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Möttingen

10.07.2019

Haushalt Möttingen: Schwerpunkt liegt auf neuem Baugebiet

Das alte Gemeindeamt in Möttingen könnte nach Vorstellungen von Bürgermeister Erwin Seiler als Interimquartier für den Kindergarten genutzt werden, wenn dieser in absehbarer Zeit erweitert wird.
Bild: Bernd Schied

Finanzen Der Gemeinderat verabschiedet den Etat der Kommune. Ein Schwerpunkt ist das neue Baugebiet „Römerweg“. Wie Bürgermeister Seiler das alte Gemeindeamt nutzen will.

Es ist wieder Juli geworden, bis Möttingens Bürgermeister Erwin Seiler den Haushalt für das laufende Jahr im Gemeinderat präsentierte. Seit Jahren hat der Rathauschef die Absicht, das Zahlenwerk zu einem früheren Zeitpunkt vorzulegen - doch es klappt zu Seilers eigenem Verdruss einfach nicht. Häufig kurzfristig entstehende personelle Engpässe in der Finanzverwaltung seien mitunter ein Grund dafür. Mit dem neuen Kämmerer Thomas Siller hofft Seiler künftig auf mehr Kontinuität.

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Nichtsdestotrotz hat der Gemeinderat am Montagabend einen Etat für 2019 verabschiedet, der mit einem Gesamtvolumen von 9,7 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Millionen angestiegen ist. Allein 3,4 Millionen Euro investiert die Kommune in Bauvorhaben.

Abgelehnt wurde der Etat von Gabriele Bissinger. Eine Erklärung für ihr Stimmverhalten lieferte die Appetshofener Gemeinderätin nicht.

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Wofür gibt Möttingen im laufenden Jahr Geld aus?

Da stehen die Kreisumlage mit 1,2 Millionen Euro und die Personalkosten mit knapp 1,6 Millionen Euro ganz oben. Hinzu kommen Ausgaben für die Kinderbetreuung mit rund 800000 Euro. Die Gewerbesteuerumlage schlägt mit 195000 Euro zu Buche. Die weiteren Ausgabenschwerpunkte umfassen die umfangreichen Bauprojekte, die größtenteils bereits abgewickelt sind. Für das neue Baugebiet „Römerweg“ sind für die Erschließungsarbeiten knapp 1,3 Millionen Euro angesetzt. 570000 Euro entfallen auf das Gewerbegebietes „Enkinger Wegfeld“. Die Projekte Mitteldorf, Kirchenweg, Pfarrgasse, Bachweg und Rittel verursachten Kosten von rund 980000 Euro. Für das Bürgerzentrum stehen noch Restzahlungen von 475000 Euro an. Zusätzlich sind für den Grundstückskauf im Kernort und den Ortsteilen im Haushalt 766000 Euro eingeplant.

Mit welchen Einnahmen kann die Kommune rechnen?

Die Wirtschaft läuft trotz konjunktureller Eintrübung immer noch gut, davon profitieren auch die örtlichen Unternehmen. Von daher rechnet Möttingen für dieses Jahr mit Gewerbesteuereinnahmen von 1,15 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 800000 Euro. Rund 1,55 Millionen Euro kommen vom Staat in Form des Anteils an der Einkommensteuer. Ergänzend dazu fallen Schlüsselzuweisungen in Höhe von 464000 Euro an. Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer liegt bei 78000 Euro. Und nicht zu vergessen der Überschuss aus dem Verwaltungsteil des Etats (Zuführungsrate) mit 452000 Euro.

Wie verläuft die Schuldenentwicklung Möttingens?

Viele Jahre war die Kommune nahezu schuldenfrei. Erst durch den Bau des Bürgerzentrums musste auf den Kapitalmarkt gegangen werden. Die günstige Zinsphase kam der Gemeinde dabei sehr entgegen. Bürgermeister Seiler zufolge schloss er Darlehensverträge zu Zinssätzen mit „Null Komma Prozent“ ab. Für 2019 werden voraussichtlich 800000 Euro an neuen Krediten benötigt. Der Schuldenstand zum Ende des Jahres wird im Haushalt mit 3,4 Millionen Euro angegeben, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1363 Euro entspricht. Ende 2018 lag der Schuldenstand noch bei 2,86 Millionen.

Unverändert bleiben die Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuer, sodass die Bürger nicht zusätzlich belastet werden.

Als ein wichtiges Zukunftsprojekt nannte Seiler die Erweiterung des Kindergartens in Möttingen. Während der Umbauphase könne eventuell das alte Gemeindeamt nach einer vorherigen Renovierung als Interimsquartier genutzt werden. Bei den Erzieherinnen stoße eine solche Variante auf Zustimmung. Die Gemeinderäte reagierten in der Sitzung auf den Vorschlag eher zurückhaltend.

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