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Corona-Lage spitzt sich zu: Großbritannien erlässt frühe Sperrstunde für Pubs und Bars

07.07.2010

Haltbarer Schaum

Wer bisher der Meinung war, dass die Unterschiedlichkeit der Menschen auf Gen und Förderung beruht, muss umlernen. Der Mensch unserer Zeit ist kein Produkt der Erbanlagen, der Umwelt und der Pädagogik, sondern der Pillen. Durchschnittlich schluckt jeder Deutsche mindestens fünf Pillen pro Tag. Endlich lässt sich selbst der merkwürdigste Zustand unserer Mitbürger verstehen. Tobt plötzlich der Chef, hat er vermutlich eine Überdosis Aufputschmittel geschluckt. Der Aktivitätsverlust ganzer Büroabteilungen ist eine natürliche Folge eingenommener Beruhigungspillen. Und der träumerische Blick der Schuhverkäuferin lässt nicht auf eine verliebte Seele, sondern auf die Zufuhr von Hormontabletten schließen. Dennoch sollten wir die chemische Industrie nicht als pfuschende Konstrukteurin des neuen Menschenbildes verteufeln. Sie tut zweifelsfrei auch Gutes. Gerade ist sie dabei, mit den Genen des Hutpilzes Struppiger Tintling die Bierblume im Glas für Stunden zu stabilisieren. Das ist besonders in der Zeit wachsenden Bierkonsums aufgrund nationaler Fußballsiege ein entscheidender Beitrag zur Sicherung menschlichen Glücks. Da stimmen wir ein in den Jubel, den Ambroise Thomas in seine Oper "Mignon" eingebaut hat: "Auf, ihr lustigen Zecher, / Füllt wieder eure Becher / Und trinkt und raucht, wie's euch gefällt. / Das Bier ist kühl, ihr Leute, / Und wie der Schaum sich hält!

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