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05.04.2019

Forheim: Der Bürgermeister hört auf

Bürgermeister Werner Thum tritt 2020 nicht mehr an.

Bürgerversammlung Am Donnerstagabend verkündete Werner Thum im Gemeindesaal, dass er 2020 nicht mehr antreten wird. Die Meinungen zu einem Funkmasten im Ort sind geteilt

Forheim Als Werner Thum seine Entscheidung bekannt gab, sich im Jahr 2020 nicht mehr als Bürgermeister zur Wahl zu stellen, rief ein Bürger aus dem hinteren Teil des Gemeindesaals scherzhaft: „Das kannst du nicht machen. Wie soll es ohne dich weitergehen?“

Tatsächlich ist Thum bereits seit 1990 Bürgermeister der Gemeinde. Nun hört er aus Altersgründen auf. „Ich werde jetzt 68. Es hat noch keinen Bürgermeister in Forheim gegeben, der 30 Jahre lang Bürgermeister war.“ In der Gemeinde sei alles in Ordnung. „Wenn man auf dem Höhepunkt ist, sollte man aufhören“, sagte Thum gegenüber unserer Zeitung. „30 Jahre sind genug.“ Gesundheitliche Probleme habe er nicht, und mit 68 Jahren dürfe man aufhören. Einen Nachfolger habe er nicht im Blick. „Jetzt sind die 35- bis 50-Jährigen gefragt. In seinem letzten Jahr als Bürgermeister wolle er noch den Straßenbau an der Kirchstraße sowie eine Photovoltaikanlage bei der Kläranlage angehen. In letztere möchte die Gemeinde 50000 Euro investieren, für die Straßenbaumaßnahmen in der Kirchstraße plant der Bürgermeister mit 200000 Euro, für den Breitbandausbau sollen dort auch gleich Leerrohre verlegt werden, die Kosten liegen bei 30000 Euro. Zudem sagte Thum, dass in den kommenden Jahren Investitionen in das Kanalnetz nötig seien, für 2019 kalkuliert er mit 165000 Euro. Die Restfinanzierung des Gemeindesaals liegt bei 100000 Euro. Rund 5000 Euro fließen in Spielplätze. Der Bürgermeister betonte am Abend immer wieder, dass die Gemeinde seit 2009 schuldenfrei sei. Aus den Rücklagen würden laut Thum 280000 Euro entnommen werden, 200000 bleiben übrig. Die Einwohnerzahlen präsentierte Thum ebenfalls: In Forheim und Aufhausen lebten Ende Dezember 2018 563 Einwohner. Es gab zwei Geburten sowie vier Sterbefälle. Die Reaktionen der Anwesenden zu Thums Entscheidung waren gemischt. Ein Bürger aus Aufhausen sagte: „Das ist okay, nach 30 Jahren aufzuhören. Das macht er in dem Alter ganz richtig.“ Ein Forheimer dagegen fand es schade, dass er aufhört. Dieser Bürger ärgerte sich allerdings über ein anderes Thema. Es soll einen Funkmasten geben, außerhalb des Dorfes. Der Forheimer fürchtet: „Das sind freie Felder, das ist optisch völlig ungeeignet.“ Der genaue Standort steht noch nicht fest; Thum betonte, dass ihm vor allem ein Standort außerhalb des Ortes wichtig sei. Laut dem Bürgermeister soll der Mast so platziert werden, dass Forheim, Aufhausen, sowie die Kreisstraßen DON1 und DON8 abgedeckt würden. Ein Zwischenrufer fragte: „Funktioniert das auch im Unterdorf?“ Großes Lachen im Publikum. Ein Aufhauser befürwortet das Aufstellen eines Sendemasten: „Das Netz ist schlecht, deswegen brauchen wir einen Funkmasten. Jeder will Handyempfang, aber keiner möchte einen Masten haben.“

Angesprochen wurden auch die diskutierten Windräder. In einer Präsentation zeigte der Bürgermeister eine Grafik, wie sich der Schall ausbreiten könnte. Forheim wäre demzufolge nicht betroffen. Kurz diskutieren die Bürger über die Höhe der Windräder, zu der Thum aber noch keine verbindliche Auskunft geben konnte. Zur Diskussion steht eine Nabenhöhe, also die Höhe des Rotors, von 125 bzw. 155 Metern Höhe.

Grundsätzlich lief die Bürgerversammlung ruhig ab, nur wenige Bürger ergriffen das Wort. Einer fragte, warum bei den Neubaugebieten keine Ladestationen für Elektroautos eingeplant würden. Thum entgegnete, dass die Leistung der Leitungen bisher nicht für eine Schnellladung reichen würden. Die Planung sei noch im Anfangsstadium. Thum schloss Ladestationen an sich aber nicht aus: „Warum nicht?“

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