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Handel in Nördlingen

16.01.2021

Geschäftsräume in Nördlingen: Beste Lage und doch leer

Das Willa-Gebäude wird derzeit umgebaut und könnte bereits Anfang April mit zwei neuen Läden und sechs Wohnungen fertig sein.
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Das Willa-Gebäude wird derzeit umgebaut und könnte bereits Anfang April mit zwei neuen Läden und sechs Wohnungen fertig sein.

Plus In der Nördlinger Innenstadt tun sich einige Hausbesitzer derzeit schwer, ihre Geschäftsräume zu vermieten oder neu zu nutzen. Es gibt aber auch Lichtblicke.

Selbst am hellichten Tag ist es derzeit sehr ruhig in der Nördlinger Innenstadt. Kein Wunder, sind doch außer den Apotheken und Grundversorgern (die in der Altstadt überaus spärlich sind) die Geschäfte aufgrund des von Bund und Land verfügten Lockdowns geschlossen. Da fällt es dann auch kaum auf, dass sogar in besten Lagen Geschäftsräume zum Teil schon monatelang leerstehen. Ob sie nach dem Ende des Lockdowns wieder mit Leben erfüllt werden können, ist in manchen Fällen ungewiss.

Das sogenannte Leerstands-Management ist in erster Linie Aufgabe der Nördlinger Stadtverwaltung, aber auch dem Stadtmarketing-Verein „Nördlingen ist’s wert“ liegt eine lebendige Innenstadt am Herzen. Zumindest in normalen Zeiten. „Derzeit haben andere Aufgaben, die fast alle mit der Corona-Pandemie zusammenhängen, Priorität“, sagt die Geschäftsstellenleiterin Susanne Vierkorn. Man könne sich ja vorstellen, dass die Nachfrage nach freien Flächen derzeit gering sei, ergänzt Vierkorn und blickt angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage von Handel und Gastronomie eher skeptisch in die Zukunft: „Wir müssen froh sein, wenn nach dem Lockdown alle bisherigen Geschäfte wieder aufmachen.“

Definitiv nicht leer bleiben wird ein prägendes Gebäude an einer der Nördlinger Einfallstraßen, das bisherige Uhren-Optik-Schmuck-Geschäft Willa an der Ecke Deininger Straße/Kornschrannen. Als Inhaber Klaus Willa im vergangenen Sommer in den Ruhestand ging und das aus dem Jahr 1890 stammende Anwesen zum Verkauf stand, haben Martin Stumpf und sein Sohn Maximilian zugegriffen und das Gebäude erworben. Unter dem Arbeitstitel „Villa Willa“ werden die bislang als Werkstatt und Lager genutzten Räume im ersten Stock umgebaut, die darüber liegenden Wohnungen modernisiert. Insgesamt entstehen so sechs Wohneinheiten von jeweils 50 bis 60 Quadratmetern. Ähnlich groß sind die beiden Ladenflächen im Erdgeschoss, wobei die gute Lage offenbar für rege Nachfrage sorgte und Martin Stumpf Interessenten sogar absagen musste. Einziehen werden nach der Fertigstellung ein Friseurladen und ein Geschäft für Geschenke und Wohnaccessoires. „Wenn alles glatt geht, kann es am 1. April losgehen“, verrät Martin Stumpf, der das „wunderschöne Gebäude“ im Familienbesitz behalten will. Vater und Sohn Stumpf waren zuletzt als Käufer des alten SPN-Geländes in der Schwallmühlstraße in Erscheinung getreten, das sie aller Voraussicht nach zu einem Gewerbepark umgestalten wollen (die RN berichteten).

In drei anderen Fällen ist die künftige Nutzung noch ungewiss

Stumpf hatte mit seinem Projekt Glück, bei drei anderen Gebäuden in – wie es so schön heißt – bester Geschäftslage ist die künftige Nutzung noch ungewiss. Im vergangenen Jahr machte aus gewöhnlich gut informierten Kreisen die Information die Runde, dass in die ehemaligen Räumlichkeiten der Metzgerei Pisko und der Bar Valentino am Marktplatz ein italienisches Restaurant einziehen würde. Aber trotz fortgeschrittener Gespräche zerschlug sich das Projekt offenbar und bis jetzt ist auch kein anderes Ergebnis spruchreif. Er führe zwar Verhandlungen, aber es gebe „noch nichts Konkretes“, bestätigte der Gebäudebesitzer Friedrich Fälschle aus Alerheim auf Nachfrage unserer Zeitung. Nicht wesentlich anders ist die Situation einen Steinwurf weiter, beim ehemaligen Gasthof Kirchenwirt. Das Gebäude am Marktplatz gehört den Fürst-Wallerstein-Unternehmen, wo man sich „natürlich Gedanken über die künftige Nutzung“ mache, aber das brauche Zeit. Und, so Christian Wippermann, Geschäftsführer der Gesamtverwaltung: „Solche Verhandlungen erfordern in der Regel Ortstermine und die sind derzeit nicht möglich.“ Im nächsten Quartal könne man vielleicht schon etwas mehr sagen.

Auf die Formel „mehrere Interessenten, aber bislang nichts Konkretes“, lässt sich auch der Sachstand beim Gebäude in der Löpsinger Straße 11 bringen. Seit sich der langjährige Mieter Johann Jehle mit seinem „City Sport“ in den Ruhestand verabschiedet hat, wurde das Erdgeschoss im vergangenen Jahr lediglich für einige Aktionen des Kunstvereins genutzt. Einen neuen Mieter für die sehr weitläufigen Räumlichkeiten gebe es „leider noch nicht“, sagt Klaus Laufer im Namen der Inhaber-Familie. Es kann also auch hier noch dauern.

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