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Hainsfarth
07.09.2021

Konzert mit dem Jewish Chamber Orchestra in der Synagoge in Hainsfarth

Das Jewish Chamber Orchestra aus München macht am 14. September Halt in der Synagoge in Hainsfarth.
Foto: Stefan Randlkofer

Das Jewish Chamber Orchestra Munich gastiert nach langer Spielpause in der ehemaligen Synagoge in Hainsfarth. Was Zuhörer erwartet.

In Zeiten von Corona war es nicht nur in der ehemaligen Synagoge in Hainsfarth still geworden, vor allem die Kultur hat unter den Einschränkungen hörbar gelitten. Jetzt kann endlich wieder Leben stattfinden in den denkmalgeschützten Räumen. Gleich zu Beginn warten die Veranstalter um die Vorsitzende des Freundeskreises, Sigried Atzmon, mit einem Höhepunkt auf.

Jewish Chamber Orchestra Munich eröffnet Zeit der Kulturveranstaltungen

Am Dienstag, 14. September, 19 Uhr, gastiert das international bekannte Jewish Chamber Orchestra Munich im Rahmen seiner Synagogentournee in Hainsfarth. Dem Ensemble um seinen künstlerischen Leiter Daniel Grossmann geht es mit seiner Arbeit darum, jüdische Gegenwartskultur lebendig und für jeden hör-, erleb- und sichtbar zu machen. Es ist ein Orchester für alle Nationen und Religionen. Seine Musiker kommen aus über zwanzig Ländern, sind jüdisch und nicht-jüdisch und leben überwiegend in Deutschland.

Auf höchstem künstlerischen Niveau pflegt das Orchester (kurz: JCOM) die reiche jüdische Musiktradition, die vom Barock bis in die Gegenwart reicht. Es bringt vergessene jüdische Komponisten und Komponistinnen ans Licht und füllt ehemalige Orte jüdischen Lebens mit lebendiger Kultur. So auch die Synagoge in Hainsfarth, in der das JCOM schon mehrmals zu hören war.

Hainsfarth: Konzert in der alten Synagoge besteht aus zwei Teilen

Das Programm am 14. September wird im Wesentlichen aus zwei Teilen bestehen: aus der Suite für Kammerorchester von 1921 von Erwin Schulhoff und dem Melodram „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Maria Rilke“, das der Komponist Victor Ullmann kurz vor seinem Tod im Konzentrationslager Theresienstadt vertont hat. Schulhoffs Suite spiegelt musikalische Einflüsse der „Roaring Twenties“ wieder, in denen dieses Werk entstand. Darin sind Stile und Elemente der aufkommenden Jazzmusik und verschiedener, damals gerade angesagter Tanzstile verarbeitet: Ragtime, Valse, Boston, Tango, Shimmy, Step und Jazz. Das Melodram von Victor Ullmann entstand im Konzentrationslager und ist die letzte Komposition, die der österreichische Komponist vor seiner Deportation und Ermordung fertigstellen konnte. Er vertont darin Ausschnitte einer Erzählung von Rainer Maria Rilke, die die Erlebnisse eines jungen Fahnenträgers von Kriegsbegeisterung über eine Liebesgeschichte bis zum Gefechtstod schildert – mit heutigem Blick auf die Umstände der Entstehung eine zumindest wohl äußerst interessante Auswahl einer literarischen Vorlage.

Karten für diese ganz besondere Veranstaltung gibt es im Vorverkauf bei Bücher Lehmann in Nördlingen und in der Tourist-Information in Oettingen. Natürlich gelten die gerade aktuellen Corona-Hygienebestimmungen (geimpft, genesen, getestet).

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