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Kommunalpolitik

21.01.2015

Fremdinger Rat lehnt Stromtrasse ab

Der Fremdinger Gemeinderat hat sich klar gegen eine Stromtrasse ausgesprochen.

Neben der Eitersberger Heide führt das Gremium noch mehrere Gründe dafür auf

Fremdingen Mit einem einstimmigen Votum hat der Gemeinderat Fremdingen am Dienstagabend der geplanten Gleichstromtrasse eine klare Absage erteilt. Bürgermeister Frank-Markus Merkt ging laut einer Pressemitteilung in seiner Ansprache zunächst auf die vom Kreistag am 22. Dezember 2014 gefasste Resolution und die Aktivitäten der Gemeinde Fremdingen ein. So hätten Gespräche mit den Mandatsträgern der Region stattgefunden.

Der Gemeinderat sah laut Pressemitteilung keinerlei Notwendigkeit einer solchen Stromtrasse, da die Stromversorgung der Region und Bayerns auch nach dem Abschalten der AKWs ausreichend gesichert werden könne. Das Ries sei bekanntermaßen Ausschlussgebiet für Windkraft. Dass jetzt anstelle von Windrädern bis zu siebzig Meter hohe Strommasten errichten werden sollten, zeige, wie unsensibel und rücksichtslos die Netzbetreiber ihre Planungen vorantrieben.

So wurden in die Resolution der Gemeinde Fremdingen einige Besonderheiten der Nordriesgemeinde aufgenommen, die eindeutig gegen eine solche Trasse sprechen. Die Vielzahl der Naturdenkmäler und die einmaligen Naturräume wie die Eitersberger Heide mit sehr seltenen und geschützten Pflanzenarten werden ebenso erwähnt, wie die mehr als vierzig katalogisierten Bodendenkmäler im Gemeindegebiet. Immer wieder muss bei der Planung und Entwicklung der Gemeinde auf die Besonderheiten des Riesrandes und des Landschaftsschutzgebietes „Nördlicher Riesrand“ Rücksicht genommen werden. Weite Teile des Gemeindegebietes seien aufgrund der strengen Vorgaben des Flächennutzungsplanes von jeglicher Bebauung freizuhalten und letztendlich habe der Geopark Ries nur dann dauerhaft eine Chance, wenn dieser nicht durch eine Stromtrasse zerschnitten wird, so die Mitteilung weiter.

Diese besonderen Schutzgüter seien immer wieder Argumente gegen infrastrukturelle Maßnahmen, die andernorts ohne größere Probleme realisierbar sind. So sei die Anbindung an eine Bundesautobahn nicht durchgeführt worden. Betrachte man diese Entwicklung, so sei es für den Fremdinger Gemeinderat völlig inakzeptabel, wenn nun plötzlich eine Stromtrasse durch unsere Region verlaufen würde und genau diese Belange unberücksichtigt blieben. Bürgermeister Merkt betonte abschließend, dass er keinen der Räte bevormunden wolle, erwarte aber an dieser Stelle ein klares Votum. Die anschließenden Wortmeldungen und die Diskussion des Gremiums ließen ein solches bereits erkennen. So wurde die Resolution in einstimmiger Form verabschiedet. Die Gemeinde wird diese nun in den kommenden Tagen an die Mandatsträger der Region, die Bundesnetzagentur, Staatsministerin Ilse Aigner und den Vertretern von Amprion übergeben. Gleichzeitig wird die Gemeinde die Bürger dazu aufrufen, an der Kundgebung in Oettingen am kommenden Sonntag teilzunehmen, um so mit den Nachbargemeinden ein klares Nein zur geplanten Stromtrasse zu manifestieren. (pm)

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