Geschichte aller Schrattenhofener Anwesen und eine Abschlussveranstaltung im Dezember sollen das Festjahr abrunden.

Festvorbereitung mit Fragezeichen

Eigentlich aber beginne das Festjahr schon in diesem Jahr: Am 14. August fahre nämlich eine Delegation Schrattenhofener Bürger nach München, um sich dort im Staatsarchiv einen Abzug jenes Dokuments erstellen zu lassen, in dem Schrattenhofen erstmalig erwähnt worden sei, kündigt Erich Stähle an. In diesem Dokument sei bei einer Schenkung, die ins Jahr "um 1160" zurückreiche, ein gewisser "Uobalrich von Scratinhouen" als Zeuge erwähnt worden. Damit wurde gleichzeitig auch der Ort Schrattenhofen erstmals aktenkundig.

Zweifel angemeldet

Die Mitglieder des Festausschusses betonen dies deshalb so ausdrücklich, weil der Heimatforscher Ernst Stüber gegenüber den Rieser Nachrichten Zweifel angemeldet hatte, ob das Schrattenhofener Jubiläum tatsächlich im historisch korrekten Jahr gefeiert werde: Stüber hatte moniert, dass die fragliche Urkunde in den Zeitraum zwischen 1162 und 1170 datiert werden müsse. "Wir haben über den Zeitpunkt unseres Jubiläumsfestes natürlich nicht aus dem hohlen Bauch heraus entschieden", sagt Kai-Oliver Schroden dazu. Vielmehr habe man die Abklärung der Urkunden und Daten dem Kreisheimatpfleger Herbert Dettweiler anvertraut. Und dieser habe bei der Dorfversammlung im September 2008 gesagt: "Ihr könnt die 850 Jahre schon feiern." Fest stehe natürlich auch, dass der Ort selbst schon älter sei. "Deshalb kann es natürlich passieren, dass ein noch älteres Dokument gefunden wird", so Erich Stähle.

"Sollte sich herausstellen, dass wir mit 2010 zwei Jahre zu früh feiern, dann werden wir das Fest sicher nicht begehen", sagt Kai-Oliver Schroden, der aus persönlicher Erfahrung heraus sehr gut weiß, dass man der Geschichte nicht immer so leicht auf die Spur kommt. Denn er bewohnt einen noch erhaltenen Teil des Schrattenhofener Dorfschlosses, dessen Geschichte jedoch "etwas widersprüchlich" sei, wie er es selbst formuliert.

Nur eine Vermutung

Fest stehe lediglich, dass das stattliche Gebäude vom Fayencenhersteller Köhler im Jahr 1757 erworben worden sei, der dort im selben Jahr auch die Schrattenhofener Fayence-Manufaktur errichtet habe. Bisher könne man aber nur vermuten, dass es sich bei seinem Haus um einen Teil des Nachfolgeschlosses des alten Dorfschlösschens handele.

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