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Gemeinderat

31.10.2018

Hainsfarth: Dauerlösung gegen den Gestank

Das Geruchsproblem in der Mühlstraße in Hainsfarth hängt mit einem Abwasserkanal zusammen. Nach mechanischen Reinigungen hat erst der Einsatz von Eisen-(III)-Chlorid und Calciumnitrat eine merkliche Besserung herbeigeführt.
Bild: Dieter Mack

Hainsfarth geht mit einem chemischen Zusatz gegen das Geruchsproblem in der Mühlstraße vor. Der Rat fällt auch die Entscheidung über den Mobilfunkmast.

Der Gestank ist hartnäckig. Selbst jetzt, nach der vermeintlich erfolgreichsten Bekämpfungs-Methode, kriecht er durch die Abflussrohre in das eine oder andere Haus, wie in der Sitzung des Hainsfarther Gemeinderats am Montagabend zu erfahren war. Das Geruchsproblem in der Mühlstraße beschäftigt die Anlieger, Ämter und Ingenieure bereits seit mehr als einem Jahr. Im Sommer mehr, im Winter weniger. Nach Reinigungen mit Druckluft, einer Bürste oder Spülungen gibt es jetzt erstmals einigermaßen gute Nachrichten.

Eine Anlage, die einen chemischen Zusatz aus Eisen-(III)-chlorid und Calciumnitrat abgibt (starke Sauerstoffträger), soll jetzt zur Dauerlösung gegen die übel riechenden Sulfide aus dem Abwasserrohr werden. Diese Dosieranlage gibt die Substanz in regelmäßigen Abständen ab. Jetzt will Hainsfarth das Gerät, das aktuell im Probebetrieb arbeitet, kaufen.

Die Dosieranlage, die in einem Schnellbaucontainer installiert wird, kostet rund 11000 Euro in der Anschaffung und soll in den jährlichen Betriebskosten ebenfalls bei rund 11000 Euro liegen. Seit Montagabend ist der Kauf beschlossene Sache. Für Zweiten Bürgermeister Klaus Engelhardt eine unumgängliche Entscheidung. „Fakt ist, wir kommen momentan ohne Dosierung nicht aus. Wir sind den Bürgern verpflichtet, das weiter zu betreiben, und müssen Geld investieren“, sagte er dem Gremium.

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Das Ingenieurbüro „Wipfler Plan“ stellte die Maßnahme noch einmal anschaulich vor und erklärte anhand gemessener Werte, wie die Geruchsbelastung abgenommen hat, sobald der Zusatz abgegeben wurde. Dann nämlich war der gemessene, übel riechende Sulfidanteil deutlich geringer. „Unserer Meinung nach bringt die Dosierung eine erhebliche Verbesserung“, sagte Manfred Ommer vom Ingenieurbüro. Er wolle aber nicht in Abrede stellen, dass es zu bestimmten Zeitpunkten immer noch stinkt. Er meinte, dass es in einigen Häusern aber auch an der Hausinstallation liegen könnte und informierte die Gemeinderäte über diesbezügliche Lösungen (Geruchsfilter oder Abdichtungen im Haushaltsschacht).

Den Vorschlag aus dem Gremium, dem Geruchsproblem mit einer baulichen Maßnahme entgegenzuwirken, lehnte Ingenieur Ommer ab. Würde die Gemeinde eine Druckleitung einziehen, dann verlagere sich das Problem nur Richtung Pumpwerk. Er bezweifelte zudem, ob mit der baulichen Maßnahme komplett auf die Dosierung verzichtet werden könnte.

Engelhardt will die Geruchsproblematik mit der jetzigen Lösung nicht ad acta legen. Das Ingenieurbüro soll nach Absprache mit dem Gemeinderat weiterbeauftragt werden, im nächsten Frühjahr die betroffene Abwasserleitung mit einem Kompressor zu belüften und zu spülen.

Gremium lehnt Standort für Mobilfunkmast an der ehemaligen Kläranlage ab

Der Gemeinderat hat in der Montagssitzung einen weiteren Beschluss gefasst. Wie berichtet, will die Telekom in Hainsfarth einen Mobilfunkmast errichten. Der favorisierte Standort wäre das Gelände der ehemaligen Hainsfarther Kläranlage. Dort befindet sich der Jugendtreff sowie eine Halle des Bauhofes. Das Gremium lehnte diesen Standort einstimmig ab. Das Thema hat die Bürger in den vergangenen Wochen stark beschäftigt. Immer wieder gab es rege Diskussionen, bei einem Infoabend interessierte die Hainsfarther auch die Strahlenbelastung, auf die der Referent allerdings nur geringfügig einging, wie nachträglich kritisiert wurde. Auch am Montag verfolgten wieder einige Bürger die Entscheidung des Gremiums.

In einer anderen Sitzung kam jedoch die Befürchtung auf, dass sich die Telekom ein privates Grundstück sucht, auf dem sie den Mobilfunkmast errichten lässt. Dieses Thema wurde vorerst nicht weiter diskutiert.

Die Anschaffung eines Geschwindigkeitsdisplays für die Gemeinde ist beim Blick auf die Kosten von mehr als 3000 Euro zunächst wieder zurückgestellt worden. Auch wenn in Steinhart derzeit zu schnell gefahren würde, hätten die Anschaffungen für die Mühlstraße in Hainsfarth Priorität, war die Meinung des Gremiums.

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