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14.10.2009

"Händler erkennen Krisen oft zu spät"

Oettingen (anwa) - Wenn Dr. Günter Lubos auftritt, stehen die Dinge oft nicht gut. Dann stecken Unternehmen in der Klemme. Bei einer Veranstaltung der City-Initiative Nordschwaben in Oettingen erläuterte der Geschäftsführende Gesellschafter der in München und Düsseldorf ansässigen Unternehmensberatung TAC Consulting, wie Betriebe den Weg aus einer Krise finden.

Lubos, dessen TAC Consulting vorwiegend in Not geratene Unternehmen berät, zählte "typische Probleme" auf, wann Spezialisten wie er gerufen würden - wobei er den Schwerpunkt bei seinem Vortrag vor 30 Zuhörern auf den Handel legte: Ein schleichender Attraktivitätsverlust des Standorts oder unkoordinierte Standortexpansion, Kundenschwund und eine wenig ungenügende Planung bis hin zum Ausufern des Warensortiments seien Gründe, die Unternehmen in Schwierigkeiten brächten.

Keim für spätere Probleme

Krisen sind laut Lubos unterschiedlich ausgeprägt und werden teils zu spät wahrgenommen. Diese gelte vor allem für die strategische Krise, die man oft nicht erkenne oder erkennen wolle. "Man hat steigende Umsätze und expandiert, legt aber den Keim für spätere Probleme." Bei der Ergebniskrise "bröckelt das Ergebnis, aber der Cash-Flow ist noch positiv". Die Lagerzeit der Waren nehme zu. Bei der Liquiditätskrise schließlich seien alle Kennzeichen negativ: "Die Warenbeschaffung wird schwieriger, das Sortiment veraltet." Zur Krisenbewältigung empfiehlt der Unternehmensberater, "transparent" und "konsequent" zu handeln.

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Auf dem Weg aus der Krise besonders wichtig seien eine disziplinierte Führung und Organisation sowie qualifizierte Mitarbeiter. "Man muss die Leute motivieren und schauen, dass sie bleiben", sagt der Berater. "In Krisenzeiten herrscht oft eine hohe Fluktuation an Mitarbeitern, und gerade die Besten gehen."

In einem weiteren Vortrag stellte Oliver Heckemann, Branchenbetreuer Handel bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben, die Arbeit und Angebote seiner Organisation dar. Gut beansprucht werde die Rechtsberatung - mit zuletzt "7000 Anrufen pro Jahr", nicht eingerechnet schriftliche Anfragen aus den Reihen der rund 1 154 000 Mitgliedsbetriebe der IHK Schwaben. Existenz-, Finanzierungs- und Krisenberatung gehörten ebenso zu den IHK-Tätigkeiten wie Ausbildungsberatung, Weiterbildung von Beschäftigten und vieles mehr.

Kalender aufgelegt

Die City-Initiative Nordschwaben (CIN) nutzte den Termin in Oettingen, um ihren Kalender für 2010 vorzustellen. Die zwölf Städte der CIN - von Nördlingen über Monheim, Donauwörth bis Wertingen und Gundelfingen - werden im Bild präsentiert und besondere Veranstaltungen im nächsten Jahr aufgelistet. Der Kalender (Auflage: 4200 Exemplare) wird über die beteiligten Kommunen und Betriebe in Nordschwaben abgegeben.

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