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Bühne

19.03.2015

Fixe Summe fürs Theater

Schauspielmanufaktur bekommt für vier Produktionen 20000 Euro Zuschuss

Bislang lief die städtische Förderung der Schauspielmanufaktur so: Wenn Leiter Nico Jilka viele Karten verkauft hatte, bekam er auch mehr Zuschuss. War ein Stück weniger erfolgreich, erhielt er auch weniger Unterstützung von der Stadt Nördlingen. Denn die Förderung war direkt an die Karten gekoppelt: zwei Euro gab es pro verkauftem Ticket, höchstens 20000 Euro im Jahr. Das ändert sich nun – denn der Stadtrat hat in einer nichtöffentlichen Sitzung neue Förderrichtlinien beschlossen, wie Hauptamtsleiter Peter Schiele auf Nachfrage der Rieser Nachrichten mitteilte.

Die Schauspielmanufaktur bekomme künftig 20000 Euro pro Jahr, so Schiele. Dafür müssten vier Produktionen mit je zehn Vorstellungen garantiert werden. Ein Stück übernehme die Stadt Nördlingen zusätzlich in ihr Theaterprogramm. Wie berichtet, hatte Jilka selbst den Antrag auf eine feste Förderung gestellt. Im Gespräch mit den RN im Februar hatte er gesagt, dass er mit der Unterstützung pro verkaufter Karte auf nur 12000 Euro pro Jahr komme. Und er hatte betont: „Auf Dauer ist das nicht möglich.“

„Ich finde es toll und wichtig, dass die Schauspielmaufaktur weiter gefördert wird“, sagte gestern die CSU-Fraktionsvorsitzende, Dorothea Gaudernack. Die neue Regelung entspreche dem Wunsch von Jilka, gebe ihm mehr künstlerische Freiheit ohne so sehr auf den wirtschaftlichen Erfolg angewiesen zu sein. „Ich hoffe, dass es so gut weiterläuft.“ Zudem sei mit dieser Förderung die Verwaltung viel einfacher. Schade findet es die CSU-Fraktionsvorsitzende allerdings, dass der gastronomische Betrieb nicht weitergeführt wird.

Thomas Mittring, Fraktionsvorsitzender der Stadttteilliste, sagte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung, man habe jetzt eine Lösung gefunden, mit der alle leben könnten. Die Schauspielmanufaktur sei in Nördlingen ein wichtiges Standbein geworden. Allerdings kritisiert Mittring die Vorgehensweise in der Diskussion. Man müsse auf Augenhöhe verhandeln, statt Seitenhiebe in Leserbriefen auszuteilen: „Das war eine ungünstige Situation.“ Einem eigenen Stadttheater erteilt Mittring eine klare Absage: „Das wird nicht gehen.“

Die Förderung sei angebracht, weil die Schauspielmanufaktur Nördlingen bereichere, meint PWG-Fraktionsvorsitzender Helmut Beyschlag – und weil es schwierig für das Theater sei, kostendeckend zu arbeiten. Man gebe Jilka mit dieser neuen Variante einen Vertrauensvorschuss – in der Vergangenheit habe der Leiter bewiesen, dass er eine gute Qualität liefere, dass er den Zuspruch der Zuschauer bekomme. Schade findet es auch Beyschlag, dass der Biergarten nicht mehr für den öffentlichen Betrieb zur Verfügung stehe: „Das ist etwas, was ich persönlich extrem bedauere.“

Die Fraktion Grüne/Frauenliste unterstützt die Schauspielmanufaktur, sagt Vorsitzender Wolfgang Goschenhofer. „Sie gehört zu dem dazu, was Nördlingen lebenswert macht.“ Die Fraktion habe sich vehement dafür eingesetzt, dass es zu einer einvernehmlichen Lösung komme. „Da sind zwei Seiten aufeinander zugegangen.“ Die jetzige Regelung sei auch ein Verdienst von Rudi Scherer, Sprecher der Stadt Nördlingen, und Jilka. „Ich hoffe, dass das jetzt nachhaltig ist und langfristig wird. Dann sind wir sehr zufrieden.“

Rita Ortler, SPD-Fraktionsvorsitzende, findet es gut, dass jetzt ein „guter Kompromiss“ gefunden worden ist. Allerdings kritisiert Ortler, wie und was Jilka in einem ersten Brief gefordert hat: „Der Ton macht die Musik.“ Eine höhere Förderung für die Schauspielmanufaktur sei nicht machbar, in Nördlingen gebe es viele Kunstsparten, die alle etwas abbekommen sollten: „Ich finde es gut, wie es jetzt ist.“

Nico Jilka war gestern bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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