1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Gesellenbrief ist wie ein Ritterschlag

24.03.2008

Gesellenbrief ist wie ein Ritterschlag

Höchstädt/Nördlingen (mia) - Den Gesellenbrief zu erhalten, das sei ein bisschen so wie der Ritterschlag früherer Zeiten. Anton Kain, Dillinger Obermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik, fällt es leicht, den Bogen von den Gesellen zu den Rittern zu spannen, findet die Freisprechungsfeier doch im ehrwürdigen Rittersaal auf Schloss Höchstädt statt.

"Ein passender Rahmen für einen großen Schritt, den ihr heute vollendet", meint Kain an die 35 Jung-Gesellen der Innungen Dillingen, Donau-Ries und Günzburg/Neu-Ulm gewandt und ist damit wieder in der Gegenwart. Durch Fleiß, Ausdauer und Zielstrebigkeit hätten sich die Auszubildenden in dreieinhalb Jahren ausgezeichnet.

Beruf mit Zukunft

Eine großartige Tradition und keineswegs ein alter Zopf ist für Landrat Leo Schrell die Freisprechungsfeier. Er hält die Festrede und überbringt Grüße der beiden Landräte Stefan Rößle (Donau-Ries) und Hubert Hafner (Günzburg).

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Die jungen Männer hätten sich für einen sehr attraktiven und zukunftsträchtigen Beruf entschieden. Mit ihrem Fachwissen, der Kompetenz, der handwerklichen Sorgfalt und dem Charakter würden sie in der Gesellschaft gebraucht. Die Jung-Gesellen könnten mit Respekt und Anerkennung rechnen. Es sei notwendig, den Lernenden ein Optimum an Möglichkeiten und somit besten Chancen im Berufsleben zu bieten. Der Landkreis Dillingen habe mit Investitionen in die Lauinger Berufsschule dazu beigetragen. In den vergangenen zwei Jahren wurden 180 000 Euro aufgebracht.

Hänschen kann nicht alles lernen

Einen besonderen Dank spricht Schrell Eltern und Lehrern aus und vor allen den Meisterbetrieben, die bereit sind, junge Leute auszubilden. Schrell appelliert an die Jung-Gesellen, mit dem Lernen nicht aufzuhören. Früher hatte man mit dem Ende der Lehrzeit "ausgelernt", heute müsste das bekannte Sprichwort neu formuliert werden: "Hänschen kann nicht alles lernen, was Hans einst brauchen wird."

Auf die Weiterbildung hebt auch Kreishandwerksmeister Karl Kratochvil ab: "Wenn Sie sich weiter behaupten wollen, ist Fortbildung wichtig." Es komme darauf an, sich Ziele zu stecken. "Wer ein ¿wofür' hat, dem ist es möglich, fast jedes ¿wie' zu ertragen und Hürden zu überwinden", so Kratochvil. Und er spricht die Worte, auf die die Gesellen und ihre Angehörigen warten: "Ich spreche Sie von Ihren Ausbildungsverpflichtungen frei und erhebe Sie in den Gesellenstand."

Höchstädts Bürgermeisterin Hildegard Wanner nutzt die Freisprechungsfeier, um Werbung fürs Schloss zu machen. Die Innung habe sich für einen passenden Ort entschieden. Das Schloss sei, was Elektrotechnik betrifft, eine "Meisterleistung und ein Vorzeigeobjekt".

Musikalisch umrahmt wird die feierliche Freisprechung von der Höchstädter Orchestervereinigung unter Leitung von Werner Bürgle. Unter den Gästen, die mit den Jung-Gesellen feiern, sind die Obermeister Joachim Sigg (Donau-Ries), Alois Hedele (Günzburg), die Schulleiter der Berufsschulen in Lauingen und Nördlingen, Werner Wittmann und Christian Schmidt, Hans-Jürgen Graf, Kreishandwer-kerschaft Nordschwaben, Dieter Dallmaier, Agentur für Arbeit Dillingen und Nördlingens Ehrenobermeister Josef Graule.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren