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13.03.2009

Heftige Kritik in Richtung Stuttgart

Benzenzimmern/Dirgenheim (bs) - Rund 400 Menschen haben gestern Nachmittag in Benzenzimmern und Dirgenheim bei einer eindrucksvollen Demonstration ihren Unmut über den durch die Sperrung der B 25 im Raum Dinkelsbühl stark zugenommenen Schwerlastverkehr auf der Landesstraße 1060 zwischen Wallerstein und Ellwangen zum Ausdruck gebracht.

Heftig kritisiert wurden die Verantwortlichen in Baden-Württemberg, die es in den vergangenen Jahren nicht geschafft hätten, die Verkehrsprobleme im Ostalbkreis anzugehen. Die Sprecherin der Bürgerinitiative "Verkehrsentlastung östliche Ostalb", Ilse Weber, warf den Politikern vor, in den zurückliegenden drei Jahren (so lange steht die B-25-Sperrung auf der Tagesordnung), vollmundige Versprechungen zum Schutz der Bevölkerung vor dem Lkw-Verkehr nicht eingehalten zu haben. "Wir fühlen uns mittlerweile überfahren."

Neidvoll warf die BI-Sprecherin einen Blick ins benachbarte Bayern, "wo Straßen ausgebaut und Ortsumgehungen realisiert werden". In Ost-Württemberg geschehe nichts dergleichen.

Von den Verantwortlichen im Ostalbkreis forderte sie, die L 1060 ebenfalls für den Schwerlastverkehr über zwölf Tonnen zu sperren. Der heimischen Wirtschaft könnte man analog zu Dinkelsbühl Ausnahmegenehmigungen zum Befahren der Straße ausstellen. "Nur Tempo 30 einzuführen wird nicht viel bringen", ist sich Weber sicher. Das Lkw-Aufkommen werde dadurch nicht geringer und die Gefahren vor allem für die Kinder blieben bestehen.

Heftige Kritik in Richtung Stuttgart

Der Landrat des Ostalbkreises, Klaus Pavel, versuchte die Wogen etwas zu glätten, indem er volle Solidarität mit den betroffenen Bürgern versprach. Für Mitte April kündigte er in seinem Haus verkehrsrechtliche Entscheidungen an. "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zunächst verlässliche Zahlen brauchen." Noch bis Ende März werde an den betroffenen Straßenabschnitten das Verkehrsaufkommen gezählt. Im Gespräch mit den Rieser Nachrichten am Rande der Kundgebung sagte Pavel, dass der Ostalbkreis Tempo-30-Zonen wohl zustimmen werde. Eine Sperrung von Straßen könne er sich nicht vorstellen. "Wir können nicht Dinge einführen, die wir andernorts kritisieren und für rechtswidrig halten", so seine Begründung. Wie berichtet, haben zahlreiche Kommunen Geschwindigkeitsbeschränkungen und Sperrungen beantragt.

Oettinger-Aussage: Sperrung der B 25 durchaus legal

Überrascht zeigte sich Pavel von Ilse Webers Aussage, wonach Ministerpräsident Oettinger ihr kürzlich in Ellwangen erklärt habe, die Sperrung in Dinkelsbühl sei durchaus legal. Man wolle nur deswegen keine Sperrungen, weil es die Wirtschaft nicht wolle.

Deutliche Kritik an den maßgeblichen Stellen in Baden-Württemberg äußerte auch Riesbürgs Bürgermeister Günther Neumeister in Dirgenheim. "In den vergangenen Jahren ist in Stuttgart viel verschlafen worden." Er zitierte aus einem aktuellen Brief des Innenministeriums an ihn, wonach Ortsumgehungen entlang der L 1060 mittelfristig keine Chance auf Realisierung hätten. "Ansonsten enthielt das Schreiben nur Worthülsen", so Neumeister verärgert. Weitere Redner auf den Kundgebungen waren Kirchheims Bürgermeister Willi Feige, Ulla Haußmann (SPD-MdL) und Benzenzimmerns Ortsvorsteher Ludwig Michel.

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