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Kommunalpolitik

31.01.2018

Gewerbegebiet: Startschuss im April

Das Gewerbegebiet Süd in Hainsfarth wird den Haushalt in den nächsten Jahren belasten. Der Bauentwurf wurde nun verabschiedet, Baustart soll im April sein.
Bild: Dieter Mack

Hainsfarther Gemeinderat diskutiert über Details des Großprojekts

Große Investitionen lassen sich besser schultern, wenn sie über einen längeren Zeitraum finanziert werden. Vor allem bleibt Geld für andere Vorhaben. Genau deswegen hat der Gemeinderat in Hainsfarth beschlossen, das Projekt „Gewerbegebiet Süd“ sowie die dazugehörigen Straßen- und Kanalarbeiten auf die Haushaltsjahre 2018 und 2019 aufzuteilen. Birgit Mayer, Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft Oettingen, zu der auch Hainsfarth zählt, gab einen Überblick über die Ausgaben, die auf die Gemeinde zukommen.

Die Gesamtkosten für die nächsten beiden Haushaltsjahre sollen bei rund 1,14 Millionen Euro liegen. Zumindest ist das der Betrag, der nun in den Haushalt eingestellt wird. Von dieser Summe fallen 476000 Euro auf die Straßen, 34500 auf die Gehwege, Kosten für Schmutz- und Regenwasserkanal liegen bei 313000 Euro und die Hausanschlüsse schlagen mit 42000 Euro zu Buche, die Entsorgung von belastetem Material mit insgesamt 170000 Euro. Der Restbetrag entspreche den Planungskosten. Kämmerin Mayer rechnete vor, dass nur auf ein Haushaltsjahr bezogen ein Fehlbetrag von 539 000 Euro vorhanden sei, der finanziert werden müsse und bei dem man vermutlich nicht um einen Kredit herumkomme. Deswegen schlug sie vor, die Finanzierung über zwei Jahre anzusetzen, auch weil die Schlussrechnung voraussichtlich erst Ende 2018 eintreffe. Jetzt wird der Fehlbetrag aufgeteilt, 2018 wird eine Summe von 177300 Euro in den Haushalt eingestellt werden, 2019 dann 341700 Euro. Mayer schätzt, dass mithilfe dieser Kalkulation eventuell ein Neukredit verhindert werden kann. 2016 und 2017 wurden insgesamt bereis 600000 Euro für das Gesamtprojekt bezahlt.

Ein Vertreter des zuständigen Ingenieurbüros stellte den Zeitplan der Bauarbeiten vor. Mit dem am Montagabend gefällten Beschluss gehe das Projekt in den Staatsanzeiger und lande schließlich am 12. März bei der Vergabesitzung. Startschuss für die Baustelle soll am 9. April sein, das Ende ist bislang für Ende November 2018 vorgesehen, hinge laut Ingenieurbüro aber von der Witterung ab.

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Der Gemeinderat hat den Bauentwurf inklusive Gehwege beschlossen, will aber die Zufahrten und womöglich andere Details mit den Anliegern besprechen. Viele Bürger, die betroffen sind, waren bei der Gemeinderatssitzung am Montag anwesend. Sie interessierte vor allem, wie breit die Zufahrten zu den Grundstücken werden. Das Gremium legte sich auf ein Standartmaß von acht Meter Breite fest. Sollte eine Firma eine breitere Zufahrt wollen, wäre das möglich. Die Kosten müssten aber laut Bürgermeister Franz Bodenmüller und dem Gemeinderat selbst getragen werden.

Dass der Bauentwurf erst jetzt beschlossen wurde und einige Änderungen vorgenommen werden mussten, lag unter anderem an den Entsorgungskosten von belastetem Bodenmaterial entlang der alten Staatsstraße. Experten untersuchten zunächst, wie stark der Grund mit Teer belastet ist. Erste Schätzungen ergaben Kosten von rund 200000 Euro. Kämmerin Mayer hat im Haushaltsansatz einen etwas geringeren Betrag von rund 170000 Euro angesetzt, weil nach ihren Angaben inzwischen eine konkretere Kostenberechnung vorliege.

Einige Räte und Zweiter Bürgermeister Klaus Engelhardt schlugen in der Sitzung vor, noch einmal bezüglich dieser Summe bei den örtlichen Land- und Bundestagsabgeordneten nachzufragen, ob tatsächlich die gesamte Entsorgung dieses teerbelasteten Bodens bei der Gemeinde hängen bleibe. Denkbar sei schließlich eine Unterstützung vom einstigen Bauherrn, dem Freistaat. Geschäftsstellenleiter Günther Schwab riet: „Ich würde nichts unversucht lassen.“ Engelhardt warnte in diesem Kontext andere Gemeinden und befürchtet, dass die hohen Kosten, um den belasteten Boden zu beseitigen, nicht nur ein Hainsfarther Problem seien.

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