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Medizin

26.01.2020

Geburtshilfe: Der Chefarzt ist noch nicht zufrieden

Kiriakos Savvidis leitet die neue Hauptabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe in Nördlingen. Er hat einiges verändert, so gibt es beispielsweise neue Behandlungszimmer mit neuen Geräten und Stühlen.
Foto: Jan-Luc Treumann

Plus Kiriakos Savvidis leitet die neue Hauptabteilung am Nördlinger Stiftungskrankenhaus. Einiges ist schon neu, doch der Arzt will noch mehr.

Es ist ein Junge. Kiriakos Savvidis, Chefarzt am Nördlinger Stiftungskrankenhaus, erzählt, dass er gerade noch einen Kaiserschnitt durchgeführt hat. „Es ging allen gut“, berichtet er. Es war bereits die 26. Geburt, die es im neuen Jahr am Stiftungskrankenhaus gab. Bis zum vergangenen Donnerstag gab es insgesamt sogar 33 Geburten. Am 1. Januar ist die Hauptabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe, die Savvidis leitet, gestartet, sein erstes Fazit nach drei Wochen fällt positiv aus. „Es läuft sehr gut. Das Interesse der Patienten ist da, sie stellen sich vor. Ich habe auch schon einige Operationen durchgeführt. Und die Patienten sind zufrieden“, sagt Savvidis.

Auch wenn die Hauptabteilung erst seit Kurzem besteht, arbeitet Savvidis bereits seit Oktober am Stiftungskrankenhaus. Seitdem hat er den Aufbau der Abteilung vorangetrieben. Der Chefarzt hat einiges erneuert und Jürgen Busse, Vorstandsvorsitzender des gemeinsamen Kommunalunternehmens Kliniken und Seniorenheime Donau-Ries (gKU), eine Liste mit seinen Wünschen übergeben.

Zwei Behandlungszimmer mit neuen Stühlen und neuen Ultraschallgeräten

Mittlerweile gibt es laut Savvidis zwei Behandlungszimmer, die mit neuen Stühlen und – unter anderem – neuen Ultraschallgeräten ausgestattet wurden. Man verfüge nun auch über Geräte, um eine Laparoskopie durchzuführen, die sogenannte Schlüssellochtechnologie. Damit könne man mit wenigen Einstichen am Bauch operieren. „Das gab es in der Form hier noch nicht“, sagt Savvidis.

Die schlechtere Ausstattung bei Belegabteilungen sei üblich, sagt der Arzt. Investitionen gebe es nun mal eher für Hauptabteilungen. Rund 380000 Euro wolle man investieren, sagt Busse, davon wurden etwa 140000 Euro bereits ausgegeben. Diese Summe habe es bereits als Zuschuss von der Stadt Nördlingen gegeben.

Auch räumliche Veränderungen soll es noch geben, die in diesen Kosten aber nicht eingeplant sind. Es soll für die Schwangeren beispielsweise einen eigenen Wartebereich geben, in dem ihre Privatsphäre gewährleistet ist. Derzeit wird der Umbau der Räume geplant.

Aktuell hat der Chefarzt ein provisorisches Büro in der Verwaltung im Erdgeschoss, Behandlunsgräume und Kreißsaal befinden sich aber im ersten Stock: „Wenn ich meine Sekretärin sehen will, dann muss ich hochlaufen“, schildert Savvidis die aktuelle Situation. Er ist derzeit einer von drei Ärzten in der Abteilung, eine vierte Medizinerin wird im April beginnen. Diese Zahl will Savvidis noch ausbauen: „Ziel muss es sein, dass man hier mindestens neun Ärzte hat. Das sind aktuell die Anforderungen, die an Kliniken gestellt werden, wenn man eine Hauptabteilung hat“, schildert der Chefarzt. Bis dahin helfen andere Ärzte aus.

Ärzte von einer Vermittlungsagentur

Die kämen von einer Vermittlungsagentur, erklärt Busse. Das seien zum Beispiel Ärzte, die in ihren Heimatkliniken in Teilzeit beschäftigt seien, aber auch noch etwas anderes sehen oder sich auch etwas dazuverdienen wollten. Derzeit beschäftige man mithilfe eines solchen Modells zwei Ärzte. Die Kosten für diese seien höher als für eigene Ärzte. „Man zahlt etwa das 1,2 bis 1,5-fache eines normalen Arztes, das hängt von der Qualifikation ab“, sagt Busse. Dazu komme noch eine Vermittlungsgebühr für die Agentur. Die beiden Ärzte kommen laut Busse aus dem süddeutschen Raum und würden schon lange in Deutschland arbeiten.

Nicht alle Mediziner, die sich bisher vorgestellt haben, seien auch eingestellt worden, sagt Savvidis: „Wir haben große qualitative Ansprüche an uns selbst. Denen werden wir nur gerecht, indem wir auch die entsprechenden Leute herholen.“ Savvidis legt Wert auf Erfahrung, die Kollegen müssten Verantwortung übernehmen können. „Es ist leicht, jemanden zu finden, der den Beruf ausübt, aber es ist schwierig jemanden zu finden, der es auch so macht, dass es gut für die Patienten ist“, beschreibt der Chefarzt seine Vorstellungen.

Savvidis will in Nördlingen etwas aufbauen, hat Ansprüche. Ist er überhaupt jemals zufrieden? „Zufrieden könnte ich schon sein, aber wir sind noch nicht da angekommen, wo wir hinwollen. Da ist noch Potenzial“, sagt Savvidis.

Hebammen: Schwangere im Ries sind gut versorgt

Das sehen auch die Hebammen so. Einige Abläufe müssten sich noch ein bisschen einspielen, aber das sei normal, schildert Hebamme Gabi Muschler. Dafür, dass es die neue Hauptabteilung erst seit einigen Wochen gibt, laufe es sehr gut. Aus ihrer Sicht sind schwangere Frauen im Ries gut versorgt. Muschler sieht die neue Hauptabteilung positiv: „Aus medizinischer Sicht läuft alles top. Wir haben viele Ärzte da, es sind alle motiviert.“ Für die Hebammen sei die Situation auch von Vorteil: „Es sind jetzt immer Ärzte anwesend, das gibt uns ein sicheres Gefühl“, sagt Muschler.

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