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Nördlingen/Oettingen

08.03.2021

Frühlingserwachen im Ries: Händler haben wieder geöffnet

Andrea Puchinger (links) und Karin Mairoser im Nördlinger Modefachgeschäft Wini’s am Marktplatz freuen sich, endlich wieder für die Kunden da zu sein.

Plus In den Geschäften im Ries ist die Freude groß: Endlich sind die Kunden zurück auf der Verkaufsfläche. Viele Inhaberinnen atmen auf, nach dem zweiten Corona-Lockdown die Türen wieder aufzusperren.

Nach mehr als zehn langen Wochen haben am gestrigen Montag die Einzelhändler im Landkreis Donau-Ries ihre Türen wieder aufgesperrt und Kunden begrüßt. Ein bisschen so wie früher kaufen die Rieser bereits am Vormittag in den Geschäften ihres Vertrauens ein. Wie geht es den Händlern heute? Und was sagen die Kunden nach dem ersten richtigen Einkaufsbummel im Jahr 2021?

Einzelhändler im Landkreis Donau-Ries haben wieder geöffnet

Einblicke in das Frühlingserwachen im Rieser Einzelhandel in Oettingen und Nördlingen ergeben fast überall das gleiche Bild. Verkäuferinnen und Verkäufer freuen sich über den Kundenkontakt. An den Schaufenstern spazieren Menschen mit neuen und gefüllten Einkaufstüten vorbei. Andrea Puchinger und Karin Mairoser legen Shirts und Hosen aufeinander, packen Ware aus. Auch wenn es in den Gassen Nördlingens wieder deutlich geschäftiger als noch in der Woche davor zugeht, ein Andrang bleibt aus, auch bei Wini’s am Marktplatz. „Das ist auch gut so“, sind sich die Frauen einig. Sie erzählen von den „aufwändigen“ Wochen mit Click&Collect, von den treuen Stammkundinnen und der stillen Hoffnung, dass die Inzidenzwerte nicht wieder nach oben schießen.

Andrea Puchinger (links) und Karin Mairoser im Nördlinger Modefachgeschäft Wini’s am Marktplatz freuen sich, endlich wieder für die Kunden da zu sein.

Wiedereröffnungsfreude im Einzelhandel in Nördlingen und Oettingen

Diese Hoffnung und die Wiedereröffnungsfreude am Montagmorgen eint die Rieser Geschäftsleute. Andreas Seefried hat den gleichnamigen Herrenausstatter in Nördlingen im Februar 2020 übernommen, kurz vor dem ersten Lockdown. Als der Bund vergangene Woche beschlossen habe, dass Geschäfte unter einem Corona-Inzidenzwert von 50 wieder öffnen dürfen, sei er skeptisch gewesen. „Bayern hat dann doch oft noch was anderes gemacht, als der Bund.“ Erleichterung folgte erst, als auch in Bayern klar war, dass die Geschäfte öffnen können.

Tina Schüle (li.) und Uschi Stein in der Parfümerie Finck.

Auch die Parfümerie Finck kann ihre Kunden wieder in den Läden beraten. Trotz Unterstützung durch ihre Stammkunden seien die zehn Wochen nicht einfach gewesen, erzählt Verkäuferin Tina Schüle in der Filiale in der Löpsinger Straße. Nicht nur das Weihnachtsgeschäft habe gefehlt, auch der Valentinstag fiel flach. „Die Krise verlangt uns aber auch etwas Positives ab, schließlich schätzt man Dinge nun, die zuvor normal waren“, sagt Uschi Stein. Außerdem lobt sie den Nördlinger Einzelhandel. Er sei attraktiv, Händler und Stadtmarketingverein sorgten außerdem dafür, dass dies so bleibe. Die zwei Verkäuferinnen hoffen, dass der Laden aufbleibt. Schließlich sei es unfair, sich im Fachgeschäft beraten zu lassen, um dann im Internet zu bestellen, so Uschi Stein.

Die Verkäuferinnen Regina Plank (links) und Hanne Szaefer von Lederwaren Plank in Oettingen: Sie meinen, dass es noch etwas dauert, bis die Leute wieder regelmäßig bummeln gehen.

In Oettingen fallen am Montagvormittag die ersten Sonnenstrahlen in die Schloßstraße. Noch im Schatten liegt das Geschäft Plank Raumausstattung und Lederwaren. Verkäuferin Hanne Szaefer ist froh, wieder aufmachen zu können. Sie geht allerdings davon aus, dass es in den Köpfen der Menschen noch ein bisschen Zeit braucht, bis klar wird, dass die Geschäfte jetzt wieder offen sind. Sie hofft gleichzeitig, dass es auch so bleibt. Einkaufen mit Termin, so meint sie, funktioniere nicht, zu verbindlich. „Die Leute sind nicht bereit, das zu machen.“

Susanne Groh (links) im Oettinger Schuhgeschäft Schäfer mit Kundin.

Ein paar Meter weiter steht die Tür im Schuhgeschäft Schäfer weit offen, selbst wenn es draußen noch frisch ist. Eine Kundin schaut sich neben Verkäuferin Susanne Groh um, geht dann durch die Tür nach draußen und sagt noch im Hinausgehen, dass sie später noch einmal komme. Susanne Groh steht neben einem Schuhregal und sagt: „Ich hab mich wahnsinnig gefreut.“ Wie ihre Kollegen kommt auch sie ins Plaudern, gibt es doch so viel aus den vergangenen Wochen zu erzählen. Zwar habe das Abholsystem mit Click&Collect gut funktioniert. Der Kontakt zu den Kunden im Geschäft sei jedoch nicht zu ersetzen.

Anita Thorwarth (rechts) präsentiert im Modehaus Hölderle ein Oberteil.

Auch das Modehaus Hölderle hat gestern die Türen geöffnet. Besitzerin Anita Thorwarth beschreibt die zurückliegenden Monate als eine anstrengende Zeit, in denen man sich wegen der fehlenden Kunden zunehmend allein gefühlt habe. Schließlich lebe ein Modehaus von persönlicher Beratung. Click&Collect könne das nicht ersetzen, erklärt sie. Mit der Ladenöffnung sei dem Team ein Stein vom Herzen gefallen. Eine Kundin, in deren Hand Kleiderbügel mit Oberteilen baumelt, ist froh, wieder vor Ort einkaufen zu können. Sie selbst bestelle ungern über das Internet.

Einen Kommentar von Martina Bachmann zu diesem Text lesen Sie hier: Nach den Öffnungen im Rieser Handel: Eine Lehre für uns Kunden

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