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Brand

20.04.2019

Großübung: Schreckmomente in der Salvatorgasse

Mit einer Atemschutzausrüstung haben die Feuerwehrmänner bei der Übung im Kindergarten alle Räume abgesucht.

Plus Die Nördlinger Feuerwehr absolvierte eine Großübung im „Haus für Kinder“. Was eine besondere Herausforderung bei diesem Szenario war.

Als Feuerwehrautos am Mittwochabend mit Blaulicht und Martinshorn in die Nördlinger Salvatorgasse brausten, blieben Fußgänger erschrocken stehen. Wo brennt’s? In der Kirche etwa? Oder im Kloster Maria Stern? Besorgt folgten die Blicke den Fahrzeugen. Die Feuerwehrleute hielten genau vor dem Haus für Kinder. Feuer im Kindergarten?

So etwas will sich niemand vorstellen – ein Schreckens-Szenario für Eltern, Erzieherinnen und Kinder. Und doch ist es wichtig, den Ernstfall durchzudenken und durchzuspielen, sagt Claudia Miehling, Leiterin der Nördlinger Einrichtung. Deshalb also das große Feuerwehr-Aufgebot: Die Nördlinger Retter waren zu einer großen Übung gekommen.

Die neue Außentreppe dient als Fluchtweg aus dem Obergeschoss.
Bild: Christina Zuber

Die Außentreppe wird als Fluchtweg genutzt

Seit einigen Monaten gibt es im Haus für Kinder eine neue Außentreppe am Gebäude, die nur als Fluchtweg aus dem Obergeschoss genutzt werden soll, wo die Kindergarten-Gruppe untergebracht ist. Axel Kuhl, Zugführer der Nördlinger Feuerwehr, hat diese Flucht-Treppe in sein Übungs-Szenario eingebaut. In den Tagen davor besuchte er die Kinder im Haus für Kinder. „Das war wichtig“, sagt Leiterin Miehling. Denn die Kinder sollten wissen, was auf sie zukommt. Feuerwehrmann Kuhl hatte auch Ausrüstung mitgebracht und vorgeführt. „Vor einem Feuerwehrmann mit Atemschutz kann ein Kind sehr erschrecken“, erklärt Claudia Miehling. Wenn man etwas kennt, macht es keine Angst mehr - so ihre Überzeugung.

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So spielen die rund 30 Kindergarten- und Hortkinder in aller Ruhe, als Axel Kuhl mit einer Disko-Nebelmaschine das Treppenhaus „einräuchert“. Es dauert nur ein paar Minuten, und man sieht gar nichts mehr. Die Rauchmelder alarmieren in ohrenbetäubender Lautstärke. Claudia Miehling und ihre Kolleginnen springen auf und laufen zum Treppenhaus. „Da geht’s nicht raus“, ist ganz schnell klar. Auf zur Fluchttreppe! Die Kinder stellen sich in Zweierreihen auf.

Rund 30 Kindergarten- und Hortkinder probten am Mittwochabend den Ernstfall im „Haus für Kinder“.
Bild: Christina Zuber

Und Erstklässler Benedikt setzt lehrbuchmäßig den Notruf ab: „Haus für Kinder, Salvatorgasse, hier brennt’s“, sagt er bewundernswert ruhig in den Telefonhörer. Dann muss auch er schleunigst das Gebäude verlassen. Inzwischen ist der Rauchnebel sogar in die Gruppen- und Waschräume vorgedrungen.

Die Feuerwehr ist schon im Anmarsch

Die Augen weit aufgerissen, kuschelt sich eine Dreijährige an die Erzieherin. Auf dem Sportplatz sammelt sich die Gruppe. Dann der große Schreck: Sechs Kinder und eine Erzieherin fehlen. Sie müssen noch im Gebäude sein. Doch die Feuerwehr ist schon im Anmarsch. Erzieherin Yvonne läuft auf die Straße und informiert die eintreffenden Retter. Schnell wird die Durchfahrt zum Kinderspielplatz freigemacht. Das große Fahrzeug rangiert, um näher ans Haus zu kommen. Ein Hydrant auf der Straße spendet Wasser, Schläuche werden gelegt, ein Ventilator soll das Treppenhaus vom Rauch frei machen.

Ein aufgeregter Vater wird von Einsatzleiter Kurz beruhigt. Derweil machen sich die Männer mit der Atemschutzausrüstung fertig: Die fehlenden Kinder werden in der Turnhalle im Obergeschoss vermutet. Die Kinder haben sich tatsächlich in den Turnraum gerettet und mit Wolldecken die Türe abgedichtet. Von dort aus können sie ebenfalls zur Fluchttreppe begleitet werden. Mit Sichtgeräten suchen die Feuerwehrleute alle Räume ab. Die Evakuierung war erfolgreich. Alle sind erleichtert, auch wenn es „nur“ eine Übung war. Und obwohl es schon recht spät geworden ist, dürfen die Kinder die Atemschutzausrüstung und das Feuerwehrauto noch genau unter die Lupe nehmen.

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