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Oettingen

13.10.2017

Gymnasium in Oettingen: Die Kunst zieht um

Keine Fenster zum Lüften und seit 1975 nicht mehr modernisiert: Beim dritten Bauabschnitt am Oettinger AEG-Gymnasium, der 2020 beginnen soll, sind für die Naturwissenschaften und die Oberstufe neue Räume vorgesehen. Weil der Kunstunterricht im früheren Chemie-Saal unter anderem auch wegen der schlechten Luft im Zimmer kaum mehr zu ertragen ist, gibt es nach den Herbstferien eine neue Lösung.
Bild: Verena Mörzl

Im Gegensatz zu den offenen Lernlandschaften des AEGs sind die Kunst- und Physiksäle kaum mehr zumutbar. Warum der neue Zwischenbau sehnlichst erwartet wird.

Es hat schon Künstler gegeben, die erst im benebelten Zustand ihre Meisterwerke mit energiegeladenen Pinselstrichen vollendet haben. Doch das waren Erwachsene, meist Genies. In einer Schule hat dieser Bewusstseinszustand nichts verloren. Der beißende Geruch, der Schülern und Lehrern des Oettinger Albrecht-Ernst-Gymnasiums nach dem Durchschreiten der Klassenzimmertür des Kunstraums entgegenkommt, ähnelt dennoch einer gewissen Benebelung. Damit wird an der Schule durchaus gescherzt. Es ist vor allem die Aufmerksamkeit, die unter der schlechten Luft leidet. Doch damit ist jetzt Schluss: Die Kunst zieht um.

Erst 2020 soll nach jetzigem Planungsstand der Zwischenbau des Gymnasiums abgerissen und schließlich bis 2022 neu aufgebaut werden. Es ist der dritte Bauabschnitt. Gerade im Kunstraum, der aus einem früheren Chemiesaal umfunktioniert worden ist, lässt sich Unterricht für Lehrer und Schüler aber kaum mehr ertragen. Keine Fenster, wenig Licht durch die Glaselemente im Dach von oben und eben dieser Mief. Als hätten sich sämtliche chemischen Experimente aus den vergangenen 40 Jahren in Boden und Wände gefressen.

In den Herbstferien, erklärt Schulleiter Günther Schmalisch, beginnt der Umbau im ehemaligen Computerraum und die Kunst zieht danach um. Weil die Schule mobile Geräte besitzt, steht dieses Zimmer zur Verfügung. Dazu hat das Landratsamt einem kleineren Umbau zugesagt, den auf Wunsch des Schulleiters Oettingens Bürgemeisterin Petra Wagner und der stellvertretende Landrat, Reinhold Bittner, in die Wege geleitet haben. Lehrer und Schüler werden aufatmen. Der Physikunterricht wird aber weiterhin in den alten Räumen stattfinden, in denen sogar der stellvertretende Schulleiter, Christian Heinz, bereits die Schulbank gedrückt hat. Weil es dort auch keine Fenster gibt und ebenfalls seit 1975 „nichts mehr gemacht wurde“, und weil in den nächsten Jahren durch G9 wieder ein zusätzlicher Jahrgang am AEG unterrichtet wird, dürfe sich der Baubeginn nicht mehr verschieben, sagt Schmalisch. Schülern und Lehrern sei zu viel abverlangt.

Im Zwischenbau geht es nicht nur um das Geruchsproblem und die in die Jahre gekommene Ausstattung. Im Vorbereitungsraum der Physik verläuft mehrmals eine bräunlich eingefärbte Spur an der Wand von oben nach unten: Wasserschäden. Einige andere Zimmer werden schon gar nicht mehr genutzt.

Schulleiter Schmalisch vertraut der Zusage von Landrat Stefan Rößle, dass der Umbau 2020 beginnen wird und dann auch dieser Teil der Schule vom besonderen Konzept des AEGs profitieren kann: den offenen Lernlandschaften. Die Schüler müssen nicht am gleichen Platz bleiben, sondern können sich im Bereich, der an das Alter der Schüler in den jeweiligen Jahrgangsstufe angepasst ist, bewegen.

Weil im Landkreis weitere große Schulprojekte umgesetzt werden und es beispielsweise am Nördlinger THG zu massiven Verzögerungen gekommen ist, liegen die Bedenken des Schulleiters nahe, dass die Schüler noch deutlich länger auf den neuen Teil der Schule warten müssen. Gabriele Hoidn, Sprecherin des Landratsamts, sagte allerdings auf Nachfrage, dass das Hochbauamt ab Januar personell aufgestockt werde.

Steht der neue Komplex einmal, muss nach Schmalischs Ansicht auch mit dem steigenden Schülerstärke durch das G9 nichts zusätzlich ausgebaut werden müsse.

Wie berichtet, plant das Architekturbüro Schlientz den Neubau. Im Kreishaushalt sind dafür zunächst einmal 7,5 Millionen Euro eingestellt. Die Oberstufe soll sich dann in den flexiblen Klassenzimmern auf das Abitur vorbereiten; die Naturwissenschaften werden ebenfalls dort untergebracht. Die 11. Klasse wird dann im Gebäude an der Goethestraße unterrichtet.

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