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Nördlingen

13.10.2018

Grundschule Mitte: Anbau mit Satteldach kommt

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Diese Skizze macht deutlich, wie der jetzt geplante Anbau an die Grundschule Mitte aussehen soll: Er hat ein Satteldach, das Untergeschoss soll über einen Lichthof verfügen.

Plus Monatelang wurde um eine Lösung für die Nördlinger Schule gerungen. Am Ende geht es um zwei Varianten. Eine Entscheidung zwischen „Pest und Cholera“, schimpft eine Stadträtin.

Die Grundschule Mitte am Weinmarkt erhält einen Anbau mit einem Satteldach. Das beschloss am Donnerstagabend eine Mehrheit des Stadtrates. Die Abstimmung fiel nicht eindeutig aus – 15 Räte votierten für diese sogenannte Variante 2, zehn dagegen. Bemerkenswert war, dass sowohl die CSU als auch die Stadtteilliste nicht geschlossen abstimmten. Nach ersten Kosteneinschätzungen könnte der Bau die Stadt mehr als fünf Millionen Euro kosten – also mehr als 10000 Euro pro Quadratmeter.

Wie berichtet, war der Sitzung am Donnerstag eine monatelange Debatte über den Anbau vorausgegangen. Oberbürgermeister Hermann Faul richtete zu Beginn einen Appell an die Räte: Sie sollten sich zum Wohl der Kinder, Eltern und Lehrer entscheiden. Ausschlaggebend sei die Meinung einer Mehrheit. Und in einer Demokratie müsse ein Beschluss auch von denjenigen mitgetragen werden, die zuvor eine andere Position vertreten hätten. Der Leiter des Liegenschaftsamtes, Karl Stempfle, erläuterte dann noch einmal die Hintergründe. Er ging auf Schülerzahlen und die Auslastungen der Grundschulen in der Stadt ein. Auch die Idee, Räume bei Nachbarn anzumieten, habe man verwerfen müssen, unter anderem, weil die Quadratmeter nicht ausreichten. Stempfle betonte, dass es keine Überlegungen gebe, die Grundschule Löpsingen zu schließen. Mit dem Anbau könne die wissenschaftliche Bibliothek im Archiv untergebracht werden.

Danach wurde schnell klar, in welche Richtung die Entscheidung an diesem Abend gehen würde. Denn der Rat behandelte einen Antrag der PWG vom vergangenen Sonntag. Darin forderten die Parteifreien, dass sich der Stadtrat für den Erhalt einer zweizügigen Grundschule am Weinmarkt aussprechen möge. Eigentlich sollten solche Anträge fünf Tage vor der Sitzung bei der Verwaltung eingehen, sagte Oberbürgermeister Hermann Faul. PWG-Fraktionsvorsitzender Helmut Beyschlag erinnerte daran, dass die Klausursitzung zur Grundschule Mitte erst am vorherigen Freitag stattgefunden habe, man die Fünf-Tages-Frist also gar nicht einhalten könne. Er forderte die Räte auf, nach dem „Eiertanz der vergangenen Wochen“ Farbe zu bekennen. Nicht allen erschien das mit Blick auf die weitere Tagesordnung notwendig. Doch am Ende nahm das Gremium einstimmig den PWG-Antrag zu Behandlung an.

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Welche Auswirkungen das hatte, zeigte die Stellungnahme des CSU-Fraktionsvorsitzenden Jörg Schwarzer: Wenn man gegen den Antrag stimme, dann sei alles offen – die Parteifreien böten schließlich keine Alternative an. Und dann könne es passieren, dass sich noch in fünf Jahren nichts an der Schule tue. Die CSU habe aufgezeigt, welche andere Wege es gegeben hätte, jedoch: „Eine Mehrheit ist nicht mitgegangen.“ Für eine Zweizügigkeit könne der Rat gar nicht stimmen, weil er das nicht entscheiden könne, so Schwarzer. Das hatte zuvor auch Faul angemerkt, den Antrag wurde entsprechend abgeändert – und ohne Gegenstimmen angenommen.

Damit war klar: Es wird einen Anbau ans Hallgebäude geben, nur welchen? Entweder ein großes Gebäude oder zwei etwas kleinere mit einem Flachdach-Verbindungstrakt (Variante 1)? Die letztere Möglichkeit bevorzugte die Fraktion Grünen/Frauenliste. Fraktionsvorsitzender Wolfgang Goschenhofer verwies auf Aussagen von Denkmalschützern, die diese Variante ebenfalls unterstützten. Zudem sei sie rund 500000 Euro günstiger und die Mensa sei größer. Doch Goschenhofer fand keine Zustimmung, was wohl vor allem an den Ausführungen von Rechtsrätin Nicole Schwarz lag. Denn für die Variante 1 hätte sich der Rat eine Ausnahme oder eine Abweichung von der Altstadtsatzung genehmigen müssen. Wogegen viel spreche, führte Schwarz auf – unter anderem, dass man einen Präzedenzfall schaffe. Mehrere Redner griffen auch den Dachfenster-Fall vom Beginn der Woche auf (wir berichteten). CSU-Rätin Maximiliane Böckh sagte beispielsweise: „Wir waren am Montag streng, jetzt müssen wir uns an unsere eigene Strenge halten.“

In den Abschlussreden wurde deutlich, wie hart um eine Lösung gerungen worden war. Böckh sprach von Anträgen, die der CSU „untergeschoben“ worden seien. Dritte Bürgermeisterin Gudrun Gebert-Löfflad meinte, die Variante 2 werde niemanden zufriedenstellen: der Pausenhof werde beschnitten, man baue für irrsinniges Geld, es werde keine Verbesserung für den Unterricht erreicht. Man könne nur zwischen „Pest und Cholera“ wählen. Diese Formulierung brachte ihr Kritik ein, unter anderem von Faul.

Thomas Mittring (Stadtteilliste) forderte ein Bekenntnis zur Löpsinger Schule, das Goschenhofer und Beyschlag sogleich ablegten. Der PWG-Fraktionsvorsitzende sah die Schuld an der ganzen Misere auch bei den Denkmalschützern, die sich nicht einig gewesen seien. SPD-Fraktionsvorsitzende Rita Ortler war die Einzige, die sich offen bekannte, in der Vergangenheit für den Kubus gestimmt zu haben. Damals habe sie sich im Recht gewähnt, es schien keine Alternative gegeben zu haben. Jetzt sei sie klar für die Variante 2 – ohne Abweichung von der Altstadtsatzung.

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