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Energiewende

03.06.2015

Fördermittel bleiben ungenutzt

Besuch zur Diskussionrunde bei der süddeutschen KWB-Niederlassung in Mertingen: Staatssekretär Franz Josef Pschierer (zweiter von links) gemeinsam mit Verbandsvorsitzendem Andreas Lingner (links) bei der Begrüßung durch Vize-Landrat Hermann Rupprecht und Bürgermeister Albert Lohner.
Bild: Helmut Bissinger

Für den Austausch alter Heizungsanlagen gibt es Zuschussmöglichkeiten, doch in Bayern haben die Verbraucher wenig Interesse. Woran das liegt

Das Interesse, eine alte Heizung gegen eine moderne Biomasseheizung auszutauschen, ist in Bayern geringer als in anderen Bundesländern. „Diese Erkenntnis kann uns nicht passen“, sagte dazu Franz Josef Pschierer gestern bei einer Diskussionsrunde. Den Staatssekretär im bayerischen Wirtschaftsministerium hatte dazu Andreas Lingner in seiner Funktion als Vorsitzender des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbandes an den Sitz seiner Firma KWB nach Mertingen eingeladen.

Das Hauptthema bei der Diskussion: erneuerbare Wärme als Hebel für eine erfolgreiche Energiewende. Die Verbraucher seien nicht genügend über Fördermöglichkeiten informiert, die sie hätten, wenn sie sich für einen Heizungsaustausch entschieden, merkte Lingner an. Pschierer pflichtete bei: „Wir haben sehr wohl Programme, die gute Anreize schaffen. Aber die Quoten zum Umstieg sind gering.“

Gemeinsam müsse man versuchen, das Marktanreizprogramm in Bayern, eine Art hoch dotierter Abwrackprämie für alte Heizungsanlagen, stärker in den Köpfen von Hausbesitzern festzusetzen. Gerade im privaten Bereich sieht der Staatssekretär ein großes Potenzial, da viele Heizungen in die Jahre gekommen seien. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft sei jede dritte Heizung hierzulande älter als 20 Jahre.

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Die Gelegenheit, so Pschierer, sei günstig, weil die Fördermittel für Modernisierung oder Austausch einer Heizung gerade erst aufgestockt worden seien. Worin sind nun aber die Gründe für die Stagnation in Bayern zu suchen? „Es ist eine Verunsicherung der Verbraucher zu spüren“, eröffnete Lingner gemeinsam mit den anderen Diskussionsteilnehmern (unter ihnen Vize-Landrat Hermann Rupprecht und Bürgermeister Albert Lohner) dem Politiker aus München. Das Heizungshandwerk müsse stärker auf „erneuerbare Energie“ fokussiert werden. Der niedrige Preis für Öl und Gas habe sich auf die Branche so ausgewirkt, „dass wir mittlerweile eine kritische Situation haben“. Bis um 25 Prozent seien die Umsätze eingebrochen.

Pschierer signalisierte, dass das Wirtschaftsministerium durchaus Interesse daran habe, dass mehr holzbetriebene Heizungen als bisher betrieben würden, „aus Gründen der Energieeffizienz, aber auch, weil Holz ein heimischer Rohstoff ist“. Bedenke man, so der Staatssekretär, dass die Heizkosten den Löwenanteil im Gesamtenergieverbrauch eines Haushaltes ausmachten, so würde sich eine Modernisierung relativ bald armotisieren.

Nun wollen Ministerium und Pellets-Branche an einem Strang ziehen. „Eine Kampagne muss her“, sagte ein Teilnehmer am Rande. Damit sollen die Verbraucher informiert werden. Der Staatssekretär will vor allem die Energieagenturen in Bayern ins Boot holen. Er regte einen „runden Tisch“ an, bei dem man Werbemaßnahmen besprechen will. „Wir müssen Anreize für Holz-Heizungsanlagen schaffen“, argumentierte der CSU-Politiker. Für die Staatsregierung sei kein Thema, bei einer Umrüstung bestimmte Heizformen wie in anderen Bundesländern vorzugeben. Man setze hier auf die Freiwilligkeit, meinte Pschierer, der auch weitere Komplementärförderungen durch den Freistaat nicht ausschließen will. „Eine Doppelförderung ist aber nicht möglich“, sagte er. Was vom Bund bereits gefördert werde, könne nicht auch noch vom Bundesland bezuschusst werden.

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