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Gefälschte Todesanzeige veröffentlicht: Ein bedauerlicher Fehler

Gefälschte Todesanzeige veröffentlicht: Ein bedauerlicher Fehler
Kommentar Von Martina Bachmann
17.12.2019

Im überregionalen Teil unserer Zeitung wurde eine gefälschte Todesanzeige gedruckt. Wir können nur um Entschuldigung bitten.

Am vergangenen Freitag ist unserem Haus ein Fehler mit erheblichen Auswirkungen unterlaufen. Im überregionalen Teil unserer Zeitung wurde eine gefälschte Todesanzeige gedruckt – für einen Jungen aus Nördlingen, der seit längerer Zeit Opfer von Mobbing war. Die Anzeige enthielt sachliche Fehler und Auffälligkeiten, so war das Datum falsch, auch standen unter der Anzeige nicht die Namen der Eltern, sondern von vier Freunden. Viele von Ihnen, liebe Leser, haben seither wütend gefragt: Wer macht so etwas? Aber Sie haben auch gefragt: Wie kann so etwas passieren?

Seit dem frühen Freitagmorgen gehen wir diesen Fragen nach, recherchieren, tragen die Fakten zusammen. Der Anspruch unseres Hauses ist es immer, alle Seiten zu hören, alle Informationen zu überprüfen. In diesem speziellen Fall wollten wir unsere Arbeit noch sorgfältiger machen – denn wir mochten den Betroffenen und ihren Familien schlicht keinen weiteren Fehler zumuten. Diese Recherchen haben Zeit in Anspruch genommen. Unsere Kollegen vom Verlag haben die Kriminalpolizei aktiv mit allen verfügbaren Informationen versorgt und so die Ermittlungen unterstützt. Mittlerweile gibt es einen Verdächtigen.

Technische Sicherheitsvorkehrungen überlistet

Für unser Haus müssen wir ehrlicherweise feststellen: Der Auftraggeber dieser Anzeige hat unsere technischen Sicherheitsvorkehrungen für die Online-Aufgabe von Anzeigen, die nicht redaktionell betreut werden, überlistet. Zum Beispiel, indem er für die (vermeintliche) Bezahlung eine korrekte Iban-Nummer angegeben hat, die öffentlich zugängliche eines Unternehmens. Er hat es ausgenutzt, dass man im Netz eine Persönlichkeit erfinden kann. Er hat eine Handynummer hinzugefügt, die funktionierte. Und leider hat er davon profitiert, dass aufgrund von zeitlichen Engpässen die inhaltliche Prüfung der Anzeige bei der entsprechenden Abteilung in Augsburg nicht so gründlich ausfiel, wie es sonst vorgesehen ist.

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Seien Sie versichert: Uns allen tut dieser Fehler unglaublich leid. Selbstverständlich hat sich der stellvertretende Leiter des Verlags der Augsburger Allgemeinen, Rüdiger Hoebel, am Freitag telefonisch bei dem Betroffenen und seiner Familie entschuldigt. Auch bei Ihnen, liebe Leser, können wir uns nur entschuldigen. Intern arbeiten wir intensiv daran, für die Anzeigenaufnahme weitere Kontrollmechanismen einzuführen.

Auch in der Redaktion sind wir gerade dabei, eine neue Fakten-Checkliste für alle Mitarbeiter einzuführen. Die Chance, dass wir bei unserer redaktionellen Arbeit auf Fake-Persönlichkeiten wie den Auftraggeber der Todesanzeige hereinfallen, ist gering. Denn die Kollegen sind vor Ort, wenn es brennt, sie kennen ihre Gesprächspartner und treffen diese oft persönlich. Artikel werden in der Redaktion von einem Kollegen und einem Korrektor gegengelesen. Doch natürlich sind auch wir vor Fehlern nicht gefeit. Deshalb weitere Kontrollmechanismen, weitere Regeln.

Wir wollen weiter jeden Tag unser Bestes geben, um Ihrem Anspruch gerecht zu werden. Danke für Ihr Vertrauen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

23.12.2019

Ich bin der Meinung, dass es besser gewesen wäre, wenn sich ein Mitarbeiter des Verlages persönlich und nicht nur telefonisch, vielleicht auch mit einem kleinen Präsent, entschuldigt hätte.

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17.12.2019

Gutes Statement zu einem schwierigen Thema.

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