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Konzert

24.01.2019

Freude am Außergewöhnlichen

In Nördlingen spielten Michael Albert (von links), Tamara Kleinhenz, Florian Mäschl, Felix Linsenmeier und Julia Gehring.
Bild: Dieter Mack

Blechbläserquintett Brawüssimo bei der Neujahrsmatinée in Nördlingen

Jung, spritzig, virtuos und humorvoll präsentierte sich das Blechbläserquintett „Brawüssimo“ bei der Neujahrsmatinée des Nördlinger Kulturforums in Zusammenarbeit mit der Stadt Nördlingen in einer vollbesetzten Alten Schranne.

Schon die Namensgebung gibt einen Hinweis auf den Herkunftsort des Ensembles. Sie alle sind Lehramtsstudenten für Musik in Würzburg. Dort haben sie sich kennengelernt und zu einem Bläserquintett zusammengefunden. Jugendliche Unbekümmertheit und Freude an Außergewöhnlichem sind ihr Markenzeichen und damit Grundstein für ein vielseitiges Programm. Auffällige Merkmale von BraWüssimo sind rhythmische Versiertheit und klangliche Dichte – vor allem in langsamen und getragenen Passagen. Hier tritt künstlerische Reife zutage, die einen in Staunen versetzt. Die hohe Kunst eines Quintetts besteht darin, fünf Solisten und ihre individuelle Virtuosität zu klanglicher Homogenität zu formen.

Mit einer „Fanfare pour précéder la Péri“ wird die Neujahrsmatinée stilgerecht eröffnet. Ausgehend von Musik der Renaissance von Giovanni Gabrieli geht es zügig durch die Stilepochen bis zu Victor Ewald, einem russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Sein Quintett Nr. 1 gelingt ganz hervorragend und wird vielleicht zum schönsten Titel des Tages. Bei diesem Stück legen Julia Gehring und Michael Albert beide Trompete, Tamara Kleinhenz Horn, Felix Linsenmeier Posaune und Florian Mäschl mit einem wundervollen Tuba Solo ihr ganzes musikalisches Können in die Waagschale und intonieren ein anspruchsvolles Werk in drei Sätzen auf höchstem Niveau.

Dem Jazz näherstehend präsentiert sich der zweite Teil des Konzerts. Nach Variationen über den bekannten Kanon Frère Jacques, werden die Zuhörer über den großen Teich nach Amerika entführt und mit einem Medley aus Leonard Bernsteins „West Side Story“ verwöhnt. Bei Henry Fillmores „Bull Trombone“ kann Felix Linsenmeier seine ganze Virtuosität an der Posaune unter Beweis stellen, und mit der „Suite Recife“ von José Ursicio geht eine gelungene Matinée zu Ende.

Dem Kulturforum Nördlingen ist es in Zusammenarbeit mit der Stadt Nördlingen gelungen, ein „newcomer Blechbläserquintett“ zu engagieren und zu fördern, das seinen musikalischen Weg gehen wird. Zwei Zugaben und lang anhaltender Beifall sprechen von hoher Akzeptanz beim Publikum. (ce)

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