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Nördlingen

02.09.2020

Fiel das Nördlinger Tierheim Serien-Einbrechern zum Opfer?

Ein Einbrecher hat Räume im Nördlinger Tierheim verwüstet und unter anderem zwei Türen zerstört.
Bild: Manu Kaußen

Plus Ein Unbekannter bricht in die Einrichtung ein, zerstört Türen und entwendet Bargeld. Das Nördlinger Tierheim war vorgewarnt, der Frust ist trotzdem groß.

Das Nördlinger Tierheim ist Opfer eines Einbruchs geworden. Wie die Polizei meldet, ist vergangene Woche über Nacht ein Einbrecher ins Tierheim eingestiegen, zerstörte zwei Türen und stahl rund 300 Euro (wir berichteten). Es war einer von 18 Einbrüchen in Tierheimen in mehreren deutschen Bundesländern seit Ende Juni. Manuela Kaußen ist schockiert: „Wie dreist kann man sein?“, fragt die Leiterin des Tierheims in Nördlingen.

„Es gibt hier nicht Tausende Euro zu holen“, sagt sie und wundert sich. Tatsächlich ist der Sachschaden am Tierheim höher als die Summe, die der Täter erbeutet hat. Mindestens 800 Euro wird nach Angaben der Polizei die Reparatur kosten – was Kaußen auch deshalb ärgert, weil eine Tür völlig grundlos zerstört wurde. Die Türscheibe zum Katzenhaus sei gebrochen, sagt sie. „Dahinter gibt es nichts zu holen.“ Im Katzenhaus sind aktuell drei Katzen, für sie und die anderen Tiere sei der Einbruch eine Stresssituation gewesen. „Unsere Tageseinnahmen hatten wir mit nach Hause genommen“, sagt Kaußen. Nur noch die Personalkasse sei im Tierheim gewesen. Der Grund: Das Tierheim war vorgewarnt. So trafen die Mitarbeiter einige Vorbereitungen, um im Fall der Fälle den Schaden gering zu halten. Man pflege Kontakte zum Reutlinger Tierheim, in das am 16. August eingebrochen wurde. Für den Deutschen Tierschutzbund ist klar: Beide Taten sind Teil einer Serie.

Vermehrte Einbrüche in Tierheime

Seit Ende Juni zieht sich eine Reihe von 18 Einbrüchen durch Deutschland. Die Täter seien professionell vorgegangen, sagt Tierschutzbund-Sprecherin Lea Schmitz. Dass es gerade in Tierheimen vermehrt zu Einbrüchen kommt, obwohl dort meist nur wenig Geld zu holen ist, erklärt sich Schmitz mit der Lage der Einrichtungen. „Sie sind meist ruhig und abgelegen, nachts ist nicht immer jemand vor Ort.“ Deshalb hofften die Täter auf leichtes Spiel. Bislang seien Tiere weder mitgenommen noch verletzt worden.

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Wie die Polizeiinspektion Nördlingen mitteilt, bestehe zwischen der Tat in Nördlingen und anderen Einbrüchen nach jetzigem Stand jedoch kein Zusammenhang. Die Ermittlungen dauerten nach wie vor an.

Wie das Nördlinger Tierheim das fehlende Geld ausgleicht, ist noch offen

Die Sicherheitsstandards zu erhöhen, sei in Nördlingen trotz des Einbruchs nicht möglich. „Wir würden gerne, wenn wir das Geld dafür hätten“, sagt Tierheim-Chefin Kaußen. Wie die Einrichtung das fehlende Geld in der Kasse ausgleichen möchte, sei noch offen. „Durch die Pandemie fallen alle unsere Märkte und Feste aus, durch die wir etwas Geld einnehmen könnten“, berichtet sie.

Der Einbruch hinterlasse bei ihr ein schlechtes Gefühl. Im Katzenhaus etwa lagen mehrere Glassplitter von der zerstörten Tür, nur durch Glück verletzte sich keines der Tiere. „Das hätte auch anders ausgehen können“, sagt Kaußen.

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