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Nördlingen

19.08.2020

Heidi Källner: Hohe Auszeichnung für die „Storchenmutter“

Heidi Källner setzt sich seit elf Jahren für die unter Artenschutz stehenden Störche im Ries ein. Dafür wurde sie nun vom bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber ausgezeichnet.
Bild: Tobias Källner

Plus Die Nördlingerin Heidi Källner ist vom bayerischen Umweltminister für ihr langjähriges Engagement im Tierschutz ausgezeichnet worden. Ihre Leidenschaft dafür entdeckt Källner durch ihren damals neunjährigen Sohn.

Heidi Källner ist den Lesern unserer Zeitung wohlbekannt: Sie macht stimmungsvolle Aufnahmen der Rieser Landschaft oder von außergewöhnlichen Stadtansichten. Vor allem aber: Fotos der heimischen Fauna, die eine Passion für die Tierwelt, besonders für Störche, zum Ausdruck bringen. Um den Erhalt der unter Artenschutz stehenden Störche im Ries hat sie sich verdient gemacht. Vom bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber hat sie kürzlich die Auszeichnung „Grüner Engel“ erhalten, die seit 2011 für herausragendes ehrenamtliches Engagement im Umweltbereich vergeben wird.

Täglich, manchmal sogar zweimal am Tag, fährt Heidi Källner über die Rieser Dörfer und nach Oettingen, um nach dem Wohl der Störche zu sehen. Ungeachtet ihrer 79 Jahre steigt sie regelmäßig auf Kirchtürme, von wo aus sie die umliegenden Horste auf den Dächern inspiziert. „Wenn neue Horste dazukommen, melde ich das der Stadtverwaltung, der Unteren und Oberen Naturschutzbehörde und dem Rieser Naturschutzverein“, erklärt sie ihre Tätigkeit. In Letzterem engagiert sie sich auch im Beirat für Störche. Wenn in einem Horst noch Jungstörche seien, müssten Baumaßnahmen an Gebäuden hin und wieder verschoben werden, um die geschützten Tiere nicht zu stören. Für die Behörden ist Heidi Källner daher eine wichtige Ansprechpartnerin. Sie dokumentiert die Eiablage, wann die Vögel schlüpfen und auch beim Beringen ist sie dabei. In dem von ihr mitgegründeten Storchenfreundeskreis gibt sie der interessierten Öffentlichkeit jährlich im Herbst, wenn sich die Zugvögel bereits in den Süden aufgemacht haben, einen Bericht über die zurückliegende Storchensaison. Wichtig ist ihr, den Kontakt zu den Menschen zu halten, „damit Mensch und Tier geholfen ist“, wie sie sagt.

Durch den neunjährigen Sohn zur Leidenschaft für Tiere

Geboren wurde Heidi Källner in Gollnow (Pommern), bei Kriegsende war sie vier Jahre alt, als sie mit ihrer Mutter und Großmutter vertrieben wurde. Ihr Interesse für die Tiere entdeckte die gelernte Bankkauffrau über ihre drei Kinder. Als ihr Sohn neun Jahre alt war, wollte er ins Tierheim, um dort Hunde auszuführen. Ihr gefiel das Tierheim so gut, dass sie dort verschiedenste ehrenamtliche Tätigkeiten übernahm, bis man ihr die Leitung anbot, die sie von Beginn der 1990er bis 2008 innehatte.

Als ihr Mann 2009 verstarb, begann sie sich für die Störche einzusetzen. „Der Mensch braucht ja eine Aufgabe. Das war wie Medizin für mich. Ich wäre sonst in ein Loch gefallen“, sagt sie. Sie erinnert sich noch gut an ihre erste Bekanntschaft mit einem Storch. Am Weinmarkt in Nördlingen sei das gewesen. Die Polizei habe sie angerufen, dass dort in einem unzugänglichen Hinterhof ein Storch liege, der sich verletzt habe. Gemeinsam seien sie dann hingegangen, um das Tier zu retten. „Dort habe ich zum ersten Mal einen Storch in Händen gehalten und gemerkt, wie zart und federleicht diese Vögel sind“, erzählt sie. Der Storch hatte sich das Knie gebrochen und sie brachte ihn in eine Auffangstation, so wie sie das auch heute noch macht.

Storchenpopulation im Ries hat zugenommen

Seit 2009 habe die Storchenpopulation zugenommen, viele neue Nester seien im Ries hinzugekommen, beispielsweise in Wemding, Wörnitzostheim, Alerheim, Deiningen und Reimlingen. In 16 Ortschaften beobachtet Källner regelmäßig das Leben der Störche. Dieses Jahr zählte sie, dass 83 Jungstörche aus insgesamt 39 Nestern im Ries erfolgreich flügge geworden seien.

In Nördlingens Altstadt ist bislang nur auf dem Tanzhaus ein Horst. Heuer seien aber auch auf dem Dach der Grundschule Mitte Gaststörche zu sehen gewesen, die sich möglicherweise nächstes Jahr häuslich niederlassen. „Nördlingen würde in der Stadtmitte ein zweites Nest gut vertragen“, sagt Heidi Källner, „das würde ich mir für die Stadt wünschen.“ Sollte dort im kommenden Jahr ein neues Nest entstehen, wir würden es sicher über ein Foto von ihr erfahren.

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