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Schwörsheim

16.11.2019

Firmen in Schwörsheim fordern Glasfaserkabel

Ein Arbeiter hält eine Leitung in der Hand.

Plus In Schwörsheim können einige Firmen nicht optimal arbeiten, weil das Internet nicht gut genug ist. Unternehmen stellen ihren Standort auch infrage.

Schwörsheim Die „Gigabit-Gesellschaft“ mit einem flächendeckenden schnellen Internet, wie sie schon häufig von der Politik propagiert wurde, lässt weiter auf sich warten. Insbesondere auf dem Land sind die Lücken mitunter gravierend. Dort sind vor allem Gewerbebetriebe in kleineren Kommunen betroffen.

Im Ries ist Schwörsheim dafür ein exemplarisches Beispiel. Der Munninger Ortsteil gilt nach den bayerischen Förderrichtlinien als „ausreichend versorgt“, weil jedem Haushalt im Internet bis zu 30 MBit pro Sekunde im Download mittels Kupferkabel angeboten werden können. Für die Betriebe ist dies allerdings nicht ausreichend. Ihre Anforderungen an eine adäquate Breitbandversorgung sind weit höher als die eines Privathaushaltes.

Einige von ihnen haben sich zusammengetan und bereits vor geraumer Zeit gegenüber Bürgermeister Dietmar Höhenberger den Wunsch geäußert, er möge sich um Anschlussmöglichkeiten an ein Glasfasernetz für den Ort bemühen.

Der Bürgermeister will vermeiden, dass Firmen wegziehen

Der Rathauschef sah zunächst wegen fehlender Förderperspektiven keine allzu großen Möglichkeiten, diesem Anliegen nachzukommen. Doch inzwischen hat er eine Initiative gestartet und den Landtagsabgeordneten Wolfgang Fackler (CSU) gebeten, sich auf bayerischer Ebene des Problems anzunehmen. Der „Worst Case“ für den Bürgermeister wäre, wenn sich einer der Schwörsheimer Betriebe wegen einer nicht ausreichenden Breitbandversorgung einen anderen Standort suchen würde. Er werde alles versuchen, ein solches Szenario zu vermeiden und den Firmen zu helfen, sagte Höhenberger im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die in der IHK-Regionalversammlung vertretene Sabrina Graf-Taglieber, Geschäftsführerin des rund 80 Mitarbeiter zählenden Unternehmens FruchtLogistik in der Maiergasse, verweist auf die heutigen Herausforderungen innerhalb der Branche, die einen schnellen Glasfaseranschluss notwendig machten. Vor allem für die Bereiche Telematik und Internet-Telefonie, die in ihrem Unternehmen genutzt würden, aber nicht immer optimal funktionierten. Mittels Glasfaser könnten deutliche Verbesserungen in der Kommunikation mit den Kunden und den Lkw-Fahrern draußen erreicht werden, was vor allem für die Disponenten wichtig sei.

Andreas Bauer von der gleichnamigen Spedition im Munninger Feld plädiert ebenfalls für schnelle Leitungen. Nicht zuletzt wegen der inzwischen internetbasierten Frachtbörsen. Ein weiteres Argument pro Glasfaser: Einige seiner Großkunden arbeiteten bereits mit Gigabit-Anschlüssen.

Es gibt Probleme beim Versenden von Dienstplänen

Probleme mit dem vorhandenen Netz hat auch Beate Ziegler, die in Schwörsheim einen Pflegedienst für kranke Kinder betreibt und rund 200 Mitarbeiter beschäftigt. Sie komme an ihre Grenzen, wenn sie beispielsweise die monatlichen Dienstpläne verschicke. Wegen des großen Datenvolumens dauere es bisweilen „ewig“, bis diese „durch“ seien. Manchmal breche die Verbindung ganz ab. Auch Ziegler hofft, dass es so bald als möglich gelinge, im Ort Glasfaser anzubieten. Sollte dies nicht nicht der Fall sein, müsse sie über den Standort Schwörsheim ernsthaft nachdenken, betonte sie.

Wolfgang Fackler sagte auf RN-Anfrage, er wolle Bürgermeister Höhenberger unterstützen. Deshalb habe er Kontakt mit dem für die Breitbandförderung zuständigen bayerischen Heimatministerium aufgenommen. Für Schwörsheim, aber gleichermaßen für alle anderen Kommunen, könne er sich eine Lösung vorstellen. Die Bayerische Staatregierung plane nämlich, ein neues „Gigabit-Förderprogramm“ relativ zeitnah aufzulegen. Fackler: „Der Freistaat will damit Breitbandnetze mit Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens ein Gigabit für gewerbliche Anschlüsse fördern.“

Nach einer Förderzusage und einer entsprechenden Ausschreibung könnte dann ein Telekommunikationsunternehmen beauftragt werden, Glasfaseranschlüsse zu verlegen. Hier habe Schwörsheim den Vorteil, dass bereits vor Jahren ein Glasfaserkabel bis in die Ortsmitte verlegt worden sei. Somit fehlten nur noch die Anschlüsse der einzelnen Haushalte und der ortsansässigen Firmen. Der Staat erwägt Fackler zufolge die von der Gemeinde zu tragenden Baukosten mit 70 bis 80 Prozent zu bezuschussen.

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