Newsticker

Teil-Lockdown bis 10. Januar 2021 verlängert - Söder deutet Verschärfung an
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Hallenbad: 2020 soll es losgehen

Debatte im Nördlinger Stadtrat

07.02.2018

Hallenbad: 2020 soll es losgehen

Zu wenige Bahnen und in die Jahre gekommen: Momentan dreht sich in den Sitzungen des Nördlinger Stadtrats wieder viel um das Hallenbad in der Gerhart-Hauptmann-Straße 1.
Bild: Verena Mörzl

Oberbürgermeister Hermann Faul drückt aufs Tempo. Er will das Projekt noch vor der Kommunalwahl in die Wege leiten. Wovon der Zeitplan abhängt.

Nördlingen Ein neues Hallenbad auf der Marienhöhe? Oder auf dem BayWa-Areal? Oder doch lieber im Sportpark? Darüber diskutierten die Nördlinger und vor allem die Bewerber für den Stadtrat im Jahr 2014. Das war vor der Kommunalwahl im März, danach rückte unter anderem der Umbau der Wemdinger Unterführung in den Fokus. Und zum Neubau eines Hallenbades sagte Oberbürgermeister Hermann Faul zu Beginn des Jahres 2015: „Die Stadt kann sich dieses Projekt schlichtweg nicht mehr leisten.“

2020 wird ein neuer Stadtrat gewählt und der aktuelle will das Projekt Hallenbad zumindest noch auf den Weg bringen. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montagabend ging es unter anderem um das Investitionsprogramm. Die Ausschussmitglieder legen in diesem Papier unverbindlich fest, welche Maßnahmen sie in den kommenden Jahren angehen wollen. Auch für das Projekt Hallenbad sollte Geld eingestellt werden – nur ab welchem Jahr und wie viel, darüber waren sich die Stadträte zuletzt nicht einig: Eine größere Summe 2020 oder 2021?

Nun hat nicht nur Nördlingen ein Hallenbad-Problem, auch andere Kommunen im Freistaat müssen ihre in die Jahre gekommenen Bäder sanieren. Deshalb wird das Thema auch in der Landespolitik diskutiert, konkret soll sich laut CSU-Landtagsabgeordnetem Wolfgang Fackler ein Arbeitskreis damit beschäftigen. Da im Herbst Landtagswahlen sind, wird von Beobachtern erwartet, dass es in Sachen Hallenbad zuvor ein neues Förderprogramm gibt. Die Unterstützung könne man dann 2019 beantragen, sagte Stadtkämmerer Bernhard Kugler, 2020 wäre der Bescheid da. Ob man es unter diesen Voraussetzungen in dem gleichen Jahr noch schaffe, fünf Millionen Euro zu „verbauen“, bezweifelte der Kämmerer. Die Diskussion entfachte sich an der Frage, ob man 2020 drei oder fünf Millionen Euro einplanen solle.

Oberbürgermeister Faul sprach von einem „Signal“: Man müsse zeigen, dass man die Bürger ernst nehme – und die wollten eine Lösung beim Thema Hallenbad. Wenn man die fünf Millionen Euro einplane, seien die Weichen gestellt, der neue Stadtrat müsse das Projekt nicht erst auf den Weg bringen, was schließlich wieder Zeit dauere. Faul sagte energisch: „Wir müssen schauen, dass wir in die Gänge kommen.“

Projekt jetzt „zügig voran treiben“

Das sah auch Sonja Kuban (Grüne/Frauenliste) ähnlich: Der aktuelle Stadtrat müsse die Entscheidungen treffen und die Planungen auf den Weg bringen. In den nächsten Monaten müsse da einiges „über die Bühne gehen“, forderte sie: „Ich denke auch, dass wir da nicht soweit auseinander sind.“ Als ein Zeichen an die Bevölkerung nannte es Rita Ortler (SPD), die fünf Millionen Euro in das Investitionsprogramm einzustellen. Das Projekt Hallenbad müsse man jetzt „zügig voran treiben“. Faul erinnerte daran, dass die aktuellen Kostenschätzungen zur Sanierung des Bades in der Gerhart-Hauptmann-Straße aus dem Jahr 2010 stammten, seitdem hätte sich einiges verändert. Josef Eichert, der Leiter des Hochbauamtes, schlug vor, verwaltungsintern zunächst abzustimmen, wie viel Geld man wann realistisch für die Planung bis 2020 brauche und erst in zwei Wochen über das Thema zu entscheiden. Doch eine weitere Verschiebung lehnte Faul ab.

Zweiter Bürgermeister Markus Landenberger-Schneider (CSU) betonte, es gehe jetzt um eine Absichtserklärung: „Es wird wohl so sein, dass wir nicht vor 2020 anfangen.“ Hans Weng (Stadtteilliste) meinte, man könne die Beträge noch anpassen. Die zehn Millionen Euro, die bislang im Raum stehen, seien nur „eine Hausnummer“, betonte Thomas Mittring (Stadtteilliste), was die Maßnahme am Ende tatsächlich koste, wisse man noch nicht. Helmut Beyschlag (PWG) unterstützte Faul: „Wir müssen jetzt Druck machen.“ Der aktuelle Stadtrat müsse die Entscheidungen zum Hallenbad noch treffen.

Die am Montag fiel einstimmig aus: fünf Millionen Euro für 2020. Und bereits in diesem Jahr sollen für Planungen 100.000 Euro vorgesehen werden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren